Simon Messner – Der Sohn von Reinhold Messner geht seinen eigenen Weg
Shownotes
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00:00:02:
00:00:16: Ich begrüße Simon Messner in meiner Sendung.
00:00:19: Lieber Simon, ich freue mich!
00:00:21: Schönen guten Morgen.
00:00:22: Guten Morgen, ich freu mich ab sehr.
00:00:24: Vielen Dank für die Einladung.
00:00:25: Das früheste Interview meiner Karriere um acht Uhr morgens muss ich jetzt mal sagen.
00:00:31: aber irgendwie passt es ja auch weil du bist Alpinist Bergsteiger hast auch einen Bergbauernhof Da bist du auch gerade, oder?
00:00:40: Richtig.
00:00:41: Also es ist für mich auch relativ früh für ein Interview muss ich sagen richtigerweise aber ja.
00:00:45: in meiner Tätigkeit als Bergbauer das bin ich seit ein paar Jahren geworden natürlich nicht als Bruderwerb aber um diese Höfe zu halten und als Bergsteiger und als frischer Familienvater sind alles Aktivitäten die relativ früh beginnen
00:01:00: Das stimmt.
00:01:00: allerdings darf ich fragen wie alt ist deine Tochter jetzt mittlerweile?
00:01:04: Die ist momentan gute achtzehn Monate noch sehr klein.
00:01:07: Oh Gott, oh Gott!
00:01:08: Ja ja ganz lieb aber sie hält uns sehr auf Trapp und du hast ganz richtig gesagt also wir befinden uns im Finchgau in Südtirol Also im westlichen Teil von Südtioll Auf einem wunderschönen Hügel nennt sich Juwal Und dort habe ich eben mit meiner Frau zusammen zwei Bergbauernhöfe übernommen die wir seit ein paar Jahren teilweise selber teils mit Pächterinnen und Pächtern versuchen zu betreiben Und da auch die ist einfach ganz, ganz einmalig und wunderschön.
00:01:36: Genau also das kann man sich wirklich so ein bisschen bilderbuchmäßig auch vorstellen.
00:01:39: Da gibt es auch ganz viele Tiere und so weiter und es ist wirklich recht idyllisch.
00:01:43: Also ich habe es ja auch gesehen.
00:01:44: Es gab eine Dokumentation kurz zu einem Kleinen darüber.
00:01:49: Da gibts auch alles Mögliche an Gefiege.
00:01:51: Also es ist alles möglich was ihr da... Ihr versucht wirklich so dass man sagt wirklich so einen Autark.
00:01:58: Man könnte ein autarkes Leben führen oder auf diesem Bauernhof?
00:02:02: Das könnte man, das könnte man sicher.
00:02:03: So ist diese Struktur gewachsen muss man sagen über hunderte Jahre.
00:02:08: Meistens ein sehr alter Ort.
00:02:11: die erste Niederschrift zum Hof selber.
00:02:13: Die stammt aus dem Jahr thirteenhundert und dreißig.
00:02:16: Es heißt dieser Ort ist vermutlich viel, viel älter aber das ist das erste Mal da wo er erwähnt.
00:02:21: Und diesen Hof ja der Wasser aus einem Schnallstahlbezitz, Gletscherwasser über einen Kilometer langes System aus Rinnen nennt sich Wahlsystem.
00:02:29: es auch sehr, sehr alt weil wir interessanterweise in einem der trockensten Orte der Alpen wohnen.
00:02:34: Also das sogenannte Finchger Sonnenberg hat interessanter Weise Steppenklima durch ganz starke Winde und sehr viel Sonneneinstrahlung, und es ist sehr speziell und natürlich müssen wir piregnen also künstlich Wasser zuführen in die Wiesen sonst haben wir da Wüste!
00:02:50: Also ein ganz spezieller wie du es richtig sagst sehr idyllischer Ort aber natürlich mit viel Handarbeit verbunden.
00:02:56: Heißt das auch jetzt, wo es so heiß war?
00:02:57: Dass es noch mal extra heiß bei euch war.
00:03:01: Ja also diese Klimaveränderung ist ein großes Thema.
00:03:05: die fällt mir am Berg selber mehr auf aber natürlich auch bei uns am Hügel.
00:03:10: Das heißt der Bund hat jetzt wirklich viele viele Tage wenn nicht Wochen nicht mehr geregnet oder nur minimale Mengen da durchschnitt natürlich normalerweise im Sonnenberg sind fünfhundert Milliliter im Jahr Niederschlag also sehr sehr wenig.
00:03:24: und ich würde sagen in den letzten Jahren hat aber das Niederschlag an sich etwas zugenommen sogar.
00:03:30: Also zugenomen dieser Hinsicht, dass diese Starkregenereignisse auch Juwalen nicht verschonen und wenn sie mal regnet richtig viel Wasser
00:03:38: kommt.
00:03:42: Jetzt bist du ja ein bisschen jünger als ich also noch in deinen Dreißigern.
00:03:50: Wie kommt denn diese... Du könntest ja jetzt auch sagen wir mal ein anderes Leben wählen Rein theoretisch, könntest du auch sagen.
00:03:59: Ich bin der Sohn von Reinhold Messner.
00:04:02: so ich mache jetzt einfach in eine Großstadt und dann gehe ich immer in Quiz-Shows als der Sohne von Reinold Messner.
00:04:08: Weißt du?
00:04:09: Wir machen ja viele!
00:04:11: Gehe immer im Boulevard, also bin immer im Boulevard irgendwie vertreten und gehe auf irgendwelche Premieren
00:04:17: usw.,
00:04:18: dass sowas kam für dich noch nie infrage.
00:04:22: Ja gut, also das wäre für mich kein lebenswertes Leben.
00:04:25: Also will ich es nicht falsch verstanden wissen.
00:04:27: aber erstens tue ich mir mittlerweile... da bin ich sehr offen Ich könnte nicht mehr in einer großen Stadt leben.
00:04:33: Da fängt schon mal an.
00:04:35: Die letzten Jahre habe ich doch sehr verändert Und das würde absolut meinem Wesen widersprechen.
00:04:41: Also ich habe sehr viele in meinem Leben machen können dürfen hat sich sehr oft ergeben Vom Klettern vom Filme machen eben ich hab Molekularpiologie studiert auch sehr spannend und dann selber Bauer machen, weil da einiges dabei.
00:04:54: Und ich muss sagen auch wenn es teilweise hart war habe ich immer was gelernt.
00:04:59: Und interessanterweise sogar vermutlich wie in den letzten Jahren wo's am härtesten ist lernt man am meisten.
00:05:06: Das möchte ich nicht missen!
00:05:08: Da könnte ich mir niemals vorstellen in Boulevard-Pressen von einem Tag zum nächsten Subfen also überhaupt nicht.
00:05:16: Aber es ist schon sozusagen die Prägung, die das ausmacht.
00:05:19: Also dass du wahrscheinlich dann so aufgewachsen bist, dass du eigentlich das Gefühl hattest auch, dass alles wunderschön so wie's ist und da möchte ich noch weiter und möchte noch viel mehr drüber lernen usw.
00:05:32: Es gibt ja auch manchmal Kindheiten, die genau das Gegenteil auslösen, dass man sagt, ich will das gar keinen Fall mehr.
00:05:40: Ihr Gut beim Klettern war's wahrscheinlich so in der Anfangszeit?
00:05:43: Ich habe zwei Schwestern, eines älter und eines deutlich jünger.
00:05:47: Da klettert niemand!
00:05:48: Also ich bin wirklich sozusagen neben meinem Vater der einzige, der einen Zugang zum Berg hat in unserer Familie und... ...ich weiß selber nicht woher das kommt.
00:05:56: Vermutlich sind schon diese Geschichten von früher die uns unser Vater erzählt hat und natürlich auch auf der Bühne erzählt hat sehr gut erzählt hat also ein wunderbarer Erzähler Und die haben mich anscheinend irgendwann geprägt.
00:06:07: und ja wies halt wie man als junges Kind, als junger Mann möchte.
00:06:11: eines Tages Möcht man verstehen ja, wie fühlt sich das überhaupt an in so einer Wand zu hängen?
00:06:15: und... Wie fühlt es sich an auf sieventas Meter durch frischen Schnee zu stapfen?
00:06:19: Und so ist diese Leidenschaft hier standen.
00:06:21: Und wie fühlst du's an?
00:06:22: Das kann ich jetzt mal direkt auswürfen.
00:06:24: Du hast nämlich auch gesagt... oder sagst du öfter mal im Interviews dass das Bergsteigen so vielfältig ist.
00:06:34: Ich will immer wissen aber was macht die Vielfalt aus?
00:06:36: Was sind so Beispiele?
00:06:38: Auch vielleicht ganz gegensätzlich ist oder so?
00:06:40: Ja sehr gern!
00:06:42: Also, schöne Frage muss ich sagen.
00:06:44: Ich komme ja wirklich von dieser Tradition des Bergsteigs.
00:06:46: Ich habe die schon mit den ganzen Familienfreunden, vieles im Bergführer und vieles in Alpinisten schon damals mitbekommen um was es eigentlich geht.
00:06:54: Und so mit war für mich auch in jungen Jahren schon klar dass ich möglichst viel mir entdecken möchte im Thema Bergsteigen klettern und dem Berg an sich.
00:07:05: Das ist ein sehr breites Feld.
00:07:06: Man muss sich vorstellen vom sommerlichen Klettern in den großen Dolomiten wenden.
00:07:12: Das ist immer ein Abenteuer, das ist immer entdeckerisch und spannend.
00:07:16: Man erlebt immer einiges.
00:07:17: Gestern bin ich in einen Gewitter gekommen.
00:07:19: Es hat uns platt schnapp geregnet, es gehört eben auch dazu.
00:07:22: Und dann da gegen Entwurf also wenn man im Hochwinter zum Beispiel in einer Nordwand hängt... ...das ist der absolute Kontrast!
00:07:28: Es ist kalt die Tage sind kurz Schnee versus Sonnenschein und Fels.
00:07:34: Also allein dieser Kontrast ist schon sehr groß.
00:07:38: Man kann natürlich auf Ski durchgehen, man kann Spoch klettern und Bouldern.
00:07:43: Also diese Aktivitäten sind sehr breit!
00:07:45: Und das Schöne ist... Man kann zu jeder Jahreszeit eine Aktivität in den Bergen finden und danach gehen.
00:07:52: Das war in den letzten knapp zwanzig Jahren meine große Leidenschaft.
00:07:57: Aber wenn du durch frischen Schnee stapfst irgendwie auf siebentausend Meter Höhe als Beispiel, Wie kann man das Gefühl beschreiben, wenn man es noch nicht erlebt hat?
00:08:10: Ist das ein Gefühl von Freiheit oder was ist es für einen Gefühl?
00:08:15: Dieser Freiheitsgedanke schwingt mit.
00:08:17: Aber ich finde der Begriff wird falsch verwendet wahrscheinlich.
00:08:21: Natürlich ist eine Art Freiheit, wenn ich dort hingehen darf wo ich hingehen möchte aber sie folgen einfach sehr anstrengend.
00:08:29: Also da spürt man sofort die Höhe und man muss sich vorstellen um dort hinzukommen und überhaupt auf sieben tausend Meter zu kommen, wenn man es nicht gerade mit einer herkömmlichen Expedition macht wo Scherpa helfen.
00:08:40: Wo viel Hilfe am Berg ist mit Hochlagern, mit Wichseilen, mit Unterstützung Dann muss man dort mal hinkommen Und dann wiegt der Rucksack mindestens ja dreiundzwanzig fünfundzwantzig Kilo.
00:08:54: Man trägt den natürlich selbst.
00:08:56: Die Höhe also ich würde sagen wirklich ab siebentausend wirds verdammt anstrengend.
00:09:00: Das heißt man macht ein paar Schritte dann hat man den Puls so hoch, dass man kaum noch Luft bekommt und muss atmen.
00:09:07: Dann sinkt dieser Puls interessanterweise relativ schnell wieder.
00:09:10: Man bekommt mehr Sauerstoff und das Gehirn gaukelt einem vor jetzt kann man wieder gehen aber vielmehr ein paar Schritte sind nicht möglich und dann atmet er wieder.
00:09:21: also so ungefähr findet es statt.
00:09:24: Und das Schwierige ist eigentlich für den Kopf weil man ja für die gleiche Strecke die man auf Seehöhe in ... zwanzig Minuten machen, könnte in der Höhe einfach zwei Stunden braucht und... das zieht sich alles unglaublich in die Länge.
00:09:37: Und da hilft es wenn man ein bisschen eine Sturheit mitbringt für die Höhe.
00:09:44: Ja gut aber auch ne Disziplin.
00:09:45: wahrscheinlich und sehr zielorientiert muss man ja auch sein dass man nicht sagt irgendwann so ist mir jetzt einfach zu doof ich kehre einfach wieder um.
00:09:53: Klar!
00:09:54: Klar!
00:09:54: Das ist wahrscheinlich also diese gewisse... ja Sturrheit wird's gar nicht sein sondern dieser gewisse Wille.
00:10:00: Den braucht es unbedingt und der ist viel wichtiger denke ich als die physische Voraussetzung.
00:10:06: Das heißt, wenn man etwas wirklich will und ich finde das im Alltag sehe ich das auch oft genug Es hilft deutlich mehr als jetzt ein wirklicher Profi in diese Richtung zu sein.
00:10:16: Aber klar!
00:10:16: Wenn man schon auf halbwegs sagt jetzt lasse ich sich drehe um was natürlich kann also das ist ja seit möglich und meistens dann wird man selten davon in den Gipfel kommen durchbeißen und das muss man lernen, denke ich.
00:10:29: Das ist ein Lernprozess.
00:10:31: Also dieses Aushalten auch von Kälte, von Anstrengungen, von Entbehrungen... ...das lernt
00:10:37: man als Bergsteiger.
00:10:38: Und ich denke, dass kann man ins Leben auch
00:10:39: mitnehmen.".
00:10:42: D.h.,
00:10:43: hast du Erinnerung daran, dass du sagst okay es gab so die ersten Male wo ich irgendwie mal vielleicht eine Tour gemacht habe, die vielleicht auch ja wo ich wirklich an meine Grenzen gekommen bin?
00:10:52: Wo ich dann wirklich gemerkt habe jetzt muss sich die Entscheidung treffen mach gehe ich weiter oder gehe ich wieder kehrig um?
00:10:58: Gab es solche Momente?
00:11:00: Also wo du gesagt hast, das ist wirklich zu viel jetzt gerade.
00:11:03: Ja ja jede Menge!
00:11:04: Ich muss auch sagen dass ich ein relativ ängstliches Kind war.
00:11:07: interessanterweise, also ich hatte Höhenangst und das ging gar nicht für mich.
00:11:11: Es war wirklich ein Ego-Problem zu verstehen oder zu hinterfragen.
00:11:15: Ich habe Höhen angst, ich komme mit der Höhe gar nicht zurecht.
00:11:18: Und da war ich in der Bubartate.
00:11:19: Das hat angefangen.
00:11:21: bei den letzten vierzehn Jahren habe ich das erste Mal gespürt Und mit fünfzehn Jahren habe ich vielleicht mit dem Klettern begonnen und da war diese Höhenangst wahnsinnig präsent.
00:11:30: Und vielleicht war es sogar, dass nicht akzeptieren, dass sich dieser Art Angst haben oder dieses Unbehagen das mich weiter klettern lassen.
00:11:38: Also ich wollte wissen wo kommt diese Angst her?
00:11:40: Wieso kann ich damit nicht umgehen?
00:11:42: Das war ein großer großer Lernprozess.
00:11:47: Hast du heute noch Höhen angst hängst du an der Wand und denkst ach du scheiße.
00:11:51: also wenn ihr nach unten guckst ist das weg.
00:11:54: Ja, tu ich nicht gern.
00:11:56: Aber es ist natürlich viel besser als früher.
00:11:58: Ich würde auch sagen Angst ist der falsche Begriff mittlerweile.
00:12:01: Es war früher eine Panik also tatsächlich zwei Meter über dem Boden auf einer Leiter war schon Panikzustand bei mir.
00:12:08: Das ist natürlich weg aber so ein ganz tiefes Umbehagen und irgendwo weit versteckt in meiner Psyche sozusagen der Gedanke was passiert wenn ich da hinunter fall das ist geblieben
00:12:21: Aber das macht für mich... Haben das nicht vielleicht auch alle Bergsteiger?
00:12:24: Also, alle ganz sicher nicht.
00:12:26: Ich kenne doch relativ viele und die meisten Freunde sind von mir Bergsteigern, da haben das nur ganz wenige.
00:12:32: Es gibt Leute, die dieses auch gewisse Umbehagen mitbringen für die Höhe aber die klettern dann im Regelfall nicht so viel wie jetzt mein Umfeld.
00:12:42: ich denke es ist eher jetzt nicht ganz häufig bei Leuten, die viel klettern.
00:12:47: Aber es gehört zu mir!
00:12:48: Und ich habe gelernt umzugehen Und ich würde sogar heute sagen, ich bin oft sehr dankbar.
00:12:54: Weil eine Angst ja auch immer was Positives hat.
00:12:56: Das ist ja eine Art Stink die uns mitgegeben wurde und sagt bis hierher nicht weiter weil da geht es runter das wird gefährlich.
00:13:03: Ja, ja natürlich.
00:13:04: also das kann ich natürlich absolut nachvollziehen.
00:13:06: Ich hätte natürlich auch ein gewisses Unbehagen wenn nicht da in so einer Wand hängen würde.
00:13:11: Aber nichtsdestotrotz ist es ja interessant bei dir weil du bist ja alpinist Bergsteiger Du machst das ja dann immer wieder.
00:13:17: du hast wahrscheinlich auch einen Drang In den berg reinzugehen also wieder den bergt zu beschleigen Wahrscheinlich oder.
00:13:25: und dann wie vereint aber Kannst du dass dann?
00:13:28: Also wie ist das denn?
00:13:30: Wie passt das denn dann zusammen?
00:13:31: Also wenn du letzten Endes sagst, ich hab den Drang aber auf der anderen Seite habe auch Angst.
00:13:35: Du hast so einen Weg gefunden dass du das vereinbaren kannst.
00:13:38: eigentlich.
00:13:39: Ich habe diesen Weg für mich gefunden, was ganz richtig ist gesagt eben Drang.
00:13:44: Das spielt beim Bergsteigen häufiger eine Rolle als wir uns eingestehen wollten.
00:13:48: also wenn jemand ein wirklich guter Alpinist ist oder wurde Dann ist er auch getrieben ein Stück weit.
00:13:54: Sonst würde nicht so viele Jahrzehnte so viel Energie da hineinlegen, aber ich kann es nachvollziehen natürlich.
00:13:59: Ich komme auch aus dieser Richtung und ich weine Zeit lang, jetzt heute weniger weil mir auch die Zeit fehlt... Aber ich war eine Zeit lang vor allem während der Studienzeit ganz eindeutig getrieben.
00:14:08: also ich konnte nicht bei einem schönen Tag drinnen sitzen.
00:14:11: das hat mich zerrissen innerlich.
00:14:13: Also ich musste hinausgehen irgendwas hat mich hinausgetrieben um gewisse Erfahrungen zu machen vielleicht mich auch auszuschöpfen Weil als Bergsteiger ja natürlich immer mit körperlicher Anstrengung verbunden ist.
00:14:27: Und in Kombination denke ich, was mir auch ganz viel bedeutet ist diese Konzentration.
00:14:33: Die ich nur vom Berg steigen kann!
00:14:35: Also dieser absolute Fokus aufs Jetzt und da schaffe ich sogar die Höhe zu verdrängen also dass sie einfach weg ist.
00:14:42: Ich bin so im Moment und in der Bewegung gefangen und im Grunde mit meinem Kopf und einem ganzen Tun.
00:14:48: Dieser Tritt und diese Bewegung und dieser kleine Griff Das hat mir geholfen oder hilft mich immer noch die Höhen zu verdrengen aber... Am meisten fällt mir diese Höhe auf, wenn ich an den Standplätzen warte und dem Partner zuschaue beim Klettern.
00:15:01: Das ist ganz schlimm.
00:15:04: Also selber machen gefällt sich viel leichter
00:15:06: an.
00:15:08: Ist das denn bei euch auch vor deinem Vater?
00:15:11: war das auch Tradition?
00:15:12: Da habe ich mich gar nicht informiert aber war auch sozusagen in der ganzen Messner Linie?
00:15:16: sind die schon immer geklettert?
00:15:19: Also da muss ich noch weiter zurückgehen.
00:15:21: Das Schöne ist ja beim traditionellen Bergsteigen so nennt man es heute Also nicht Sportlettern, sondern traditionell.
00:15:29: Dass es eine sehr lange Historie hat.
00:15:31: Zweihundertseptzig Jahre in etwa.
00:15:33: Da ist der Albinismus entstanden in den Alpen.
00:15:36: Geht einher mit der Industrialisierung wo's überhaupt möglich wurde für ne kleine Schicht der Menschheit nicht zu arbeiten?
00:15:42: Das muss man auch sagen!
00:15:43: Es ist eine Erscheinung die nur mit diesen Entwicklungen hergegangen und möglich wurde.
00:15:48: Die Bauern werden nie auf die Idee gekommen zum Bergsteigen zu gehen weil sie hatten einen Tag aus Arbeit.
00:15:54: Aber in meiner Familie ist es, jetzt Tradition ist übertrieben.
00:15:58: aber auch mein Opa ging gerne in die Berge.
00:16:01: Hat auch seine Kinder teilweise mitgenommen.
00:16:04: allerdings kam er schon relativ jung verwundet aus dem Krieg heim und ich denke allein diese Tatsache hat Indisklettern sehr schwierig gemacht.
00:16:13: Aber ja über drei Generationen mindestens wird bei uns in die berge gegangen.
00:16:18: Ja, ich frag mich nur woher sozusagen auch vor allem der Drang den wir jetzt so benannt haben oder die Leidenschaft dafür.
00:16:25: also wo das herkommt frage ich mich halt ist es dann eben?
00:16:29: Also?
00:16:29: dann wären die antworten ja möglicherweise die Also frühkindliche Prägung oder generell Prägungen vielleicht in der Kindheit.
00:16:37: Wie wird man denn ein toller Bergsteiger?
00:16:40: Wahrscheinlich muss man erst mal in der Gegend leben, könnte ich mir ja vorstellen.
00:16:43: Das ist wahrscheinlich einfacher als wenn du zugereist bist.
00:16:46: Als wenn wir jetzt irgendwie hier... Ich komme in der Nähe aus Frankfurt und sage, ich werde jetzt Bergsteigern.
00:16:53: Das glaube ich schwieriger wahrscheinlich.
00:16:56: Genau!
00:16:57: Es ist wahrscheinlich viel.
00:16:58: vernahler als wie alle meinen, es ist tatsächlich so.
00:17:01: wir haben diese Berge direkt vor der Haustür und da das natürlich liegt auf der Hand.
00:17:06: Während würden wir mehr leben würde ich heute fischen wahrscheinlich oder surfen aber wir haben eben diese berge vor der haustür.
00:17:14: damit ist das umfeld schon gegeben und ja dann muss es aber jeder und das bin ich ganz eindeutig jeder muss für sich entdecken.
00:17:24: Also ich kenne genug Leute, die ein bisschen klettern und dann eigentlich sie wieder lassen.
00:17:29: Um wirklich besser zu werden um große Routen zu klettern muss man schon sehr viel Zeit investieren aber ich habe das immer sehr gern getan mit der Tatsache da bin ich sehr ehrlich eben dass es auch entrang ist.
00:17:40: also es ist beides Man tut's sehr gerne Aber irgendwann ist man auch getrieben Und wahrscheinlich kommt es daher auch relativ banal.
00:17:49: Wir haben in unserem Körper ein System, das uns belohnt.
00:17:53: wenn wir zwei Stunden vom Handy auf solchen Media hängen ist ein ähnlicher System dieses Natural diese Dopaminflut.
00:18:05: die haben wir in uns.
00:18:05: Die tragen wir in Uns aber die können wir am Berg auch spüren Wenn wir denken Wir hatten mehrere Stunden an uns angestrengt Hatten Angst mussten konzentriert sein und dann kommen wir auf den Gipfel erreichen mit dem Gipfel Man kann es wirklich nennen, natural high.
00:18:21: Ein natürliches High, ein natürliches Hochgefühl und das ist sehr stark.
00:18:27: Und ja, das treibt uns sicher auch immer wieder in die Berge.
00:18:30: Es gibt diese Suchtparallelle, würde ich sagen.
00:18:34: Ja, ist auch wie so positiver Stress oder?
00:18:36: Also dass man letztens irgendwie... Dass man da klettert und uah!
00:18:40: Aber irgendwie ist es auch geil, aber irgendwie ist das auch schrecklich, aber so anstrengend, aber trotzdem auch toll.
00:18:45: und also so eine Mischung wahrscheinlich aus allem.
00:18:48: Das ist die Mischungen und ich denke wir Menschen Wir sind hier auch nicht schwarz und weiß, wir sind ja auch eine Mischung in dieser Hinsicht.
00:18:56: Und oft widersprüchlich!
00:18:58: Also ich habe mich sehr oft selber dabei adappt dass sich gerade etwas macht was ich eigentlich nicht machen möchte sondern ganz was anderes und kein Maritain.
00:19:05: des Anderes will ich das machen was ich jetzt gerade nicht mache.
00:19:07: also der Mensch ist glaube ich auch widersprüchlich und lebt sehr oft in dieser Wunschvorstellung.
00:19:13: ein gutes Beispiel ist zum Beispiel eine Expedition.
00:19:17: Natürlich freut man sich sehr, dort hinzufahren diesen Berg zu sehen.
00:19:21: Man freut sich auf die Erlebnisse der auf einen warten.
00:19:24: aber kaum ist man zwei oder drei Wochen im Pakistan will man einfach nach Hause und die Familie sehen.
00:19:28: also auch das ist ein Widerspruch und vielleicht fahren wir nur weg um nach Hause zu kommen.
00:19:33: es kann nun sein
00:19:37: Was hältst du denn von so, wie Massentourismus auf Bergen?
00:19:41: Ich weiß nicht ob das heute immer noch so gibt.
00:19:44: Ich habe daran noch nicht teilgenommen aber wo mein letztes Endes hochgeführt wird.
00:19:48: Von irgendwelchen Schärpers oder was auch immer und da liegen schon die anderen Vereisten oder die es nicht geschafft haben kann sein dass du mal einen siehst der irgendwo liegt.
00:19:56: Aber du gehst trotzdem immer weiter zum Gipfel.
00:19:59: Was hältste so von sowas?
00:20:02: Das ist in den letzten Jahren sehr massiv hat das zugenommen?
00:20:06: Es ist auch, würde ich selber sagen ein Problem geworden teilweise.
00:20:11: Also es fängt schon in Südtirol an.
00:20:13: wir haben hier sehr viele Gäste.
00:20:15: natürlich lebt das Land davon.
00:20:16: Ich will überhaupt nicht negativ reden aber sie sind punktreicht.
00:20:20: ich muss nur kurz zwei Zahlen nennen.
00:20:23: also Südturol ist ein sehr kleines land und hat gute fünfhunderttausend Einwohnern und achtunddreißig Millionen Nächtegungen.
00:20:30: Das ist eine Summe die überhaupt nicht mehr im Verhältnis steht.
00:20:33: Und hier haben wir schon auch Tendenzen, die Richtung Über-Tourismus
00:20:36: geht.
00:20:37: Also wo hunderte Leute oder tausende Treizinnen zum Beispiel an einem Tag wie eine Ameisenstraße da hinauf wandert und ja es ist schwierig.
00:20:49: also ich will nicht sagen dass man das nicht mehr tun darf.
00:20:51: natürlich die leute wollen ins gebirge und sie dürfen ins Gebirge.
00:20:54: aber wenn wir zum everest schauen zu einem Platz der einer der entlegensten Plätze dieser Erde wäre und dort sieht wie's zugeht da sitzen ja sechstausend leute im Basislager Da fliegen Ununterbrochen, zwei-drei Hubschrauber, rollen Leute vom Berg und bringen Medikamente rauf.
00:21:12: Es ist Wahnsinn!
00:21:14: Es sind Tausende Zelte am Berg die teilweise der Wind zerfetzt nach ein paar Wochen weil sie liegen dann da herum.
00:21:20: also auch ein Müllproblem.
00:21:22: Ja wir sind sehr viele Leute auf dieser Erde.
00:21:25: Ich versuche diesen Trend so gut ich kann auszustellen aber es ist natürlich trotzdem da.
00:21:30: Also das beschäftigt mich sehr Und ich bin heute nicht sicher, ob der Mensch nicht... Also es hat oft ab und zu den Anscheinen, dass der heutige Mensch, der moderne Mensch extrem intelligent ist was Detailfragen betrifft.
00:21:48: Wir haben Sachen begonnen bei der ganzen Computertechnik bis zur Molekularpiologie.
00:21:55: wir können Gene verändern also sehr detail ins Detail gehen aber das große Ganze habe ich das Gefühl kann der Menschen nicht überblicken.
00:22:04: Also auch wenn er es versteht, was seine Summe auf dieser Welt fabriziert.
00:22:08: Er kann's nicht begreifen und da gehts mir ähnlich.
00:22:12: also ich sehe natürlich diese Müllproblematik in Indien, in Asien die Klimaveränderung Mikroplastik also es liegt sehr viel in der Luft.
00:22:20: aber das große Ganze zu überbrücken und wirklich zu verstehen und aufzuwachen Da tun wir Menschen uns sehr schwer.
00:22:26: Also könnte man nicht auch sagen, er tut sich schwer damit wie seinem eigenen Wesen herzuwerden.
00:22:32: Also dass man sagt man hat diesen Drang und man will irgendwie die ganze Zeit auch die Gier aber auch dieses ich mein vielleicht das einzige Leben was ich habe Ich möchte alles mitnehmen und dann halt über Leichen gehen manchmal wortwörtlich
00:22:45: Ja Ganz ganz eindeutig du ist es vorher schon ganz schön angesprochen also wir Menschen jeder für sich Ist ja besteht erstes zu mehr sehr vielen Aspekten.
00:22:55: Wir tragen eine Genetik in uns, die uns sozusagen einen gewissen Weg vorgibt.
00:23:00: Wir werden alle geprägt von unseren Eltern also die Erziehung ist sehr prägend und dann formt auch das Leben uns.
00:23:06: Also das Leben formt uns schon, gewisse Erfahrungen natürlich Und in Summe sind wir sehr komplex.
00:23:12: aber was du richtig sagst und das glaube ich könnte man so stehen lassen Tragen wir eben sehr viel Vorgegebenes in uns wo wir uns ganz schwer schwer schaffen zu befreien vor diesen Drang immer mehr haben zu wollen.
00:23:27: Das steht sicher in uns, das war früher ein Überlebensinstinktenmechanismus jetzt die Sachen die Früchte zusammen um sie später zu haben.
00:23:36: aber genau das wahrscheinlich treibt uns irgendwann auch in den Abgrund weil die Natur nicht gedacht hat dass es mal eines Tages Milliarden von uns geben könnte.
00:23:46: Ja ja genau also wir finden selber keine Grenze.
00:23:50: das ist das Problem.
00:23:53: Also nicht falsch verstehen, wir haben die Natur ausgesetzt ein Stück weit.
00:23:56: Natürlich durch Impfungen, durch eine wahnsinnig gute Gesundheitsversorgung.
00:24:01: Gott sei Dank haben wir das heute im Westen.
00:24:03: aber wir hebeln natürlich der Natur aus.
00:24:06: also dieser Mechanismus der sozusagen die ganze Natur regelt durch Auslese den gibt es im Mensch sein nur noch ganz ganz ganz wenig nur ganz schwach vorhanden und das ist nicht schlecht oder gut es ist nur Tatsache.
00:24:20: Aber eben es könnte ein Problem werden.
00:24:21: ja Ich stelle mir nur gewisse Fragen, ich will überhaupt nicht.
00:24:26: Ja klar.
00:24:28: Ich denke mir auch immer, das ist so wie wenn man.
00:24:30: also ich könnte mir vorstellen dass es parallelen gibt zwischen... Das kennt man ja bei Astronauten.
00:24:36: die sehen die Erde zum ersten mal von oben aus dem Weltraum und das verändert sie total.
00:24:42: Auch den Blick auf alles verändert sich dadurch.
00:24:45: Ich kann mir aber vorstellen auch wenn du die Erde nicht ganz voll oben siehst, aber schon höher als wir alle anderen, dass dich das auch sensibilisiert hat wahrscheinlich oder für für die Natur, für Klima.
00:24:56: Für alles Mögliche, dass du das ein bisschen mehr wahrnimmst weil du halt da auch lebst also weil du quasi in der Natur mehr drin bist als wir anderen.
00:25:05: ja?
00:25:08: Ja ohne mich jetzt selber deine spezielle Rolle geben zu wollen aber ich denke ja es ist so.
00:25:13: Das heißt wenn man über... Aber es ist generell wenn man eine Dätigkeit über viele viele Jahre tut erstens wird man sehr sensibel.
00:25:21: Ich bin sehr sensibil geworden eben für die Zunahme von Steinschlag.
00:25:25: Das fällt mir einfach seit ein paar Jahren massiv auf, dass der Steinschlag bei uns in den Alpen aber nicht nur einen Alpen auch im Karakorum, auch im Himalaya massiv zunimmt und das deckt sich sehr mit den Daten, die wir dazu haben.
00:25:37: also diese Klimaveränderung, ich sage extra Veränderungen, Nichterwerbung weil momentan fällt mir vor allem diese Fluktuation, diese Veränderung auf.
00:25:44: es gibt lange Zeit keinen Regen oder einen ganz starken Regen zum Beispiel eine solche Veränderungs.
00:25:50: Ja ganz klar wird man da sensibel Ganz eindeutig.
00:25:54: Und ich hatte das große Glück, das muss ich sagen schon als relativ kleines Kind große Teile der Welt sehen zu dürfen.
00:26:00: Also bedanke ich meinen Eltern und vor allem meinem Vater, den es da mitgenommen hat!
00:26:05: Und auch da sehe ich eine große... also dann wurden mich schon als achtegeger.
00:26:08: Bub wurde mir sozusagen sehr sensibel für die Müllproblematik weil ich damals nach Indien gereist bin.
00:26:15: Und in Indien wie wir alle wissen liegt wahnsinnig viel Plastik herum.
00:26:21: Ja das bewegt, es hat mich sehr bewegt und bis heute sozusagen.
00:26:25: Ich würde am liebsten uns alle also mich auch schütteln und sagen wir müssen aufwachen aber so leicht geht's nicht.
00:26:31: Und ja Das ist mir einfach aufgefallen in den letzten Jahren.
00:26:35: Aber man darf nicht, das muss ich mir immer vornehmen Nicht in dieses schwarzmalerische hinein driften.
00:26:42: Sondern natürlich sind das Probleme die kommen auf uns zu Die sind teilweise auch schon da Aber die gab es wahrscheinlich in der Römerzeit in anderer Form auch schon irgendwie.
00:26:49: Auch die Römern haben schon gesagt, die Jungen, die Jugend ist faul sie arbeitet nicht mehr.
00:26:54: Also erscheint als würde sich auf die Geschichte ein Stück weit wiederholen und da darf man eben nicht ins schwarz-malerische Abtriff.
00:27:02: Naja ich glaube auch vor allem so der erhobene Zeigefinger.
00:27:05: also ich denke immer man kann ja darauf hinweisen.
00:27:07: aber in dem Moment wenn man natürlich sagt so... Vor allem auch wenn man sagt Ich machs besser als ihr Wenn das so mitschwingt dann wird's immer schwierig Stimmt,
00:27:17: stimmt.
00:27:18: Also da muss ich zu meiner Verteidigung sagen, ich mache es eben leider nicht besser!
00:27:20: Ich würde's gerne machen oder ich bemühe mich... Der Hof vielleicht ist einfach...
00:27:25: Bistellst du auch bei Amazon?
00:27:27: Also kommen da auch so Pakete auf den Bergbauernhof?
00:27:30: Nein das wird nicht gefunden.
00:27:31: also muss ich kurz erklären.
00:27:33: Wir sind schon wirklich am Berg.
00:27:36: Das findet der Amazon Boote wenn er käme sicherlich nicht.
00:27:39: Wir können auch keine Pizza rufen und es geht alles nicht sondern wir müssen da schon Vorausplanen und kaufen.
00:27:44: meistens, ja.
00:27:45: Oh Gott keine Lieferdienste!
00:27:47: Ich habe das in letzter Zeit so hier entdeckt dass ich mir auch manchmal Lebensmittel per liefern Dienst kommen lasse.
00:27:52: Da hätte ich gar keine Chance auf den Berg, das ist ja blöd.
00:27:57: Das ist eine Stadt viel leichter natürlich.
00:27:59: Also es ist ein anderer Entwurf, ein anderer Lebensentwurf Und ich bin da ja auch hinein gerutscht.
00:28:04: Ich muss sagen ich bin ja vorher... Ich hab auch elf Jahre in Innsbruck gelebt Eine kleine Stadt aber sehr feine Stadt Und dann dieser.. Es ist ein Kontrast Amtberg zu leben.
00:28:14: Die Winter sind sehr lang auf dem Mal, aber ich genieße das.
00:28:17: Vielleicht muss man der Typ dazu sein und ich verbringe einfach sehr gerne mit dir nicht unbedingt die ganze Zeit unter Menschen sein.
00:28:25: Also sicher eine Typ-Sache!
00:28:28: Und ja es schwingt auch mit wenn wir jetzt auf diesen Hof zu sprechen kommen den wir weiter bringen versuchen wenigstens.
00:28:37: Da schwingte auch dieser Gedanke mit.
00:28:40: nur wenn es jemand versucht zu halten, also diese Betriebe weiterführt ist eben auch eine Tradition wie das Klettern auch.
00:28:48: Nur dann werden sie bestehen bleiben.
00:28:50: Das ist nicht dasses Leben dadurch einfacher wird, ganz bestimmt nicht, das kostet sehr viel Geld.
00:28:55: aber Wenn's niemand macht, dann werden auch die Höfe aussterben.
00:28:58: und das ist schon mein Hintergedanke es nicht aufzugeben und so lang zu probieren, solange uns Freude macht Und man kann nur lernen... Also meine Aussage Wenn man nach fünf Jahren gesagt hat also deshalb will ich auf keinen Fall machen, habe ich auch schon viel gelernt.
00:29:16: Die Erkenntnis ist eben das möchte ich nicht weitermachen und so habe ich mich bisher durch mein Leben gewurschtelt muss man sagen da war vieles dabei.
00:29:24: Ich finde das ja trotzdem interessant.
00:29:25: Du hast eine Familie, deine Frau macht das so mit?
00:29:31: Ist die auch so geprägt?
00:29:32: Also ist sie auch so... ich meine es ist ja auch ne Entscheidung.
00:29:34: oder zu sagen wir machen so einen Bergbauernhof.
00:29:38: also nicht alle jungen Leute sagen das ist ne geile Idee sondern manche sagen zum Beispiel...
00:29:45: Ja na gute Frage!
00:29:50: Es hat auch in der Zeit lang gebraucht gute Arbeit, die er wirklich vermisst hat in Innsbruck.
00:29:59: Und es kam der Punkt wo wir entscheiden mussten.
00:30:02: also entweder wir verkaufen den sofort hätte zwar niemand so schnell genommen weil einen Bergbauernhof einen sogenannten geschlossenen Bergbauerhof ist ein ganz altes Gesetz.
00:30:12: das heißt der Hof darf nicht verändert werden muss so wie er steht und liegt bleiben im Fläche in der Ausführung und wir müssen diesen historischen Hof auch erhalten nach gewissen Vorgaben.
00:30:22: Das kann man auch als eine Art Bürde sehen.
00:30:25: Nur um das Verständnis der Halt des Hofes kostet bei Weiten mehr, als wir überhaupt damit verdienen können.
00:30:31: Das heißt es bleibt immer die Frage wie machen wir weiter?
00:30:34: Weil ihr neben der Hofarbeit auch immer für Geld gesorgt werden muss.
00:30:38: Also das ist eine große Baustelle aber wir sind dabei und es hätte ohne sie, ohne meine Frau niemals funktioniert.
00:30:45: also diese Entscheidung mussten wir zusammen treffen und das haben wir getan.
00:30:50: Jetzt investieren wir alles, was wir an Zeit und Geld und Mittel haben in Motivation.
00:30:55: In diesen Hof!
00:30:57: Und wir wurschen uns durch... ...und das hat meine Frau mitgespielt.
00:31:01: Gott sei Dank.
00:31:02: Ihr werdet euch auch nicht zu viel, muss ich gerade mal zwischendfragen.
00:31:06: also weil ihr habt ja sicherlich auch Kontakt zu anderen Menschen so weit abgeschieden ist es auch nicht aber trotzdem man sitzt sich ja vielleicht auch zu lange aufeinander manchmal
00:31:18: Ja, kommt natürlich schon auch vor.
00:31:19: Aber sehr wenig muss ich sagen weil jeder seine Aufgabe hat und weil wir eigentlich untertags uns gar nicht so viel sehen.
00:31:26: Das heißt jetzt sind wir gerade dabei das zu ändern wie mir eben eine Tochter bekommen und da wurde die Zeit tatsächlich zu knapp für so einen großen Hof.
00:31:35: Wir haben uns Hilfe geholt, eine Bächterin einer Junge die uns hilft.
00:31:39: aber bis es soweit war hatte jeder seine Aufgaben.
00:31:42: Ich habe mich vor allem um die Tiere gekümmert Die scharfe Eselpferde, Ziegen gab es teilweise Schweine.
00:31:48: Und meine Frau vor allem um die Ferienwohnungen und Hausgäste... ...und natürlich das Wässern, Bewassern und die ganze Landwirtschaft haben wir uns teilweise aufgeteilt aber so viel haben wir als Untertags nicht gesehen.
00:32:00: Das heißt zuviel wurden wir uns eigentlich nichts sondern wir haben uns weiß ich wie wir es geschafft haben.
00:32:06: bis heute haben wir es erhalten dass wir uns sehr gut ergänzen und füreinander da sind wenn's ... so schwierig wird.
00:32:11: Also wir ergänzen das einfach sehr, sehr gut!
00:32:13: Das ist vielleicht ein Glück...
00:32:15: Es ist ja toll!
00:32:16: Ich meine es ist absolut... ... vorbildlich fast oder beziehungsweise auch wahrscheinlich so ein bisschen wie es überall ist.
00:32:23: Egal ob man jetzt auf dem Berg lebt und woanders.
00:32:26: Und weil du sagst, dass wir sehen uns gar nicht so oft,... ... kann ja auch so ein Geheimnis sein für eine gute Beziehung.
00:32:33: Ja, ich zureinander bicken sicher nicht teilsam?
00:32:37: Es ist
00:32:37: ja wie das Heim kommen.
00:32:39: Ich gehe auf Expedition, um wieder heimzukommen und zu sehen was ... Wie schön bist du Hause haben?
00:32:43: Und so sehe ich eine Partnerschaft auch!
00:32:45: Also es ist sicher ab und zu heilend auch mal zu gehen, um dann mit großer Freude zurückzukommen.
00:32:52: Das muss eine Beziehung aushalten.
00:32:55: Man kann theoretisch bei euch wohnen also in diesen Ferienwohnungen.
00:32:58: Das ist theoretisch möglich und das heißt aber auch man kommt Man schafft es schon irgendwo zu diesem Bergbauernhof, muss man da direkt hinfahren oder muss man irgendwann laufen?
00:33:07: Oder bergsteigen.
00:33:08: Wie kommt man dahin?
00:33:10: Man kann mit dem Auto hinfahren wie zu den meisten Höfen mittlerweile in Südtirol.
00:33:15: allerdings so lang gibt's die Straße nicht.
00:33:16: also in den achtziger Jahren wurde sie gebaut.
00:33:19: davor sind die Bauern wirklich mit Holzkarten und Kühen install gefahren.
00:33:24: das muss man sich vorstellen so lange her ist es auch nicht.
00:33:27: Das ist eine gute vierzeig Jahre, fünfzig Jahre verrückt.
00:33:30: Heute gibt es eine Straße die dort hinaufährt und der Hof ist nicht unglaublich hochgelegen.
00:33:35: also er liegt auf achthundert Meter.
00:33:37: das ist schon eher noch tief aber trotzdem ein Bergbauernhof.
00:33:41: nur die Straße.
00:33:42: ich habe auch Gäste erlebt gar nicht so selten Die Schweißgebadet aussteigen bei uns am Hof aus dem Auto und sagen da fahren wir nie mehr hinunter.
00:33:49: das ist ja unverantwortbar.
00:33:52: Es ist eine typische Südtiroler Straße, aber sie ist sehr schmal und es ist exponiert sagen wir.
00:33:58: Ja also weiß ich habe früher öfter mal Urlaub gemacht in der Schweiz in Grindelwald weil meine Mutter meines Kindes die Eltern hatten einen festen Campingwagen auf so einem Campingplatz das direkt auf die Eiger Nordwand geschaut ja?
00:34:13: Und wenn wir irgendwie ein bisschen Ja, also natürlich nicht so jetzt... Also nicht vergleichbar mit dem was du machst aber einfach eher touristisch.
00:34:21: wenn man einfach hochgelaufen ist oder mit der Bahn hochgefahren ist.
00:34:25: So kleine Scheiläck und was da alles so gibt und so.
00:34:29: Dann merkst du trotzdem diese Gewalt teilweise der Natur.
00:34:35: in der Schweiz ist es auch so dass nicht alles wenn du einfach so läufst da einfach über ein Berg und dann kommt da irgendwo so einen Abgrund.
00:34:41: Und in Deutschland hättest du da überall Schilder und so Abgrenzungen, wo ich sage, ach du Vorsicht!
00:34:47: In der Schweiz gar nicht?
00:34:48: Da bist du eigenverantwortlich und das ist für deutsche Kinder wie ich bin erst mal ungewohnt.
00:34:57: Also auf einmal merkst du, dass es die richtige Natur... Das ist auch nicht vergleichbar mit einer Natur in der Schweiz, jetzt nicht vergreichbar mit eine Natur in Deutschland.
00:35:08: Das ist so eine Macht, die du überall spürst.
00:35:13: Das kann man gar nicht erklären.
00:35:15: Das muss man halt selbst erleben glaube ich ja.
00:35:19: Du hast da ganz viel gesagt richtig?
00:35:21: Richtig!
00:35:21: Also erstens die Schweiz natürlich könnte niemals die ganzen Abgründe beschildern weil die Schweiz einfach so viele hohe Berge hat.
00:35:28: Ist einfach nicht möglich.
00:35:30: Es liegt also in der Natur selber der Schweiz.
00:35:34: Ganz eindeutig und ich dabbe mich jetzt selbst auch dabei Wenn ich zurückdenke, als junger Bub sehr naiv kannte ich auch die Berge natürlich bei uns vor der Haustür.
00:35:44: Aber das sind jetzt nicht so hoch!
00:35:45: Ich kann sie eher von Bildern aus Büchern und Erzählungen.
00:35:49: Und dann bin ich da selber mal hingegangen und ich bin erschrocken wie du richtig sagst für diese gewaltigen Natur
00:35:55: was
00:35:55: sich plötzlich vor dir steht.
00:35:57: Dann vergehen vielleicht ein paar Monate, ein zwei Jahre und dann kommst du erst einmal in einen Gewitter am Berg.
00:36:02: Das ist aber ein so eindrückliches Erlebnis dieser Natur der Aßen, dermaßen ausgehen liefert zu
00:36:09: sein.
00:36:09: Das bleibt!
00:36:11: Und dann vergeht wieder ein paar Wochen und du musst dein Biwak machen und schläfst keine Sekunde hast nur kalt bis zum nächsten Tag fix und fertig und auch das bleibt.
00:36:21: also ich will damit sagen diese Erlebnisse die wir in dieser großen Natur machen teilweise so einprägsam dass wir sie einmal machen müssen um sie zu begreifen und die bleiben uns.
00:36:31: Also ich werde heute beim ersten Blitz so weich früher vielleicht nicht Da erstes einen den Finger aufhebt und sagt, nein bei Gewitter gehen wir nicht weiter.
00:36:38: Weil das ist wirklich gefährlich!
00:36:41: Und das hätte ich wahrscheinlich nicht gemacht, hätte ich es nicht einmal erlebt.
00:36:44: Also wenn man einmal...ich war da eben am Matterhorn mitten einem Gewitter die Haare sind mir aufgestanden.
00:36:49: Wir haben da Stromschläge bekommen.
00:36:52: Das ist ein Moment der kräht sich so tief in einen ein und auch das ist eben bergsteigen.
00:36:58: Es lebt von diesen gemachten Erfahrungen und unterm Strich nach vielen Jahren lehrt uns das Gebirge, da bin ich ganz sicher vor allem Demut.
00:37:08: Also wir können nur demütiger vom Gebirg zurückkommen als wir aufgebrochen sind und das ist ein sehr schöner Wert finde ich weil je mehr wir zum Bergsteigen gehen desto mehr wissen wir oder begreifen wie groß diese Dimensionen sind die wir können ja auf einem Bild oder auf einem Foto gar nicht sehen sondern wir müssen sie erleben.
00:37:27: Wir müssen selbst erleben dass wir einen ganzen Tag brauchen um durch so eine Wand durchzusteigen Und dann bleibt's.
00:37:33: Dann haben wir es erwandert, ergriffen, erstiegen.
00:37:38: Ich glaube halt auch immer dass man sozusagen und eben auch gerade weil ich jetzt Deutschland sagte wo man hier gerne natürlich irgendwie mit einem Schild kommt oder sagt nein!
00:37:47: Ich darf hier stehen weil hier ist ein Schild da steht... Und so.
00:37:51: und die Natur ist nicht so, der Natur ist das egal.
00:37:54: Also ich glaube dass es auch das Interessante, die eine interessante Erfahrung ist, dass diese Natur du kannst da mit einem Schild oder mit deinen Rechten, mit deinem gefühlten Rechten oder Privilegien kannst du quasi nichts ausrichten weil die Natur dich umbringt wenn du dich nicht ihr unterordnest ja?
00:38:10: So und ich glaube das merke kannst du am Berg erspüren also mehr als jetzt eben in Frankfurt.
00:38:17: Sicher sogar ganz sicher auch schön formuliert Es hätte tatsächlich, wenn wir beim Eiger bleiben, da gab es ja sehr viele Tote.
00:38:25: Beim Versuch diese Eiger-Nordwand erstmals durchsteigen in den dreißigern Jahren.
00:38:31: Da wurde die Eiger Nordwand wirklich zeitweise gesperrt also es wurde verboten dahinein zu steigen aber das war nicht möglich.
00:38:38: man konnte die Bergsteiger nicht zurückhalten.
00:38:40: sie haben sich diesen Verbot widersetzt sozusagen.
00:38:44: und ganz wichtig das ist die Erfahrung die wir machen das heißt wie können sehr viel planen am berg.
00:38:48: Das heißt, gute Vorbereitung ist die Basis.
00:38:51: Wir können alle Wetterberichte anschauen, die wir haben und das kann trotzdem nicht stimmen.
00:38:58: Also der Berg hat seine eigene Natur.
00:39:01: auch wenn wir hervorragend vorbereitet sind... ...wir haben nie die letzte Entscheidung.
00:39:06: Die hat immer diese Natur!
00:39:07: Und wir Menschen können nur eben Erfahrungen dabei machen.
00:39:10: Das ist das Einzige was wir können.
00:39:12: aber wir haben es nicht in der Hand und ich finde das sehr heilend Weil es uns ein gewisserweise diese Allmachtsvorstellung gibt.
00:39:21: Wir Menschen natürlich... wir können das Wetter noch nicht beeinflussen, Gott sei Dank!
00:39:27: Ja und du hast also das hast du eben auch schon mal angedeutet eben wenn man irgendwelche Nächte durchleben muss Und das habe ich auch in einem Interview gehört Also dass du gesagt hast das ist Das war ganz furchtbar eigentlich Ich weiß nicht genau wo's war wanns war oder wie oftes war aber dass du eben Die ganze Nacht ist es eiskalt, die Nacht dauert ewig gefühlt.
00:39:55: Das hat ja... das ist nicht romantisch.
00:39:56: also das ist eher so dass man... Hat man Angst?
00:39:59: Hat man auch eine Art Todesangst oder da hat man das nicht?
00:40:03: Also romantische ist es nicht.
00:40:05: Romantisch ist auch des Bergbauern da sein eigentlich nicht.
00:40:08: Die Vorstellung schon und es gibt Momente wenn ich ganz in der Früh in die Wiese gehe um die Sonne gekart auf und alle schlafen noch.
00:40:16: etwas romantisches.
00:40:18: Aber dann ist zum Gegend, du wirst natürlich sofort diese Knallharte arbeiten und die vielen Probleme.
00:40:23: Und das am Berg würde ich sagen ähnlich.
00:40:27: Das musste ich auch erst lernen.
00:40:28: also ich hatte auch diese romantische Vorstellung jeder Bergsteiger, jeder Alpinist macht eines Tages in seinem Leben ein Biwak bis du es eben machen musst weil du...
00:40:38: Kannst du das mal kurz erklären?
00:40:40: Ja.
00:40:40: Für unsere Zuhörer?
00:40:41: Gerne!
00:40:42: Also damals bin ich das erste Mal die Eiger Notwand geklettert Und das war Hochwinter.
00:40:47: Also eine Winterbegehung.
00:40:48: natürlich ist etwas schwierigeres, was komplexeres als im Sommer das zu klettern.
00:40:53: Heute muss man eher in den Winter ausweichen weil die Wand zu gefährlich wurde.
00:40:57: Aber damals war die Wand nicht gespurt.
00:40:58: es gab relativ viel Schnee in dieser Wand und anders als wir uns vorgenommen hatten Wir haben uns gedacht in einem sehr langen Tag steigen wir in einem Tag durch die Wand.
00:41:07: Es ist uns eben nicht aufgegangen.
00:41:08: Wir haben eigentlich keinen einzigen Haken gefunden.
00:41:10: soviel Schneelage an dieser Wand Ich glaube, Engelskwergern oder Götterkwergang.
00:41:18: Einer von den beiden.
00:41:20: Da mussten wir bewarkieren weil wir in die Nacht kamen.
00:41:23: also es war nicht geplant.
00:41:26: Ja und im Hochwinter geht um gegen fünf Uhr die Sonne unter das heißt da beginnt die nacht.
00:41:33: Man hat eigentlich...
00:41:33: Bivak heisst im Grunde dass man macht einfach sich einen Lagerplatz eigentlich?
00:41:38: Genau mit dem was man
00:41:41: dabei hat.
00:41:42: Das ist ein sehr wichtiger Punkt denn Wenn ich davon ausgehe, da wirklich ein Biwak planen, dann habe ich einen ganz warmen Schlafsack für den Winter.
00:41:48: Ich habe genug Essen und ich suche
00:41:50: mir
00:41:51: ein schönes Plätzchen.
00:41:52: Nein nein man muss sich schon eher vorstellen, man sitzt nebeneinander sitzend in dieser Wand unter einem Fifzinunter.
00:42:00: Man kauert eher und verbringt so die Nacht und das ist halt im Hochwinter von fünf Uhr Nachmittags bis sieben Acht Uhr in der Früh sehr sehr lang.
00:42:09: Wahnsinn!
00:42:10: Und es ist tatsächlich so... Also wir haben uns damals auch die Zehen angefroren.
00:42:14: Es war einfach sehr kalt, haben keine Sekunde schlafen können.
00:42:17: natürlich und da geht es ja nicht um Schlaf, sondern wirklich ums Ausharren, um nicht zu sterben in der Nacht irgendwie runterzufalten.
00:42:23: Das ist ein Muss gewesen!
00:42:26: Aber man erwacht mit der Kenntnis nie wieder.
00:42:30: Das heißt diese Erfahrung, diese langen Stunden voll mit der Nacht sind so zermürbend weil die Zweifel und Sorgen kommen nicht während des Kletterns, sondern sie kommen in der nacht wenn man Zeit hat Und wir Menschen sind ja ein Stück weit auch verdammt immer denken zu müssen.
00:42:44: Es ist eine Verdammung und so sitzt man diese Nächte durch und muss, man ist zum Denken verurteilt.
00:42:53: Da kommen natürlich viele Sorgen.
00:42:54: was passiert wenn in dieser Nacht?
00:42:56: Das hat bei uns auch dauernd kamen Spin Drifts also Schnee-Eis-Riesel runter Wenn da ein größerer Stein dabei ist, den hört man in der Nacht gar nicht.
00:43:05: das geht dann sehr schnell.
00:43:06: Also da kommen sehr viele Gedanken die einen auch erdrücken können.
00:43:10: Aber ist man nicht am nächsten, wenn es hell wird sozusagen?
00:43:12: Wenn man sagt so jetzt geht's weiter.
00:43:13: Ist man da auch relativ kraftlos dann erstmal?
00:43:17: Ja sehr kraftloß.
00:43:18: aber das ist man natürlich.
00:43:19: also wenn wir von höheren Bergen sprichten oder wenn wir sprechen davon wo wir sogar da gelangen sind.
00:43:26: Natürlich wird man da immer kraftloser und kraftlüsser.
00:43:29: dazu kommt die Höhe d.h.
00:43:30: Es wird irgendwo ein Spiel gegen diese Kraftlosigkeit gegen dieses aufgeben Das zermürbt werden vom Berg.
00:43:39: Also ganz viel ist auch das.
00:43:40: Man muss sich vorstellen, wenn man in einer großen Wand ist... ...das wie ein großer Rucksack, der auf einem lastet.
00:43:47: Man hört Steine runterfliegen und Labinen gehen irgendwo ab.
00:43:50: Man ist sehr im Fokus keinen Fehler zu machen oder nichts hinunterzuschmeißen.
00:43:55: Klingt jetzt banal!
00:43:57: Aber wenn ich etwas Wichtiges verliere in den Amberg dann kann ich sofort ein wirkliches Problem haben als.
00:44:02: es kann sehr schnell gehen.
00:44:03: Ist mir auch schon passiert.
00:44:04: Wenn man einen wichtigen Gegenstand nur im Effekt hinunterwirft, dann ist das der Moment wo sich alles ändert.
00:44:11: Das heißt den Gipfel zu erreichen oder auch nur dieser Wand auszusteigen verbinde ich eigentlich mit einer großen tiefen Erleichterung.
00:44:19: Es ist nicht dieses Gipfelgefühl kein Hochgefühl in diesem Sinn sondern es ist eine Erleicherung aus dem Gefahren draußen zu sein jetzt in diesen Moment nicht mehr abzustürzen zu können.
00:44:29: so empfinde ich das
00:44:32: Ganzes.
00:44:33: aber Dass du danach aber trotzdem eigentlich quasi wenn du wieder unten bist auch sagst.
00:44:39: Irgendwann geh ich wieder hoch, das war echt super also dass so ein bisschen die Strapazen eher so verdrängst.
00:44:44: Ja.
00:44:46: So ein bisschen wie wenn man sagt ja bei Frauen sagt man ja auch die kriegen auch warum kriegen Frauen immer wieder Kinder?
00:44:54: Nein es ist gar nicht ein schlechter Vergleich, es klingt zwar blöd Das ist die richtige Frage.
00:44:58: Ja, ja also das wird wie die Natur sorgt dafür dass man es so verdrängt weiß.
00:45:02: aber so hat sagt man ja bei Frauen dann sagen wir auch so schlimm aus ja gar nicht
00:45:06: nach zwei drei Jahren erst
00:45:07: was meistens
00:45:09: genaues bergsteigen ist.
00:45:10: auch das absolut und ich kann mich sehr gut an einige tun also große größere schwere retour erinnern wo ich einfach danach für Wochen nichts vom Berg steigen wissen wollte wenn ich mit meinen freunden rede.
00:45:23: die kennen das genauso als du kommst heim du bist nur fertig, KO ausgelaut schmeißt einen Kletterrucksack irgendwo in die Ecke und möchtest nichts davon wissen.
00:45:33: Aber diese Zufriedenheit bleibt eine Zeit lang bis sie eben wieder nachlässt.
00:45:40: Es hat eine Suchtparadelle ich will das nicht schön reden.
00:45:43: Das heißt... Und es gibt diese Parallele wie du es richtig sagst bei Gebuchten wo auch jede Frau wahrscheinlich sagen wird also so schnell brauche ich das überhaupt nicht mehr.
00:45:54: und dann vergeht eine Zeitlang hat es in uns vorbereitet, dass wir sehr gut verdrängen können.
00:46:01: Also so dramatische Erlebnisse die Zeit hilft um das zu verdrängern.
00:46:05: oder deine eigene Natur vielleicht auch weil du ja den Trang hast.
00:46:08: dazu also so deine eigenes
00:46:09: sicher
00:46:10: aber
00:46:11: da ist jeder anders.
00:46:12: Aber du kommst nicht runter sozusagen wirft den Rucksack in die Ecke und denkst in dem Moment so nie wieder Das nicht oder was?
00:46:19: Sondern du denkst eher so Du hast eher die Schnauze voll.
00:46:21: aber es ist nicht so das du sagst Das war es für mich.
00:46:24: Ich gehe doch jetzt in Talkshows oder so, das nicht?
00:46:27: Also mit Talkshouts hat's nichts zu tun... Also nie wieder kann ich schon dabei sein!
00:46:32: Es gibt wirklich Erlebnisse.
00:46:35: Man, ich hatte auch ein paar Mal eine Handvoll mal richtig, richtig Glück.
00:46:39: Also es war ein Glück dass mein Kopf bei dieser Labine zum Beispiel raus geschaut hat.
00:46:43: und das ist sicher im Moment wo man sagt also das lass ich das mache ich nie wieder aber dann vergeht eben Zeit Im Gedächtnis bleibt einem zurück, so schlimm war das jetzt gar nicht und dann geht man wieder.
00:46:56: Also ich will überhaupt nichts sagen dass Bergsteigen in diesem Sinn gesund ist.
00:46:59: also gesund ist es nicht.
00:47:01: Es ist schon ein wirklicher Drang Ein Drang!
00:47:04: Es ist ein Drang Und der kann eine Zeit lang stärker sein und auch nachlassen und vielleicht gehört es dazu.
00:47:11: Also gut davon von mir gesagt am stärksten ist man so in den zwanziger Jahren bis fünfunddreißig Auch vom Kopf her Von der Freiheit, von der inneren Freiheit.
00:47:21: Wenn man alles richtig macht beim Bergsteigen, dann zwingen einen die Erfahrungen ja über die Jahrzehnte vorsichtiger zu werden.
00:47:28: Allein durchs gesehen haben, durchs erlebt haben... So geht es mir ja auch!
00:47:32: Ich kann gewisse Dinge nicht mehr tun.
00:47:35: Ich bin früher sehr viel solo geklettert.
00:47:37: Auch unüberlegt.
00:47:38: Bin in Regen gekommen.
00:47:39: Musste eine Rute dich nicht kannte wieder abschklettern.
00:47:42: Solo weil ich nicht weiterkam.
00:47:44: Also das würde ich nie mehr tun.
00:47:46: aber eben weil ich schon einmal getan habe weiß ich da muss ich aufpassen.
00:47:49: Das heißt, Bergsteig ist ja auch ein Lernen in dieser Hinsicht.
00:47:53: Vor allem zu lernen.
00:47:53: was darf ich nicht tun?
00:47:57: Naja also jetzt können wir darauf hinweisen.
00:48:00: es gibt ja momentan gerade eine Dokumentation Kinofilm über dich der heißt aus dem Schatten läuft jetzt gerade im Kino.
00:48:10: Nicht ganz zufrieden mit dem Titel habe ich mal... Ja
00:48:12: das stimmt.
00:48:13: Aber ich bin mitgekriegt, weil es halt auch diese Parallele zu deinem Vater wieder wirft und dich wahrscheinlich du hättest lieber gehabt dass du komplett eigenständig dargestellt wirst oder?
00:48:23: Also das wollte ich wirklich willendlich aus der Hand geben.
00:48:27: also ich hätte niemals einen Film über mich selber gemacht.
00:48:31: Du machte niemand das könnte ich ja auch nicht sondern es war schon ist es da handzugeben und mich entsprechend zu öffnen.
00:48:35: Es war gar nicht so leicht für mich.
00:48:38: Ich habe ja auch in der Zeit lang Filme gemacht und da haben wir wirklich schwer getan, dieses Storytelling aus daran zu geben.
00:48:43: Das hat die Regisseurin gesagt, sieh mal nicht, du denkst viel zu viel mit!
00:48:47: Du machst jetzt nicht selber einen Film sondern es wird ein Film über dich gemacht.
00:48:50: also hör auf zu denken.
00:48:52: Es hat eine lange Zeit gebraucht.
00:48:55: Der Film denke ich hat seine Berechtigung sehr ehrlich geworden Auch hintergründig.
00:48:59: er beleuchte das Bergsteigen an seiner anderen Perspektive.
00:49:03: Aber wie du es richtig sagst, der Titel stört mich unglaublich.
00:49:06: Er stört sich ganz massiv Vor allem, weil ich tatsächlich nie das Gefühl hatte.
00:49:11: Ich muss aus einem Schatten treten, sondern... ...ich verbinde mit dem Klettern und Bergsteigen was Vereinendes, was Verbindendes!
00:49:18: Also alle meine Freunde, mein Umfeld, die gehen allen in die Berge Und das ist das, was uns verbindet Das diese Leidenschaft, die wir teilen Wo wir eigentlich gar nicht viel drüber sprechen müssen Sondern wir verstehen uns blind Als ich sehe im Bergsteigend und das ist vielleicht der große Unterschied zu anderen.
00:49:36: Ich sehe da einfach keine Konkurrenzteilen, sondern es gibt nicht schöneres für mich mit einem guten Freund eine Idee zuteilen, eine Route zu teilen, Erfarbenen zu teilten und das ist bis heute so geblieben.
00:49:49: also ich habe Freunde... Da schauen wir uns in die Augen und sagen gar nichts und wissen ganz genau diese drei Momente die wir im Pakistan hatten, Pakistan oder auch den Zillertaler Alpen Das bleibt ein Leben lang!
00:50:00: Das haben nur wir zwei erlebt und das is was ganz verbindendes Und so sehe ich es bergsteigen.
00:50:08: Ich glaube halt einfach... Also weißt du, das ist auch vielleicht was ich zu Anfang gesagt habe?
00:50:16: Vor zwei drei Tagen hab' ich mit meiner Tochter so eine Sendung gesehen die hieß Born Famous.
00:50:22: Da ging's um Kinder von prominenten Persönlichkeiten Die aber immer in dieser Sendung gesagt haben Mein Vater oder meine Mutter meistens mein Vater hat aber nichts damit zu tun, dass ich berühmt bin.
00:50:36: Oder das habe ich alles selber!
00:50:40: Und meine Tochter hat gesagt wieso sind die eigentlich in der Sendung?
00:50:42: Sie sagen die ganze Zeit sie machen es selber... ...aber dann sind sie in einer Sendung, die heißt Born Famous.
00:50:45: Also so ist auch ein bisschen merkwürdig.
00:50:49: Und dann habe ich mir die Sachen bei dir angeguckt, hab gedacht naja das ist ja wahrscheinlich.
00:50:52: die Medien stürzen sich wahrscheinlich bei dir natürlich immer drauf dass Reinhold Messner dein Vater ist.
00:50:57: Das ist wahrscheinlich für den Medien ganz normal.
00:50:59: die sagen ja klar warum nicht?
00:51:01: Und dann ist ja die Frage, wie schmal ist der Grad?
00:51:04: Also auch für dich selber.
00:51:06: Wie schmal is das dass du sagst auf der einen Seite kommen die Leute vielleicht an mich ran weil ich den Namen trage aber Ich denke würde jetzt einfach mal sagen wahrscheinlich weil Du auch selber Alpinist bist und das so lebst.
00:51:18: also so würde ich es eher sagen.
00:51:20: und Dann auf der anderen Seite wenn man sich aber mit dir beschäftigt oder auch dich kennenlernt merkt man dass das eigentlich gar nichts damit zu tun hat, also dass du in so einer Sendung gar nicht richtig aufgehoben wirst.
00:51:30: In Born Famous weil man hat das Gefühl, dass du das einfach lebst.
00:51:36: Also du bist einfach geprägt worden von deinem Vater und du machst es weiter.
00:51:41: und alles andere was da jetzt alles so kursiert und wie die Beziehungen zueinander sind... Das ist eigentlich ja gar nicht das um was es geht oder was es ausmacht sondern es geht eher darum was dich geprägt hat und wie du das weiterlebst eigenständige Persönlichkeit wahrnimmt.
00:51:57: und nicht als Sohn von, finde ich ja.
00:52:01: Ein großes Thema, ein großes wichtiges Thema.
00:52:03: auch muss ich auch sagen bin ich erst in den letzten Jahren da wirklich hineingewachsen?
00:52:07: vielleicht weil ich es als junger Mann auch wirklich abgelehnt habe.
00:52:11: also meine Frau erzählt mir immer gern dass ich auch gelogen hab teilweise wenn ich gefragt wurde bist du am Messner?
00:52:16: Bist Du das Sohn vom Reinhold Messner habe ich früher im frühen Jahr noch gesagt nein kenne ich nicht
00:52:21: Weil ich
00:52:21: das so unglaublich... Ja, es ist sehr störend.
00:52:24: Sehr interessant!
00:52:25: Weil
00:52:25: man natürlich immer und die Gesellschaft, denke ich will das auch ein Stück, sie sucht es, sie will dich in diese Schublade stecken.
00:52:32: Und ich adapt mich selber auch dabei.
00:52:33: also muss ich ganz ehrlich sagen bitte nicht kritisierend aber würde jetzt den Sohn vom... Also Sohn ist blöd kann auch die Tochter sein von einem Donald Trump irgendwo treffen hätte ich schon ein gewisses Bild
00:52:44: dass er
00:52:44: sehr unfair.
00:52:45: Es könnte sein, dass dieser Sohn oder diese Tochter ganz anders denkt.
00:52:49: Das ist unfair.
00:52:51: Und diese Person, diese Tochter oder dieser Sohn werden ein Leben lang dagegen anarbeiten müssen obwohl sie ja vielleicht ganz anders sind als ihr Vater.
00:52:59: Also in dieser Rolle sehe ich mich auch ein Stück weit.
00:53:02: das kostet sehr viel Energie und ich kann mir vorstellen dass man daran zerbrechen könnte.
00:53:09: Das heißt wenn man sich bei jeder Begegnung wieder rechtfertigen muss und sagt Nein!
00:53:13: Ich bin nicht so.
00:53:15: Auch meine Vorgeschichte, ich bin eine eigenständige Person Dann kann das sehr viel Energie kosten.
00:53:20: Aber
00:53:21: es gehört dazu... Einmal wieder so eine Rechtfertigung, ist das ja ein bisschen nicht merkwürdiger?
00:53:25: Warum muss man sich denn eigentlich dafür rechtfertigen?
00:53:27: Gut auf der anderen Seite sagen halt vielleicht würde vielleicht kritische Leute sagen naja wenn du nicht der Sohn wärst von dann hätte man vielleicht keine Doku über dich gedreht.
00:53:37: Das wird auch so sein!
00:53:38: Es wird ganz eindeutig so sein.
00:53:40: Das würde ich nie verneinen.
00:53:41: natürlich diesen Namen habe ich geerbt.
00:53:43: das sage ich auch im Film mit allem guten und schlechten.
00:53:48: Natürlich denkt jeder beim Klettern mit Messner nach einem Messner sofort in diese Richtung.
00:53:53: Das kann eine Bürde sein, das kann auch nützlich sein, es ist wahrscheinlich beides – es ist eine Mischung!
00:53:58: Aber mir war tatsächlich das Kletter zu naiv.
00:54:01: Also ich habe begonnen mit dem Kletters für mich weil ich einfach tun wollte und weil ich ein bisschen angesprochen habe.
00:54:08: Weil gesamtes Umfeld klettert.
00:54:09: Es hatte eben eine ganz lange Tradition bei uns in Südtürn und vielleicht sieht man das von außen halb nicht so sehr dass ich das nicht mache Weil's mein Vater immer gemacht hat, auch natürlich.
00:54:20: Es war auch prägend!
00:54:21: Aber viel mehr weil man ein ganzes Umfeld das eben macht und ja wahrscheinlich würde er ein Kind von einem bekannten Surfer dieses Kind wenn du es am Meer aufwächst dann wirds auch surfen.
00:54:34: Weil's
00:54:35: schon so in viele Generationen
00:54:36: gemacht wurde.
00:54:39: Habe ich gesehen bei Born Famous übrigens die Tochter von Sarah Connor singt auch.
00:54:43: Ja also
00:54:44: so
00:54:45: oder?
00:54:46: Oder was weiß ich, die Tochter von Heidi Klum modelt auch.
00:54:51: Da stellt man das vielleicht nicht so in Frage oder ich weiß gar nicht ob man es bei dir in Frage stellt.
00:54:56: Das glaube ich gar nicht so sehr.
00:54:57: Ich glaub schon der Mensch denkt generell so und diese Parallele gibt's ja.
00:55:02: Es ist ja auch wenn man schaut wie viele Kinder von Ärzten Medizin studieren.
00:55:07: Das ist verplüffend, ein hoher Prozent-Satz.
00:55:11: Auf der anderen Seite denke ich aber auch so wenn du sagst also wenn ich auf der Bühne stehe oder wenn ich singe oder model oder was auch immer das ist nochmal einen Krisenunterschied wie wenn ich mich quasi einer Situation aussätze auf dem Berg zu gehen wo ich theoretisch auch dabei sterben könnte.
00:55:26: Ich glaube es muss ein innerer Drang sein.
00:55:29: Es hat nichts mit dem Äußeren zu tun weißt Du?
00:55:32: Wahrscheinlich!
00:55:35: Jetzt sage ich was sehr gewagt ist, aber ich denke das darf man sagen.
00:55:38: Bergsteiger sind nicht einfache Leute also sind sehr komplexe Persönlichkeiten oft.
00:55:44: es gibt auch ganz ganz einfacher, glaube ich.
00:55:48: Der durchschnittliche Bergsteigern ist ein sehr suchender Mensch und vielleicht innerlich auch nicht so leicht zufriedenstellender Mensch.
00:55:56: Dieses Bild dass wir haben... Es sind sehr spezielle Persönlichkeit die auch im Leben es oft schaffen sehr weitzukommen aber sie sind nicht einfach.
00:56:05: Das heißt, es schwingt da auch mit.
00:56:08: Und Bergsteigen ist eigentlich kein Broterwerb!
00:56:12: Das schaffen nur ganz wenige.
00:56:14: D.h.,
00:56:14: der klassische Zugang und so bin ich aufgewachsen... ...ist die große Frage wie schaffe ich mir das Bergsteig zu finanzieren?
00:56:23: Es ist nicht wie bei Sarah Connor wahrscheinlich wo man durch das Auftritt auf der Bühne sehr viel verdienen kann.
00:56:28: Wenn ich in die Berge gehe bezahlt mich niemand sondern es ist umgekehrtes Kostelgeld.
00:56:32: Es ist eine Leidenschaft Und ein paar wenige schaffen es natürlich davon zu leben.
00:56:37: Das sind die großen Namen, mein Vater natürlich absolut auch und ich schätze das sehr.
00:56:43: aber meine Freunde wenn sie nicht gerade Bergführer sind leben nicht davon sondern ist eigentlich ganz ein simples Leben und man versucht die Zeit die man sich freischaufen kann möglichst in den Bergen zu verbringen.
00:56:56: Was ist es denn, also so weil du warst ja auch Kind als kind viel unterwegs und man kann natürlich wenn man mal ganz kurz rein Hört in das auch was Reinhold Messner zum Beispiel über dich sagt oder dass Du auch Bergsteiger bist.
00:57:08: Und dann ist ja irgendwie scheinbar dieser Konsens dass er das nicht so gut findet Weil man vielleicht nicht will dass die eigenen Kinder in den berg gehen oder so.
00:57:16: Das weiß ich ja nicht so ganz genau an was es liegt aber Kann man trotzdem sagen Also ist das trotzdem.
00:57:23: Ich kann mir vorstellen, für dich ist das ja trotzdem auf der einen und auf der anderen Seite schwierig.
00:57:27: Wenn du als Kind diese sehr einprägenden Erlebnisse vielleicht hattest überall auf der Welt warst oder irgendwie eher so Abenteuer erlebt hast?
00:57:37: Und dann aber eigentlich ja dann der Vater, der dir diese Abenteuern näher gebracht hat, eigentlich sagt ich will aber nicht dass du alleine das machst.
00:57:44: Könnte man das erstmal sagen, ist das so der Gegenstand der Dinge?
00:57:48: wäre das richtig sozusagen?
00:57:52: Boah, es ist glaube ich sehr komplex das ganze dahinter und ich muss noch mal wiederholen.
00:57:57: Ich glaub Bergsteiger sind einfach keine einfachen Persönlichkeiten.
00:58:00: Und diesen gewissen Widerspruch den sehe ich bei meinem Vater ganz eindeutig.
00:58:06: Das ist nicht so leicht erklärbar.
00:58:07: Ich will auch nicht zu tief eintauchen weil ich kein Psychologe bin Aber sie ist sehr sehr spannend.
00:58:12: und es kommt ein kurzer Moment im Film wo man sieht dass auch mein Opa der selbst in die Berge ging Sehr damit gehadert hat.
00:58:18: er sein Sohn
00:58:20: Okay, Dachsteiger
00:58:21: wurde.
00:58:22: Also das ist vielleicht sogar normal?
00:58:25: Ich weiß nicht normal oder nicht normal jedenfalls sind sehr spezielle Charaktere mehr nöchentlich gar nichts sagen.
00:58:30: ich bin auch speziell sicherlich einfach was nicht funktioniert und das nämlich auch für meine erziehung mit für meine dochter wenn man etwas offensichtlich einem kind verbietet ohne gründe zu nennen dass funktioniert nicht.
00:58:44: es funktioniert nicht.
00:58:45: Es macht des demais wirklich spannend.
00:58:47: Das ist ein aspekt.
00:58:49: Und die große Frage bleibt natürlich, wenn meine Tochter in zehn Jahren sagt so Papa ich klettern morgen die Allga Nordwand.
00:58:56: Wie gehe ich damit um?
00:58:57: Das wird wahnsinnig schwierig sein aber ich kann es nicht verbieten.
00:59:02: Ich kann ihr versuchen alles was ich an Wissen habe mitzugeben.
00:59:06: vielleicht begleite ich sie die ersten Male Wenn Sie wirklich bergsteigen möchte weil nicht ist sowieso kein Problem Aber ich kann's nicht verbiten.
00:59:13: das ist das was mir geblieben ist Weil da auch mache ichs nicht besser und jedes Kind hat das Recht sich auszuleben.
00:59:21: Ich hatte es, ich hätte natürlich wahnsinnig Angst weil ich weiß was passieren kann.
00:59:25: Ich habe eben sehr viele Erfahrungen mittlerweile gemacht das ich wahnsinnige Angst hätte.
00:59:29: aber da muss ich drüber stehen.
00:59:31: Es steht ihr zu meiner Tochter Aber es bleibt ein Widerspruch.
00:59:35: also es bleibt vielleicht auch eine Generationenfrage und Ich
00:59:43: könnte mir auch vorstellen, dass das was damit zu tun hat oder beziehungsweise auch die Reaktion dann möglicherweise.
00:59:48: Also dass man eigentlich so wie früher... Wie gesagt meine Tochter wird jetzt bald achtzehn, das ist nochmal ein Unterschied zu deiner Tochter, sie ist schon ein bisschen älter aber ich habe ja zum Beispiel vor ein paar Tagen ihren ersten Freund auch kennengelernt und wir waren essen usw.. relativ auf Augenhöhe mit einem.
01:00:05: Also die Reden so ganz normal, was machst du?
01:00:08: Wie ist es bei dir und für mich früher die Eltern meiner Freunde.
01:00:13: Erstmal hätte ich sie nie gedutzt und die waren... Ich wollte eigentlich nicht mit denen reden!
01:00:17: Ich hatte total Angst vor denen.
01:00:20: Und das war in dieser Generation, so könnte ich mir das bei deinem Vater natürlich auch vorstellen.
01:00:25: Da war vielleicht auch das gesagte Wort nochmal mehr wert und wenn man sich dagegen aufgelehnt hat ... ging das, also es war ein Affront sozusagen und das hat sich natürlich stark verändert.
01:00:37: Sie sehen mit unseren Kindern auch heute umgehen wie du jetzt vielleicht dann auch mit deiner Tochter zukünftig umgehst.
01:00:41: Riesenunterschied glaube ich zu dem wie dein Vater mit dir umgegangen ist.
01:00:45: Na sicher die Zeit ist nicht so weit aufzuhalten.
01:00:48: Es hat sich sehr viel verändert keine Frage.
01:00:50: Ich denke der Mittelweg wäre's.
01:00:52: Also ich möchte nie tauschen möchten mit meinem Müssen mit meinen Vater.
01:00:57: Das betrifft gar nicht so meinen Vater.
01:00:58: Es war einfach die Zeit, muss ich vorstellen vor achtzig Jahren oder knapp achtzig Jahre in Südturl aufzuwachsen.
01:01:05: Jetzt will ich nicht übertreiben aber da ging es schon auch ums Überleben.
01:01:08: das war nicht so einfach.
01:01:09: Da hat man eine Kleidung im Jahr bekommen hatte Nagelschuhe Die hat man jahre getragen und vielleicht bekam er zum Geburtstag Ja zwei Äpfel geschenkt.
01:01:18: also sehr sehr Einfaches Leben.
01:01:23: Und das prägt natürlich und heute leben wir in dieser Hinsicht dem absoluten Überfluss.
01:01:27: Ich weiß nicht, ob wir zufrieden dadurch sind.
01:01:29: Das bin ich nicht sicher!
01:01:31: Aber dieser Überfluss ist da und auch die Zeit hat sich verändert... Ich denke es sollte ein Mittelweg sein.
01:01:38: Also dieser Respekt den du beschreibst vor wachsenden Personen, vor älteren Leuten, den habe ich auch so mitbekommen.
01:01:44: Das finde ich schön, das finde ich eigentlich auch gegeben.
01:01:46: Denn vermisse ich heute ab und zu bei jüngeren Kindern.
01:01:49: also keine Frage.
01:01:51: Aber es ist eine eben, die Zeit verändert sich Und sie wird sich weiter verändern.
01:01:55: Vielleicht geht es auch wieder in die andere Richtung, das wissen wir heute nicht.
01:01:58: Ja ja, die Zeit verändert sich.
01:01:59: Aber was ich jetzt noch mal fragen muss ist so dieses... Was ich meinte mit dieser Frage wie das für dich war eben als du früher solche Sachen erlebt hast, auch dann zusammen mit deinem Vater?
01:02:08: War das für Dich so?
01:02:09: gab es mal einen Punkt in deinem Leben wo Du quasi diesen Widerspruch den Du ja jetzt öfter auch mal beschrieben hast der auch in diesen Persönlichkeiten zu finden ist?
01:02:17: War dass für DICH manchmal?
01:02:18: Oder gab es mal eine Situation, wo du so gedacht hast da mal irgendwie was jetzt los?
01:02:22: Also auf der einen Seite machst du mit mir hier diese ganzen Sachen und dann will ich das selber auch machen.
01:02:26: Dann sagst du nee darf ich aber nicht.
01:02:29: Ich weiß gar nicht mehr wo ist... Was mache ich jetzt richtig?
01:02:32: Was mach ich falsch?
01:02:32: Wo ist meine Position so?
01:02:34: Also gab's sowas dass du für dich selber gedacht hast Naja, also wenn du nicht willst dass ich das alleine mache.
01:02:40: Warum hast Du dann die Sachen mit mir gemacht?
01:02:42: Aber wahrscheinlich hat er das ja aus ganz anderen Gründen gemacht.
01:02:44: Da hat er wahrscheinlich gar nicht so gedacht, dass er gesagt hätte ich bilde dich jetzt aus und du wirst auch Bergsteiger!
01:02:48: So hatte er es ja gar nicht gedacht.
01:02:49: Nein nein Gegenteil.
01:02:50: Also ganz sicher meine Eltern... Ich muss sagen unsere Eltern.
01:02:55: Ich habe eben Schwestern auch.
01:02:57: Haben uns schon ein Stück weit vom Gebirge Ferngehalten gehalten.
01:03:02: Dass wir nicht in diese Thematik hineingehen Und das kann ich schon nachvollziehen, weil es einfach sehr präsent war natürlich im Leben von meinem Vater sowieso auch in dem Leben meiner Mutter.
01:03:13: Also das will ich überhaupt nicht kritisieren und ich will auch nicht weiter ins Thema eintauchen.
01:03:17: Ich sage nur mein Vater ist sehr speziell und es gibt einige Widersprüche nicht nur die Kinder betreffend und das ist eine Persönlichkeitsfrage Und die werden wir jetzt mit zweiundachtzig Jahren nicht mehr ändern.
01:03:29: Also ich will auch das nochmal sagen, es geht gar nicht um deinen Vater gerade!
01:03:32: Ich wollte einfach nur wissen wie das für dich, ob das für Dich selber so dann einfach so ein Punkt war wo Du manchmal gedacht hast, ich weiß gar nicht genau was soll ich jetzt eigentlich machen?
01:03:40: Soll ich jetzt Abenteuer erleben oder nicht?
01:03:45: Also natürlich war das schwer keine Frage weil da finden sich auch viele Kinder wieder, bin nicht nur ich Natürlich, wenn die Eltern das ablehnen was man macht.
01:03:54: egal was du machst ist es psychisch sehr schwer zu ertragen.
01:03:58: Aber es führt dann irgendwann zu einem Punkt wo man ob man es will oder nicht und so ging's mir auch ich habe mich dann einfach entschieden für mich.
01:04:06: ich mache das im stillen Ich erzähl gar nicht mehr was ich mach weil ich werde nur bestraft dafür Und hab so geschafft meinen Weg zu finden!
01:04:12: Ich denke schon Natürlich spielen dort auch die Berge eine große Rolle aber es ist weder meine Arbeit noch irgendwas anderes.
01:04:20: Es ist meine Leidenschaft Und ich denke, eine Leidenschaft darf
01:04:23: man haben.
01:04:24: Aber ich habe es vielleicht dadurch für mich entdeckt.
01:04:29: Ich hab da in jungen Jahren schon eigentlich gesehen, meine Vater stört das, dass ich klettern.
01:04:34: Okay, das darf's natürlich!
01:04:36: Ich kann nicht in ihn hineinschauen aber ich für mich möchte das machen und deswegen suche ich mir mein Umfeld wo das möglich ist und so bin ich zum Klettern gekommen.
01:04:46: Diese Geschichten waren nur der Auslöser, die Sehnsucht nach den Bergen Und ich habe mir dann meinen Umfeld gesucht, vielleicht instinktiv.
01:04:55: Wo es für mich möglich wurde eben das Leben auch so zu leben oder in dieser Richtung?
01:04:59: Ich will mich auf keinen Fall vergleichen!
01:05:01: Es wäre ja absurd sondern vielleicht wollte ich auch ein Stück verstehen wie mein Vater so wurde wer der heute ist weil ich bin ganz sicher auch ganz ganz eindeutig auch die Berge geprägt.
01:05:14: keine Frage was ist prägend Auf jeden Fall.
01:05:17: Also ich versteh das auch, das ist nur... Ich glaube, dass es im Ansatz eben auch und das ist immer... Ich bringe ja manchmal auch gerne hier meine eigene Lebensgeschichte mit rein.
01:05:25: Bei meinem Vater war's zum Beispiel so der isst man könnte würde sagen eher ein Banker in Frankfurt gewesen und er ist mit meinem Leben, mit meinem kreativen Leben, ich habe früher auch Kurzfilme gemacht, planen jetzt mein Langfilm und so also überhaupt nicht zurechtgekommen.
01:05:39: Es ist niemand, der konnte das überhaupt nicht nachvollziehen.
01:05:42: Der hätte lieber gehabt, dass sich auch sowas mache theoretisch Und das war mir natürlich irgendwann dann egal und ich hab meine eigenen Sachen gemacht.
01:05:50: Aber das ist genau das, was ich mir bei deiner Geschichte oder was sich so versuche zu verstehen dass du ja quasi das Gleiche machst wie dein Vater aber dein Vater trotzdem nicht zufrieden ist während mein Vater nicht zu frieden war weil ich genau das Gegenteil gemacht habe von ihm weißte?
01:06:04: Also das ist meine Lebensgeschichte.
01:06:07: Ja also mein Vater wenn mein Vater jetzt so der wäre ja dann total zufriedene wenn ich auch sagen würde ich mache jetzt die Börse
01:06:16: Ja, also es ist ein großes Thema das wir jetzt da geöffnet haben.
01:06:18: Ich glaube auch dass sich da sehr viele Leute wiederfinden weil sie es ein Stück weit wiederholt und ich kann mir vorstellen, dass dein Vater war auch ist auch vom Krieg teilweise geprägt gewesen
01:06:31: ja auch
01:06:31: in diese Zeit gefallen.
01:06:32: des prägt man weiß aus dem biologischen Sicht das hinterlässt gewisse Trauma da.
01:06:39: was hinterlädt etwas Und die sind Charakterzüge.
01:06:44: Vielleicht hättest du es auch nie richtig machen können.
01:06:47: Wärst du banker geworden und vielleicht besser als dein Vater sogar erfolgreicher, wär's auch ganz, ganz schwierig geworden.
01:06:53: Also das vermute ich jetzt!
01:06:55: Dass du was anderes gemacht hast dort erfolgreich gewesen wäre es auch schwierig geworden.
01:06:59: also da muss man sich vielleicht als Kind eines Tages befreien.
01:07:02: vielleicht trifft es so ziemlich alle Generationen dass man sich da befreie muss.
01:07:08: aber ich sehe mich heute auch von der anderen Seite eben selbst vater zu sein.
01:07:12: Es ist mit viel Arbeit an sich selbst verbunden, so finde ich es.
01:07:18: Und nur ein Versuch aber das was meine Tochter machen möchte wie sie ihr Leben gestalten möchte da ist es meine Aufgabe sie zu unterstützen.
01:07:26: ob ich das gut finde oder nicht ist zweitranig sondern das ist mein Kind.
01:07:31: und was das Kind möchte das ist eines einzig wichtige.
01:07:36: Aber es bleibt eine lebenslange Arbeit klar.
01:07:39: Aber das ist ja glaube ich auch ein bisschen dieser Unterschied der Generation über den wir gerade gesprochen haben, dass man glaube ich... Ganz
01:07:44: natürlich.
01:07:45: Ja, das glaube ich auf
01:07:46: jeden Fall.
01:07:46: Kann man abschließen?
01:07:47: Wenn man sich vorstellt wie Wortkarg früher in Südtirol die Kinder zogen wurden, also ohne Liebe!
01:07:54: Es wurde gearbeitet es gab keine Probleme würden nicht besprochen und dann ist irgendwann der Punkt vorbei.
01:08:01: das überhaupt noch mögliches Übergefühl jetzt zu sprechen Das ist natürlich heute eine ganz andere Welt Und das macht viel einfacher.
01:08:08: Keine Frage
01:08:09: In einer, in einem Bericht über dich oder Doku oder was auch immer sagt der Sprecher am Anfang benutzt du den Satz ein Leben als Aussteiger.
01:08:18: Da habe ich so gedacht und ich weiß gar nicht ob das das richtige Wort also der richtige Satz ist.
01:08:23: würdest du das?
01:08:24: Wie würdest Du es einschätzen?
01:08:25: passt das zu dir ein Leben Als Aussteige?
01:08:28: Nee oder?
01:08:29: Nein würde ich jetzt auch nichts sagen
01:08:31: Weil das hat ja mit Aussteigen eigentlich überhaupt nichts zu tun, sondern ihr lebt ja einfach nur an einer anderen Stelle in Deutschland und macht halt das und dass.
01:08:38: Aber das hat er nicht in Deutschland im Südtirol meine ich und macht auch das und das.
01:08:41: aber ihr habt euch ja nicht so wie wir möchten mit dem Rest der Welt nichts zu tun haben.
01:08:46: Das hat damit nichts zu TUNE.
01:08:48: Wahrscheinlich ist es eine Mittel.
01:08:50: also ich kenne jetzt das Interview nicht Es wird ein Mittelweg gemeint sein.
01:08:54: Also wenn man am Berg lebt Ist es schon im Winter sieht kann es sein, dass man da gelangt keinen Menschen sieht?
01:08:59: Das kann schon sein.
01:09:02: Aber trotzdem, es führt eine Straße darauf.
01:09:04: Man wäre in relativ kurzer Zeit im Tal.
01:09:06: also diese Verbindung gibt's schon.
01:09:08: Ich lebe jetzt nicht in Bergdorf-Husche in Pakistan.
01:09:12: Da ist natürlich so dass man die Winter extrem lang sind aber eine gewisse Umstellung schon.
01:09:17: Also das ist nicht möglich wie in der Großstadt zum Beispiel in Berlin in München zu jeder Uhrzeit hinauszugehen.
01:09:25: Geschäft hat irgendwo sicher offen.
01:09:26: Das gibt sie bei uns nicht.
01:09:28: Das ist ein anderes
01:09:29: Leben.
01:09:29: Habt ihr eigentlich so einen Plan?
01:09:34: Oder für dich selber sagst du, hier werde ich alt oder habt ihr da eine Idee oder lasst dir das auf euch zukommen wie es weitergeht?
01:09:43: Also diese Lebenspläne habe ich jetzt in den letzten Jahren alle vom Boot geschmissen.
01:09:49: Ich traue mich gar nicht mehr zu planen und hätte mir nie vorstellen können eines Tages Bauer zu machen.
01:09:54: Und es ist gar nicht, vielleicht hat man das auch falsch im Kopf.
01:09:56: Es ist nicht die Tätigkeit des Bauern.
01:09:58: Die gefällt mir sehr gut!
01:10:00: Also es ist schon schön mit den Tieren und der Natur zu leben.
01:10:04: Es sind tatsächlich heute das Problem diese Strukturen, diese Bergbahnhöfen.
01:10:08: Das sind nur ein paar Tausend Höfen, sie tollen nicht mehr.
01:10:12: Die sind aufgebaut als Selbstversorgerhöfe und das hat vor hundert Jahren sehr gut funktioniert.
01:10:17: da haben zehn, fünfzehn Leute teilweise auf einem Hof gelebt, gearbeitet und gelebt und überlebt Und diese Struktur ist in der heutigen Zeit nicht mehr tragbar.
01:10:26: Das heißt die Materialien kosten viel zu viel, Arbeit ist unbezahlbar geworden und das ist die Voraussetzung für den Bergbaren Hof.
01:10:34: So ist es eigentlich heute die klassische Strukturen Südtirol, dass eine Großfamilie schafft's im Summe diesen Hof zu erhalten.
01:10:43: Ich nehme Sie alle zusammenhelfen ein Teil verdientes Geld im Tal und bringt dieses Geld heim um die Struktur zu erhalten und der andere Teil der Familie kümmert sich um die Tiere Landwirtschaft und den Fortbestand.
01:10:54: Das heißt, so ist die klassische Struktur und aus wirtschaftlicher Sicht macht es niemand.
01:10:59: Wir müssen sehr glücklich sein und froh sein dass es in Südtur noch diese paar tausend Bauern gibt, die eben stuer weiter machen.
01:11:06: Diese Stuhrheit, die beim Bergsteigen hilft kommt glaube ich von unseren Vorfahren weil das Leben in den Bergen diese Stuherheit voraussetzt um überhaupt weitermachen zu können.
01:11:19: Es ist ganz spannend.
01:11:21: also ich bin da selbst gerade auf einer von der Reise sozusagen.
01:11:24: Ich finde es höchst spannend, wie schnell sich Südtirol verändert hat in so kurzer Zeit.
01:11:29: und wo kommen wir eigentlich her?
01:11:31: Diese Frage beschäftigt mich sehr.
01:11:33: Also bist du schon... aber du bist wieder in Traditionen verpflichtet quasi also.
01:11:38: das ist auch der Antrieb.
01:11:39: Ja!
01:11:40: Das ist der Antrieb.
01:11:41: Also rein aus wirtschaftlicher Sicht müssten wir's sofort lassen.
01:11:44: Es ist echt die Frage, wie lange schaffen wir das auch zu erhalten?
01:11:47: Wir mussten alle Dächer am Hof zum Beispiel renovieren wie im Leben kaum wirtschaften können.
01:11:53: Aber so denken wir nicht, sondern es ist wirklich eine Art Verpflichtung die ich spüre und sollte das nicht klappen, ist auch meine Verantwortung die richtige Person zu finden die sowas weiter bringen könnte.
01:12:05: Und das ist gar nichts so leicht!
01:12:08: Wie du richtig sagst welches beim Klettern auch schwingt das mit diese Tradition weiterzuleben?
01:12:13: Ich habe wahrscheinlich ein febel oder gewisses Gespür für Tradition.
01:12:17: Ich weiß nicht woher das kommt.
01:12:19: was
01:12:19: imponiert mir?
01:12:21: Ja, das ist ich glaube dass es sogar ganz schön ist und ich glaube sogar dass also Tradition im Sinne von auch wie ich immer gerne so wie Heimat.
01:12:29: Also wenn man sowas hat sowas in so eine Verbundenheit zu dem Platz wo man halt einfach lebt ja finde ich das immer ganz wichtig und manchmal geht es auch so ein bisschen verloren, weil wir natürlich auch Heimat immer gleich mit so Nationalstolz oder sowas hier verbinden gerade in Deutschland.
01:12:44: Weißt du so?
01:12:45: Und das eine hat dem anderen gar nicht so viel zu tun denke ich.
01:12:50: Aber das heißt nur um das nochmal abzuschließen, das heißt ihr setzt dich... Du weißt nicht wie's weitergeht eigentlich.
01:12:55: Du sagst, du willst das so lange wie möglich machen und dann mal schauen!
01:13:01: Ich glaube die ist also.
01:13:04: Es zwingt mich in diese Richtung.
01:13:05: Natürlich würde ich gerne sagen, ich mache das jetzt ein Leben lang aber so einfach ist es nicht.
01:13:10: Es sind eben große Investitionen, zu viel will ich in dieses Thema gar nicht einsteigen.
01:13:14: also es ist nicht gesagt dass wir das schaffen zu stemmen.
01:13:17: Aber aufgeben möchte ich auch nicht sondern es ist ja wunderschön und so.
01:13:22: vielleicht ist es Leben.
01:13:24: ein Versuch kann man gern so stehen lassen.
01:13:26: Ich war mir vor zehn Jahren sicher ich will ein Leben klettern.
01:13:30: Das erfüllt mich aus.
01:13:31: Also wenn ich es mir schaffe, dieses Klettern und diese Leidenschaft ein Leben lang zu finanzieren bin ich zufrieden.
01:13:37: Dann kam mir die Höfe.
01:13:38: Das heißt das Kletter war gar nicht mehr möglich.
01:13:40: jetzt sind's die Höfen momentan.
01:13:42: Ich kann mich ganz schwer festlegen.
01:13:44: also das Leben...ich glaube da sehe ich nicht nur mich allein sondern es trifft auch viele birgt oft Dinge die man sich gar nicht vorstellen kann die plötzlich da sind.
01:13:55: Ich versuche in jedem eine Möglichkeit zu sehen ist immer eine Möglichkeit.
01:14:01: Ob es positiv oder einfach ist, leicht ist egal.
01:14:04: Das ist eine Möglichkeit und da muss ich entscheiden, ja gehe ich das ein?
01:14:09: Will ich es probieren oder eben nicht?
01:14:12: Jetzt muss ich nochmal abschieben fragen... Ja, aber jetzt mit diesem bzw schon in Bezug auf dem was du gerade gesagt hast Eben weil also jetzt ist der Bauernhof vorher war's das Klettern Aber das heißt du kletterst momentan auch gar nicht
01:14:29: Richtig!
01:14:29: Da kam noch etwas dazu.
01:14:31: Ich habe mir vor einem guten Jahr Die Schulter sehr blöd verletzt, also mit großen Schäden.
01:14:36: Knopelschäden, Knochenschäden... Biceps-Szene fast gerissen und natürlich da war es klettern nicht möglich.
01:14:43: zum Glück wo das operiert hat ganz gut funktioniert diese Operation aber das war der größte Einschnitt vielleicht.
01:14:51: Aber diese Schulterverletzung hat mich natürlich am Hof auch sehr blockiert weil das ist alles Handarbeit aber auch da sehend okay mit dieser großen Verletzung Es geht trotzdem irgendwie weiter ... ist auch heilend gewesen.
01:15:04: Und ich sehe so, das Leben geht immer irgendwie weiter... ... wir müssen nur für uns das Beste draus machen!
01:15:10: Also gibt keine jetzt geplante Bergtour oder es juckt dich auch nicht in den Fingern?
01:15:15: Nicht mehr so sehr!
01:15:16: Also das Klettern hat da eine gewisse... ... seh' ich so ein bisschen wie ein Schneepaltsystem.
01:15:21: also je mehr ich das mache desto mehr möchte ich,... ... desto besser werde ich, desto besseres mein Kopf,... ...desto mehr bin ich im Thema.... ...also je mehr Ich's mach desto mehr möchte ichs machen.
01:15:30: Und wenn es für eine gewisse Zeit nicht möglich ist, dann schrumpft auch ein bisschen diese Sehenzucht.
01:15:35: Sie ist noch da als kleine Flamme aber bei weitem nicht so zerreißerisch wie früher war.
01:15:42: also früher was wirklich und das sagen viele meine Freunde auch die kennen das genauso Es ist ein Drang.
01:15:47: ich muss mich erfahren Ich muss mich körperlich ausschöpfen Das habe ich nicht mehr und weg mit fünf und dreißig Jahren ist es auch des Alters etwas hilft
01:15:56: Ach Gott!
01:15:58: Ja, ja.
01:15:59: So alt bist du auch noch nicht?
01:16:00: Da
01:16:00: bin ich nicht.
01:16:01: aber diese Sturm- und Drangzeit habe ich vielleicht muss ich sagen zum Glück hinter mir.
01:16:06: Es ist nicht immer entspannend es ist eben auch ein Drang.
01:16:11: Kann man denn bei euch also bei euch kann man sich einen... was sind das Zimmern oder Wohnungen?
01:16:19: Wohnungen sind's.
01:16:21: Also es sind fünf Wohnungen
01:16:23: Fünf Wohnungen.
01:16:24: Das
01:16:24: kann man einfach machen,
01:16:26: da kann jeder einfach hin, das kann man buchen wenn man möchte.
01:16:30: Seid ihr immer voll?
01:16:31: Seid Ihr immer gut besucht?
01:16:33: Als wir es noch gemacht haben, jetzt haben wir uns einer jungen Pächterin übergeben, haben die Zimmer sehr ausgelastet gehabt und das war unerlässlich für den Hof.
01:16:45: also keine Frage!
01:16:46: Die Landwirtschaft in dieser Form mit den steilen Wiesen ist ein Negativgeschäft Und das geht allen Bauern in Südtorol so.
01:16:54: Also wenn, da ist schon diese Gastronomie, wenn man will oder diese Ferienwohnungsdätigkeit, dass das Geld bringt und wir führen unsere Ferien-Wohnungen unter dem Namen OLAB auf den Bauernhof.
01:17:08: richtig also für den Betrieb sehr wichtig und ich wünsche der jungen Pächterin, dass eben auch ihre Zimmer bald füllen kann.
01:17:17: Aber so einfach ist es nicht.
01:17:18: Südtortol hat eben sehr viele Besucher aber es verteilt sich Vor allem in die Hotspots natürlich.
01:17:24: Das heißt der untere Finchkau ist eher ein weniger bekanntes Gebiet, was aber in der heutigen Zeit muss ich sagen eher wenig... Ich sehe das nicht als Nachteil sondern ich seh' das als großes Glück weil natürlich Orte wenn sie zu oft und zu viel besucht werden, wenn da tausende Besuch am Tag wären dann wird ein Ort auch verbraucht.
01:17:42: also der ist dann irgendwann bösgesagt ausgelutscht.
01:17:46: Ja na klar!
01:17:48: Na klar, na klar auf jeden Fall.
01:17:50: Ach gut aber das ist ja interessant.
01:17:51: also wenn man uns jetzt zuhört kann man sagen hier ich hab Bock Ich mach mal Urlaub da oben.
01:17:56: Ja der Ort
01:17:57: ist ein Heilig Also jeder
01:17:59: Gast also wirklich jeder spürt dass dieser Ort sehr speziell ist.
01:18:03: Hier muss.
01:18:04: in der Vergangenheit und der Steinzeit war es einer oder dichtesten besiedelten Orte des ganzen Edgestalls.
01:18:10: Hier muß sehr viel passiert sein, ich bin jetzt nicht esoterisch angehaucht Aber sie ist ein Kraftort das merkt man.
01:18:16: Das heißt man merkt, dass hier seit vielen tausend Jahren schon Leute leben und diesen Ort geformt haben.
01:18:23: Und das ist vielleicht der Hauptgrund, der mich hier hält trotz aller Schwierigkeiten.
01:18:27: Meine Frau auch
01:18:27: glaube ich!
01:18:30: Ja, lieber Simon.
01:18:30: Vielen vielen Dank für das tolle Gespräch würde ich sagen.
01:18:32: wir kommen zu einem Ende.
01:18:36: Ich habe dir sehr gerne zugehört.
01:18:38: es war ich finde dass du das sehr sehr authentisch alles verkörpersst Und klar jetzt bin ich noch mal auf deinen vater auch eingegangen kurz über diese geschichte die du mit dem hast.
01:18:49: aber eigentlich hätte ich es mir auch sparen können weil Eigentlich geht's wirklich mehr um dich das merkt man ganz deutlich Weil Du so authentisch dieses ja dieses bergsteiger leben und auch eben mit dem Bauernhof so authentisch rüberbringst, dass man gar nicht das Gefühl hat eben du kommst aus dem Schatten.
01:19:06: Sondern da ist gar kein Schatten sondern du stehst eigentlich komplett in der Sonne und machst da dein eigenes Ding.
01:19:12: Also vielen Dank fürs Abschliessende!
01:19:14: Jetzt muss ich mein wie ich sehe ganz kurz anfügen noch...
01:19:17: Ja gerne!
01:19:18: Also
01:19:18: dieser Schatten der ist natürlich da Ich seh es und ich habe das immer sehr bewundert weil ich kenne meinen Vater sehr gut.
01:19:23: Ich hab ja auch ein paar Jahre mit ihm gearbeitet.
01:19:26: also dieser unglaubliche Drang nicht sitzen zu bleiben, sondern wirklich... das hat er.
01:19:33: Er warnt sich viel Energie und es habe ich immer sehr bewundert.
01:19:35: Das heißt dieser Schatten ist da der kann auch sehr groß sein aber der darf da sein.
01:19:40: Ich würde gar nichts sagen dass ich daneben in der Sonne stehe.
01:19:43: Sondern vielleicht stehe ich in diesem Schatten und es ist okay Aber ich hab'n nicht des Bedürfnis dahin auszutreten Sondern ja?
01:19:50: Ich hab's vielleicht geschafft wird auch nicht meinen eigenen Weg zu finden Und das ist eine Parallele die jeder In seinem Leben meistern muss.
01:19:57: Jeder muss ihm Leben ankommen und wir alle sind geprägt von unseren Vorgeschichten, von unseren Eltern.
01:20:04: Aber eben die Kunst ist es doch sein eigenes zu finden und ich glaube da bin ich auf einen ganz guten Weg.
01:20:10: Ja das glaub' ich auch!
01:20:12: Gut also Leute bucht die Ferienwohnung schaut euch die Dokumentation an.
01:20:17: Wir verlinken hier alles natürlich auch und ja ich wünsch dir und deiner Familie alles Gute Lieber Simon und wer weiß, vielleicht mache ich selber mal Urlaub bei euch.
01:20:29: Ich muss dir
01:20:30: empfehlen, Christopher!
01:20:31: Es ist ein sehr schöner Ort.
01:20:33: Nein, ich bedanke mich sehr für die Zeit, für das schöne Gespräch und wünsche alles Gute.
01:20:40: Ja wunderbar also bleib noch dran mach's gut bis... Und wie sagt man?
01:20:44: Sag mal ne, was ne Petri Heil sagt man nicht?
01:20:46: Wie sagt mein Berg?
01:20:47: Was sagt
01:20:48: man?!
01:20:48: Also man sagte einmal, ich sag das nie, man sagt eigentlich Berg Heil aber das widerspreebt mir.
01:20:54: Ich sag einfach gut gemacht.
01:20:56: Das
01:20:56: kann man schnell missverstehen, ja?
01:20:58: Ja,
01:20:58: ja.
01:20:59: Gut, dann sagen wir mal nix.
01:21:00: Also bis dahin mach's gut lieber Simon!
01:21:02: Bis bald
01:21:03: alles Gute, tschüss!
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