Hamburgs härteste Polizeiwache? | Michael Ehnert über seinen neuen Roman „Hamburg, Wache 16“
Transkript anzeigen
00:00:03:
00:00:16: Ich begrüße den Schauspieler und Tausend Sassar natürlich auch, ein unglaubliches Multitalent.
00:00:23: Endlich in meiner Sendung Michael Ehnert!
00:00:26: Lieber Michael... Hallo?
00:00:29: Jetzt frage ich mich gerade ist tausend sasser eigentlich einen Ausbildungsberuf oder...?
00:00:39: Das Wort habe ich lange nicht gehört.
00:00:40: Ich habe es auch noch nie benutzt, glaube ich schon gar nicht im Hinblick auf mich selbst.
00:00:44: aber nennt das du das sagst stimmt ja irgendwie
00:00:46: auch ein bisschen stimmter scale.
00:00:48: also man muss dazu sagen wir haben schon mal einen gespräch miteinander geführt.
00:00:53: dass war in der coronazeit.
00:00:54: über den zauberer von os kann ich hier unten auch einmal verlinken kann man sich gerne mal anschauen.
00:00:59: das war das erste mal dass wir uns begegnet sind und ich hab das auch wirklich sehr sehr nette erinnerung.
00:01:04: du auch
00:01:05: Ja, total.
00:01:06: Also das hat natürlich in erster Linie mit dir zu tun aber auch darüber dass ich endlich mal ausführlich mit jemandem über den Zauberer von Ost sprechen konnte.
00:01:13: Das ist ja auch nicht so Gang und Gebe Dass man Leute findet die sich für ein Film von neunzehundertneununddreißig interessiert.
00:01:19: Ja,
00:01:20: ja, ja Es war im Nachhinein eigentlich eine sehr sehr interessante Auswahl.
00:01:24: also Man muss dazu sagen es beim Rahmen meiner Film Talkshow Ich habe dann gesagt hab jemanden eingeladen wie dich zum Beispiel Hab gesagt du darfst einen film deiner Wahl der dir wichtig ist zum beispiel mitbringen Und du hast eben nicht für den Zauberer von aus entschieden.
00:01:37: Ich glaube auch einer der wirklich ganz wenigen Gäste damals, die auf so einen etwas älteren Film zurückgegriffen haben und dann habe ich ja eigentlich da erst noch mal ein bisschen mehr realisiert, auch in Vorbereitung darauf was das eigentlich für ein toller Film ist beziehungsweise, was deinem Hintergrund alles so gelaufen hat.
00:01:55: Das war schon spannend.
00:01:57: Ja manchmal ist das Making of echt nochmal ein Film für sich bei einigen Produktionen.
00:02:03: Auf jeden Fall.
00:02:04: Also das kann man sich anschauen, empfehlen wir hiermit und jetzt bist du da erneut!
00:02:09: Und wir sprechen heute nicht über den Zauberer von aus... Wir sprechen heute mal über Dich, das haben wir beim letzten Mal auch ein bisschen gemacht.
00:02:16: Aber heute beleuchten wir doch etwas deine Vita, deine Karriere und das wo du gerade stehst Und man sieht es schon im Hintergrund also für alle Zuschauer auf YouTube.
00:02:27: die Podcast-Zuhörer müssen das dann nachholen.
00:02:31: Im Hintergrund hast Du schon zwei Plakate aufgehängt.
00:02:33: Das eine ist Dein aktuelles Buch Hamburg Wache XVI heißt es.
00:02:38: Das ist jetzt erst vor kurzem rausgekommen.
00:02:40: Ja, tatsächlich am siebten April erst erschien und ich habe jetzt eine erste Buchpräsentation im Sankt Pauli Theater in Hamburg gehabt.
00:02:50: Und ich bin wirklich wahnsinnig froh und stolz dass es dieses Buch mittlerweile gibt weil die Entstehungsgeschichte des Romans vor zwölf Jahren
00:03:00: angefangen
00:03:00: hat.
00:03:01: Vor zwölft Jahren habe ich angefangen die Geschichte der Wache sechzehn in Hamburg aufzuschreiben.
00:03:07: Mein Vater war Polizist auf der Repa-Bahn in den Siebzigerjahren.
00:03:13: Ich war Punk in seinem Revier und wir sind uns oft auf der Straße begegnet, er in Uniform ich mit Irokesenschnitt und Lederjacke.
00:03:23: aus dieser Gemengelage habe ich halt unsere Familiengeschichte erzählt.
00:03:28: und im Hintergrund gibt es die zum Teil sehr spektakulären Ereignisse auf der repa-bahn Mitte der achtziger Jahre Und das sollte ursprünglich eine Serie werden.
00:03:42: Es gab da tatsächlich einen Entwicklungsauftrag von Sky, von dem Streaming-Anbieter.
00:03:47: Die sind ja mittlerweile aus der Herstellung von deutschen Inhalten leider komplett ausgestiegen und ich hatte dieses über Jahre sehr liebevoll und intensiv recherchierte Material liegen.
00:04:01: als jemand, der viel schreibt Drehbücher schreibt Theaterstücke Jemand, der selbstständiger Künstler ist hat man sowieso immer wahnsinnig viele Projekte in Schubladen die dann nie gemacht werden und die man dann wahrscheinlich am Lebensende anschaut und denkt oh Gott hätte ich doch noch drei weitere Leben gehabt.
00:04:17: Und bei dieser Geschichte wollte ich unbedingt dass es am Ende ein Werk gibt und wenn das keine Streaming Serie geworden ist wollte ich die Geschichte trotzdem aufschreiben und habe dann das erste Mal im meinem Leben tatsächlich einen Roman geschrieben und das war eine sehr spannende Arbeit.
00:04:34: Warum hat sich oder warum ist Skyler ausgestiegen?
00:04:37: Aus der Produktion von deutschen Inhalten, falls ich es nicht lohnt.
00:04:40: Oder was weißt du das
00:04:41: ja?
00:04:42: also Ich glaube dass die einfach festgestellt haben Dass sie mit deutschen Inheiten keine neuen Abonnenten gewinnen.
00:04:48: Also das was die quasi gemacht haben Hat nicht dazu geführt dass sky sich wirklich hat etablieren können gegenüber Amazon Prime oder oder Netflix und deshalb senden die jetzt quasi nur noch Material, was in anderen Ländern hergestellt wird.
00:05:07: Und Fußball?
00:05:08: Und Fußball!
00:05:09: Genau das muss an dieser Stelle erwähnt werden.
00:05:12: ich Bevor wir auf das Buch noch mal weiter natürlich eingehen, muss ich sagen.
00:05:15: Also wenn man dich nicht kennt und das sind ganz wenige Menschen da draußen die noch nie von dir gehört haben.
00:05:20: Aber also man kenne ich auch aus dem Fernsehen so ein bisschen.
00:05:23: du hast in vielen Serien mitgespielt aber es ist eben auch... Ja, du lässt sich nicht direkt einkategorisieren habe ich das Gefühl.
00:05:30: Das erste Mal bin ich auf dich aufmerksam geworden lange vor Corona.
00:05:34: Da war ich noch ein bisschen jünger.
00:05:36: Ich erinnere mich ganz dunkel an so ein Programm, wo du auf der Bühne standest.
00:05:41: Das war dein eigenes Programm und es hatte irgendwie einen leichten Bezug zu Actionfilmen und Stipp langsam.
00:05:47: Daran könnt ihr
00:05:48: noch erinnern?
00:05:49: Ja!
00:05:50: Das muss schon ein bisschen länger her sein.
00:05:51: Und das ist auch so.
00:05:53: dieser Mischmarsch, also du machst ja auch mit deiner Frau hast du auch zum Beispiel ein Programm gemacht.
00:05:58: Du bist auf der anderen Seite auch Autor.
00:06:00: Also Drehbücher hast du gerade erwähnt die du beschrieben hast Stoffe, die du entwickelst aber eben auch Theater Aber nicht klassisch, aber auch klassisch.
00:06:07: Also man kann nicht genau sagen was du eigentlich bist.
00:06:11: wie würdest du dich denn selber Beschreiben?
00:06:13: einfach sagen ich bin halt Künstler oder Was ist für dich so der Schwerpunkt?
00:06:16: Oder wenn du auf der Bankenkonto eröffnest Fragen nach deinem Beruf, was hast du dann?
00:06:20: Schauspieler oder...
00:06:22: Ja tatsächlich ist das auch die einzige Ausbildung, die ich habe.
00:06:26: Schausspieler also.
00:06:27: ich hab hier in Hamburg die Schauspilschule besucht Mitte bis Ende der achtziger Jahre und ich wollte tatsächlich Schauspiele werden weil ich ein totaler Filmfreak war schon immer.
00:06:39: Also Ich habe mit Theater wirklich gar nichts am Hut gehabt als Kind und Jugendlicher.
00:06:44: Das einzige Theater, mit dem ich mal konfrontiert wurde war vielleicht ein Weihnachtsmärchen was uns in der Schule gezeigt wurde oder das Unsorgtheater im Fernsehen oder so und für mich war Theater überhaupt keine Perspektive.
00:06:56: da wollte ich gar nicht hin.
00:06:57: Ich bin von klein auf an wirklichen totaler Seniast und Filmfreak gewesen und wollte selber immer große Filme machen Und jetzt wissen wir, dass Deutschland nicht die große Filmnation ist.
00:07:11: Das ist schon wahnsinnig schwer als Schauspieler in Deutschland arbeiten zu können.
00:07:18: Große tolle Projekte finden meistens ohne mich statt und es gibt halt nicht besonders viel.
00:07:26: Üblicherweise ist es so wenn man Fernseh- und Filmschauspielern in Deutschland ist dann wartest du das dein Telefon klingelt und irgendjemand dich anruft um dir eine Rolle gibt Und mir war das immer zu langweilig.
00:07:38: Ich habe dann einfach angefangen, Stücke zu schreiben fürs Theater für die Bühne.
00:07:43: Also ich hab quasi während der Schauspielschulzeit so ein bisschen die Liebe zum Theater überhaupt erst kennengelernt.
00:07:49: und das Gute war dass ich keine
00:07:51: Ahnung hatte von Theater
00:07:53: und also wirklich nicht wusste wie das geht.
00:07:55: und schon damals mit einem Kollegen von der Schauspielschule Christian Bader haben wir uns Bader Enad Kommando genannt und haben unser erster Stück auf die Bühne gebracht.
00:08:06: Und die Leute, die das gesehen haben, waren nicht ganz sicher was wir da machen.
00:08:10: Ist das Kabarett?
00:08:11: Ist das Comedy?
00:08:12: Ist es Theater?
00:08:13: Ist Schusswaffen-Verkaufsmesse?
00:08:16: Weil wir natürlich mit Schusswerfen unterwegs waren, weil wir eigentlich Filmfreaks waren... Das hat sich so ein bisschen durch die gesamte Arbeit auf der Bühne gezogen in den kommenden Jahrzehnten, dass es immer irgendwelche Film-Assoziationen gibt.
00:08:33: Dass das sehr schnell geschnitten ist, also manchmal auch eben nicht theatral-illegisch sondern wirklich wild und das sind ja... Jemand hat mal gesagt großes Kino ohne Leinwand und das fand ich einfach eine tolle Beschreibung für das was ich gemacht habe Entweder dem Duo als Bader-Inert-Kommando oder in meinen Solo-Programmen, was du gesehen hast.
00:08:56: Oder jetzt mit meiner Frau Jennifer... Da ist sie!
00:08:59: Nee,
00:09:00: da!
00:09:00: Da ist ja der Tiertier.
00:09:00: Genau, da muss man erst mal dran
00:09:01: gewöhnen.
00:09:02: Du hast es verwechselt.
00:09:03: Hast gesagt, er ist der Polizist, aber das ist so geil.
00:09:06: Kennen Sie aber, da ist sie.
00:09:08: Genau und wir haben tatsächlich ein ... Das erste Programm, was wir zusammen entwickelt haben, was ich dann geschrieben habe, dass hieß auch Küs langsam an Lehnung, an Stirb langsam natürlich Und es geht um Paarthematiken, aber in einem sehr wilden Film-Szenario.
00:09:27: Guckst du eigentlich diese Filme heute noch?
00:09:28: Guckest du dir nochmal so was an wie Stipp langsam oder bist du da raus?
00:09:33: Nee, gucke ich tatsächlich noch!
00:09:35: Also ich würde jetzt nicht sagen regelmäßig... Aber es gibt so ein paar Filme die ich regelmäßig gucke.
00:09:38: ist der Paare eins bis drei glaube ich einmal im Jahr muss das irgendwie sein, der Zauberer von Ors.
00:09:45: Es gibt so ein paar Filme, die ich immer wieder gerne sehe.
00:09:48: Mein ultimative Lieblingsfilm ist wahrscheinlich Magnolia, den ich wirklich enorm schätze und immer wieder sehr gerne seh.
00:09:57: Aber auch Lethal Weapon oder Die Hard sind natürlich Filme ,die ich gerne
00:10:03: gucke.
00:10:04: Ja, genau.
00:10:04: Absolut!
00:10:05: Ein Traum für den Shit.
00:10:11: Prüße gehen raus an den Steven in Tremen.
00:10:14: das mein T-Shirt drucker unter anderem auch mit dem mache ich auch einen FlipPodcast aber der ist auch T-shirt Drucker und hat mir dieses tolle T-SHIRT gemacht.
00:10:19: so sehr
00:10:20: klasse.
00:10:23: ja Magnolia hast du denn diesen neuen One Battle After Another von Paul Thomas Anderson geguckt?
00:10:32: Hat er verdient gewonnen?
00:10:35: Den Oscar?
00:10:36: Ach, ich will das jetzt niemanden nicht in Abrede stellen wenn niemanden Oscar gewinnt.
00:10:41: Der ist schon toll der Film aber ich finde es halt nicht die stärkste Arbeit von Anderson.
00:10:47: also das gibt's einfach Filme die mich sehr viel mehr mitgenommen haben.
00:10:53: Aber jetzt Leonardo DiCaprio ist einfach toll.
00:10:57: lustigerweise haben Jennifer und ich in den letzten Wochen angefangen Ich weiß gar nicht genau warum Sämtliche Leonardo DiCaprio Filme nochmal zu schauen.
00:11:08: Vorgestern oder so haben wir geschaut Gilbert Grape und das ist schon Hammer, was der Typ von Anfang an für eine Leistung hingelegt hat!
00:11:20: Jetzt bin ich selber Schauspieler und bin einfach nie in solchen Arbeitszusammenhängen gewesen.
00:11:26: Also ich habe nie die Chance gehabt mit einem tollen Regisseur, einer tollen Regie an einem tollem Buch zu arbeiten sondern meistens sind das dann sehr schnell fertigzustellende Serienproduktion für das deutsche Vorabend-Fernsehen so Und das ist auch alles nicht schlecht aber es ist natürlich eine völlig andere Art zu arbeiten.
00:11:47: Insofern Wünschte ich mir, ich könnte einmal in einem Projekt dieser Größenordnung wirklich schauen was sich als Schauspieler tatsächlich so leisten kann.
00:11:57: Weil Leonardo DiCaprio jenseits dessen das die Filme sehr unterhaltsam und klasse sind ist einfach eine ... weiß nicht Naturgewalt oder ein solches Schauspieltalent dass es einen Riesenfest ist den einfach arbeiten zu sehen.
00:12:15: Er wird ja manchmal ein bisschen dafür kritisiert, dass man sagt er wirkt manchmal zu bemüht um den nächsten Oscar zu gewinnen.
00:12:21: Also so unbedingt unbedingt unbedingt.
00:12:24: Ich finde aber auch bei diesem Film zum Beispiel jetzt bei One Battle After Another das es Momente gibt wo man merkt wo er spielt wo man denkt oh wow das ist genau deshalb ist der auch so bekannt weil manchmal verschwimmt dann die Grenze zwischen Schauspiel und Realität Kommt noch in so eine dritte Stufe kommt irgendwie raus und irgendwas, was man auch spüren kann oder was man als Mensch spürt.
00:12:46: Weil man es auch im Alltag kennt das transportiert ja auf die Leinwand.
00:12:50: Das kann er irgendwie dann doch ganz gut.
00:12:51: und deswegen finde ich naja ist wie gesagt ohne nicht ohne Grund so berühmt.
00:12:55: Und bei dem Film dachte ich aber auch mehr hat er gut gefallen.
00:12:58: Aber ich dachte er hatte natürlich auch wenig Konkurrenz gehabt denke ich im Oscar Rennen.
00:13:01: das war natürlich vielleicht und Paul Thomas Anderson hat irgendwie auch verdient.
00:13:04: Ich war froh dass er immer wieder da ist und auch ein film gemacht hat wo man gesagt hat toll Ja
00:13:09: Das glaube ich auch der erfolgreichste, also kommerziell.
00:13:13: Ja
00:13:15: das mag sicherlich sein.
00:13:16: Ich verstehe das und kann nachvollziehen dass man da vielleicht auch gerade wenn man Schauspieler ist mit so einem bisschen Wehmut vielleicht dahin schaut weil man natürlich hier erstmal die Filmemacher finden muss.
00:13:28: mir sagte mal jemand Das Problem ist nicht, dass es nicht genug Leute gibt.
00:13:33: Ich glaube sogar das sagte mir Leander Hausmann der Regisseur, sagt er, dass das nicht genügend Leute gibt die nicht bereit sind ihre Möglichkeiten, ihr Talent und ihre Zeit in Projekte zu stecken sondern es gibt wenig Leute die diese Projekten vorantreiben.
00:13:46: also sie sagen ich mache das jetzt.
00:13:48: Davon gibts wenig!
00:13:49: Und das ist das Problem auch in Deutschland glaube
00:13:51: ich dann Naja, ich kann nicht dir zustimmen.
00:13:54: Und beim Film ist es natürlich so dass egal wie sehr du es vorantreibst Du brauchst immer ein Team und immer ein Mitstreiter.
00:14:01: Du musst Leute finden die genauso brennen wie du für diese Idee Sei es wenn du Autor bist und selber einen Drehbuch schreib sei es dann Regie oder Produzent also Leute die in anderen Gewerken wirklich bereit sind sich voll einzusetzen.
00:14:18: Ich habe das im Theater insofern ein bisschen einfacher, weil wenn ich einen Stück schreibe... ...ich hab mittlerweile durch die thirty-fünf Jahre Tour, die ich mache in Deutschland.
00:14:28: Also thirty-five Jahre Tournee-Theater ganz viele Kontakte zu Spielorben.
00:14:33: und mittlerweile ist es so, wenn ich ein neues Programm entwickle dann gehe ich zwei Jahre vorher in den Verkauf.
00:14:42: Das heißt, ich verkaufe eine Tournee, ich mach nen Plakat mit einem Gesicht von mir drauf und im Titel, und dem Pressetext.
00:14:49: Und das Stück gibt es noch nicht!
00:14:50: Aber ich gehe in den Verkauf und verkaufe eine Tournee und habe dann vielleicht fünfzig-achtzig Vorstellungen... ...und dann fange ich an zu schreiben.
00:14:57: Das heißt, ich weiß tatsächlich, ich kann das was ich als Idee habe verwirklichen.
00:15:02: Ich kann am Ende das tatsächlich realisieren.
00:15:06: Ich kan damit Geld verdienen.
00:15:08: Es ist genau das, was ich machen möchte.
00:15:10: Und dass ist ne unheimliche Freiheit die ich so empfehlen nie hätte, die wahrscheinlich niemand hat.
00:15:15: Also nicht nicht mal vielleicht Tom Cruise oder so weißt du.
00:15:20: also der Filmbusiness einfach sagen kann wir machen das so wie ich es sage in jedem Bereich oder gar nicht.
00:15:25: da gibt es glaube ich eine ganz ganz kleine Hand voll Leute die das überhaupt leisten kann und beim Theater ist das möglich und ich habe Riesenspaß daran sowohl alleine auf der Bühne zu stehen und und Stories zu entwickeln den Leuten Geschichten zu erzählen.
00:15:45: Das sind oft eben, es ist eine Mischung aus Theater mit durchgehender Handlung gleichzeitig sehr comedyhaft und die Leute kriegen eine Geschichte mit und die zum Teil sehr lustig ist und zum Teil auch sehr emotional.
00:16:00: also eine etwas merkwürdige ungewöhnliche Mischungen.
00:16:04: Und ich habe in Jennifer einfach eine kongeniale Partnerin gefunden, die von Anfang an seit wir uns kennen diese Art von Theaterkunst mochte und mit eingestiegen ist.
00:16:14: Jetzt haben wir eben nach Küs langsam noch Zweikampfhasen gemacht und unser drittes Programm ist das hier.
00:16:23: Wir müssen reden!
00:16:24: Damit sind wir jetzt aktuell gerade bundesweit
00:16:26: unterwegs.
00:16:29: Diese Arbeit, was du jetzt gesagt hast quasi schon sein Programm verkauft, bevor man es eigentlich geschrieben hat.
00:16:36: Das ist eine klassische Kabarettisten-Komite in Arbeit.
00:16:42: Die natürlich für dich... Ich kenne das ja auch, ich kenne so ein paar Kabarettisten die dann immer Blut- und Wasserschwitzen.
00:16:48: Also sie haben es schon verkauft.
00:16:49: aber da müssen sie auch noch die Gags entwickeln.
00:16:54: Aber du musst als Kabarettist alle drei Jahre quasi auch ein neues Programm rausbringen weil alle das von dir verlangen.
00:17:01: Dein Agent, die ganzen Bühnen, alle.
00:17:03: Du selbst?
00:17:05: Was du beschreibst ist nochmal sehr konkret das klassische Kabarett also wo man wirklich sehr regelmäßig neue Programme liefern muss eben auch tagispolitisch abarbeitet und du kannst jetzt halt kein Programm über Olaf Scholz mehr liefern.
00:17:19: Das will dann halt keiner mehr sehen,
00:17:21: aber
00:17:21: die Programme, die wir machen sind nicht tagispolitisch sondern sie sind im weitesten Sinne gesellschaftspolitisch philosophisch und stellen sich so übergeordnete Fragen dass wir zum Beispiel Küs langsam seit zwölf Jahren spielen und das ist im Kabarett extrem ungewöhnlich.
00:17:40: Aber es funktioniert, weil wir grundsätzliche Fragen stellen
00:17:44: und bearbeiten.
00:17:46: Ja und dann verschwimmt das halt wieder auch mit dieser anderen Arbeit von dir also mit Theater mehr mit vielleicht auch wieder ein bisschen filmisch das ganze angehen?
00:17:53: Das meine ich halt.
00:17:53: deswegen kann man ja nicht so direkt in eine Kategorie stecken.
00:17:56: Da stimmt.
00:17:59: Als Autor war's halt immer so dass sich Mir über die Jahrzehnte muss man ja mittlerweile sagen, eine gewisse Qualität angeeignet habe was Dialoge anbelangt.
00:18:09: Weil also wenn ich Drehbücher schreibe oder Theaterstücke schrei be dann krieg ich oft ganz positive Rückmeldungen Insbesondere von Schauspielern, die sich freuen, dass ich als Autor selber auch Schauspieler bin.
00:18:24: Weil ich weiß was brauchten Szenenaufbau beim Dreh?
00:18:28: Was muss ich als Schausspieler wissen wenn ich in die Szene gehe?
00:18:31: Was ist mein Ziel?
00:18:33: Das sind Dinge, die muss man in der Szene herauslesen können und bei nicht so guten Autoren ist es halt oft irgendwas.
00:18:41: Man fragt sich dann als Schauspieler.
00:18:42: Ich habe das selber oft erlebt dass du ein Drehbuch bekommst und bist am Set und sagst, wie soll ich das spielen?
00:18:48: Und dann sind die Dialoge möglicherweise auch noch etwas sperrig geschrieben so, dass du das auch nochmal umformulieren musst.
00:18:55: Ich habe jetzt relativ viel für Nothof Hafenkante geschrieben und da gibt es sehr positive Rückmeldungen von den Kollegen, die sagen deine Bücher können wir so vom Blatt runterspielen.
00:19:05: Da wissen wir einfach, die Texte stimmen, die Dialogue stimmen ,die Situationen stimmen.
00:19:11: Und das war immer meine große Qualität.
00:19:14: und als ich jetzt Hamburg-Wache XVI geschrieben habe, also einen Roman.
00:19:19: War ja die Herausforderung ein bisschen eine andere Ja?
00:19:23: Ich hab dann gedacht um Gottes Willen was braucht man, um Roman zu schreiben?
00:19:28: Habe ich bei Google nachgefragt und Antwort war ein Computer und eine Tastatur.
00:19:33: Dann hab' ich's gemacht!
00:19:36: Es ist ne andere Art zu schreiben.
00:19:38: es ist halt nicht so dialoglastig Sondern es sind oft sehr eleggische Beschreibung auch von Situationen.
00:19:46: Und für mich war das eine ganz neue Erfahrung, einen Roman zu schreiben und klingt doof.
00:19:52: aber ich bin super happy mit dem Ergebnis.
00:19:56: Man muss natürlich dazu sagen ist es kein Krimi, wenn man erst mal Polizisten irgendwo sieht auf einem Cover, denkt man immer ah, Krimhi!
00:20:05: Du hast gesagt in einem anderen Interview dass dich das auch ein bisschen langweilt, Krimis zu schreiben.
00:20:12: Weil wir eine Krimination sind hier in Deutschland?
00:20:15: Ja ich glaube du hattest bei unserem ersten Gespräch als wir über den Zauberer von ausgesprochen haben, hattet du kurz vorher meine Vita durchgelesen und sagst es ist alles sehr viel Mord.
00:20:26: Norden auf Mord, Norden im Morden, Morden Norden.
00:20:29: irgendwie ist sehr viel mord So, und das ist aber eben tatsächlich auch der deutschen Fernsehlandschaft geschuldet.
00:20:35: Weil das ist das was produziert wird weil es das ist was geguckt wird.
00:20:41: Und ich habe als Schauspieler Ich würde mal sagen fast fünfzig Prozent meiner Rollen die ich seit Mitte der neunziger Jahre gespielt habe sind Polizisten.
00:20:53: Es ist junger Streifenpolizist Kommissar Polizeipräsident LKA-Mann SEK Chef Also immer irgendwas mit Polizei.
00:21:02: Und als ich dann meine ersten Triebeaufträge bekommen habe, waren die eben auch von Notrufhafenkante, von Cobra-Elf, von Morden im Norden also Krimi-Formate, die ich dann auch erfüllen musste und irgendwann ist das als Form einfach nicht mehr interessant.
00:21:18: ja man versucht natürlich in der Charakterzeichnung irgendwie speziell und interessant und unterhaltsam zu sein aber letzten Endes läuft es doch immer wieder auf einen Ermittler hinaus, der sagt wo waren sie gestern um acht zu nur dreißig?
00:21:31: und dann schlage ich echt mit dem Kopf auf die Tischplatte weil ich denke ich kann es nicht mehr hören.
00:21:38: Und Hamburg Wache sechzehn ist eben tatsächlich eine Milieustudie aus einer Polizeieinheit heraus erzählt, die in den Siebziger-und Achtzigerjahren spielt.
00:21:49: das ist zu einem ganz großen Teil auch meine Familiengeschichte und das ist eher ein Sozialdrama oder so ein Zeit Bild, ein St.
00:21:58: Pauli-Epos aus vergangener Zeit.
00:22:01: und da gibt es keinen Fall, da gibt's kein Kommissar weil das besondere an Streifenpolizisten ist ja eigentlich auch dass sie gar nichts ermitteln sondern sie fegen eigentlich nur den Dreck weg denen andere da so liegen lassen.
00:22:15: im übertragenen Sinne und Das ist auch schwer damit umzugehen als Polizist, dass du immer wieder mit Fällen konfrontiert wirst mit Schicksalen Dann schreibst du einen Bericht und gibts den weiter.
00:22:30: Und erfährst gar nicht, was mit dem Leuten dann doch mal geworden ist.
00:22:35: Na klar!
00:22:36: Und aus dieser Gemengelage heraus hab ich halt diesen Roman geschrieben.
00:22:43: Hast du eigentlich mal bei einem Rosamundepilcher-Film auch so ein Liebhaber gespielt?
00:22:47: Nee das würde mich heute interessieren.
00:22:49: Du hast nur Polizisten gespielt aber siehst ja jetzt nicht so schlecht aus.
00:22:54: Man kannte dich ja noch... irgendwie so zurechtbiegen oder?
00:22:57: Das ist sehr zauberhaft, dass du das sagst.
00:22:59: Komischerweise ist es fast nie passiert also die totale Ausnahme, dass ich als Love Interest oder charmante Schwiegersohnen oder Ehemann oder so irgendwo auftauche.
00:23:13: Das sind vielleicht vier fünf sechs Mal gewesen im Laufe meiner Karriere.
00:23:17: Oft ist es entweder der Polizist oder der üble Anwalt der Kriminelle.
00:23:24: Also ich bin eher so für Arschlöcher abonniert und meine Frau sagte mir, ich kann das sehr gut was auch nicht damit meint.
00:23:35: Das ist irgendwie so das Rollenfach um.
00:23:37: man wünscht sich ja eigentlich immer zweierlei als Schauspieler.
00:23:42: Man wünsht sich einerseits eine Marke zu werden dass alle sagen boah das isst er Enad und er kann das und er steht dafür Und andererseits möchte man aber zugleich doch vielseitig arbeiten und nicht immer das Gleiche
00:23:53: machen.
00:23:54: Na ja, klar!
00:23:56: Ich meine vielleicht ist es auch, dass man irgendwann einfach dann so ein bisschen die Schublade selbst gefunden hat oder die anderen haben sie für einen gefunden?
00:24:04: Dann ist ja auch immer wieviel Anstrengungen verbringe ich damit da wieder rauszukommen oder mich anders zu positionieren.
00:24:11: Wo bin ich überhaupt?
00:24:11: Kann ich das hier überhaupt machen?
00:24:13: Also
00:24:14: kommen wir viel zusammen glaube ich.
00:24:16: Ich glaube, es kommt darauf an wie glücklich du mit dieser Schublade bist.
00:24:20: Also ich denke dann an Leute wie Roy Black oder so der immer Rock'n'Roll machen wollte und sich plötzlich als Schlagerfotzi wiedergefunden hat.
00:24:30: Und ich weiß nicht ob das der alleinige Grund war aber am Ende steht er Suizid ja?
00:24:35: Und ich glaube schon dass man auch als Künstler Gefahr laufen kann irgendeinem Marktsegment hinterher zu laufen um damit unglücklich zu werden.
00:24:46: Und für mich war immer das Entscheidende eigentlich schon seit der Schauspielschule Zeit.
00:24:50: Ich möchte Dinge machen, die ich geil finde und ich war eines meiner ersten Theater-Engagements, am Bayerischen Staatschauspiel am Residenztheater in München Anfang der Neunzigerjahre und das ist eine der größten deutschsprachigen Bühnen mit einem ganz tollen Renommee Und da waren unheimlich tolle Kollegen, da waren ganz tolle Regisseure die da gearbeitet haben.
00:25:15: Ich habe nach einem Jahr mir einen Termin beim Intendanten geholt und hab gesagt ich kann nicht mehr, ich möchte hier nicht mehr bleiben weil das ist nicht meine Vorstellung vom Theater ans schwarze Brett zu gehen um zu sagen was spiele ich jetzt als nächstes?
00:25:28: den Ferdinand oder den Hamlet oder wen auch immer?
00:25:33: den Rosenkranz?
00:25:35: keine Ahnung sondern ich möchte eigene Projekte schaffen.
00:25:38: Ich möchte selber was auf die Beine stellen.
00:25:40: und das Lustige war, dass sich zu dem Zeitpunkt einen Auftritt in Aussicht hatte mit dem Bader-Enat-Kommando in einem Jugendzentrum im Hamburg-Bergelorf.
00:25:51: Und dann hat der Internet gesagt ja aber was machst du denn stattdessen?
00:25:55: Dann habe ich gesagt Ja, ich hab da so ein Jugendzentrem im Hamburger Auftritt und da möchte ich hin.
00:26:01: Der hat wahrscheinlich auch gedacht naja gut und dann gab es eine Auflösungsvertrag und seitdem bin ich nirgendwo mehr fest angestellt gewesen, sondern habe immer das gemacht was ich machen wollte und da reitet man dann manche Welle nicht die sich anbietet.
00:26:16: Mancher Zug fährt ohne einen ab, aber unter dem Strich blicke ich auf sehr viele Arbeiten zurück, die ich richtig cool finde.
00:26:28: Jetzt hast du gesagt dein Roman Hamburg-Wache XVI spielt in den Siebzigern?
00:26:38: in den Sechzigern geboren, schätze ich.
00:26:43: Ist dann schon genug da gewesen an Wahrnehmung im jungen Alter?
00:26:47: Dass du sagst, ich weiß noch wenn ich jetzt heute über die Siebziger schreibe weiss dich und etwa wie es damals war also so dass das auch für Leute die sage ich mal älter waren damals in den siebzigern sagen ja genau so wars
00:27:00: Ja, absolut.
00:27:01: Also vieles in dem Roman sind natürlich dann... Ich bin nicht mit neun auf der Rehbarbahn gewesen, klar!
00:27:09: Aber ich habe meinen Vater an der Wache besucht und saß mit im Streifenwagen und hab diese Männer da erlebt was die so machen.
00:27:16: Ich bin dann später mit siebzehn selber in das Viertel gezogen Und viele Sachen, die ich in den Roman beschreibe wo ich noch kleiner bin, sind natürlich familiäre Konflikte, die aufgetaucht sind weil weil.
00:27:31: meine Mutter hatte Mitte der siebziger Jahre ihr lesbisches Coming-Out und hat sich dann quasi aus dieser Polizeifamilienwirklichkeit rausgezogen.
00:27:44: Und das hat unsere ganze Familie so auseinanderfliegen lassen, da kann ich sehr viel von erzählen auch wenn das nur am Rande mit mit einer Polizeiviertlichkeit zu tun hat.
00:27:57: Erfindest du das auch im Buch Stadt?
00:27:58: Also wird diese Geschichte aufgegriffen?
00:28:00: Ja, ja genau.
00:28:04: Man nennt es Autofiktiv.
00:28:06: also das ist schon irgendwie was autobiografisches was ich da mache.
00:28:10: aber zum Beispiel viele Leute die auf dem Kiez bekannt waren den habe ich hier andere Namen gegeben weil ich gar nicht in die Situation kommen möchte so der Hamburger Stadtschreiber zu sein zu sagen so war das damals und das war der und er hat das gemacht sondern mir ging es darum, einen gewissen Spirit dieser Zeit wieder aufleben zu lassen.
00:28:31: Und das Tolle ist dass ich dafür mit sehr vielen Ex-Polizisten gesprochen habe die mit meinem Vater an der Wache zusammen war.
00:28:37: Mein Vater ist mittlerweile schon tot er ist schon Ende der Neunziger gestorben dem konnte ich nicht mehr so viel fragen aber seine Kollegen eben und ich hab mit Sexarbeiterinnen gesprochen mit Journalisten gesprochen mit Fotografen die viel in der Zeit unterwegs waren Und das habe ich halt alles gesammelt, um diese Zeit wieder auferstehen zu lassen.
00:28:57: Die haben es gelesen die Polizisten mit denen ich gesprochen hab und da ist ziemlich einhellig die Meinung, dass nicht alles hundertprozentig so passiert wie's hier steht.
00:29:07: aber irgendwie war's genau so.
00:29:09: Das war für mich einen Riesenlob.
00:29:13: Und jetzt sag mal dieses Coming Out von deiner Mutter hat das irgendwas... Wie alt warst du da als was passiert ist?
00:29:22: Neun.
00:29:23: Und ich habe drei ältere Geschwister, für die war das noch ein bisschen dramatischer sage ich mal oder überhaupt in irgendeiner Form dramatisch weil sie sich gegenüber ihren Freunden und Freundinnen da irgendwie noch mehr erklären mussten.
00:29:36: was ist denn aber euch los?
00:29:37: Wieso wohnen da jetzt zwei Frauen?
00:29:39: Das war schon Mitte der Siebziger sehr ungewöhnlich Und dadurch, dass ich noch so klein war, war das für mich schade, dass mein Vater weg ist.
00:29:49: Jetzt sind hier irgendwie zwei Frauen.
00:29:51: Da war eher die Trauer um die Auflösung der Ehe meiner Eltern im Vordergrund als jetzt das Thema Homosexualität.
00:30:04: Hast du deinen Vater immer noch regelmäßig gesehen?
00:30:09: Ja!
00:30:09: Das ist ja etwas, was früher auch fast Standard war.
00:30:13: Dass Kinder bei der Mutter bleiben, da wurde dann gar nicht so viel diskutiert und der Vater hat einen Besuchsrecht und ich habe eigentlich bis zu seinem Lebensende ein super gutes Verhältnis mit ihm gehabt.
00:30:24: wenn gleich wie wir gesagt auf verschiedenen Seiten standen er als Polizist, ich als Punk
00:30:29: Ja gut aber jetzt würde man sagen klassisch das es eine Aufledung gegen das Elternhaus.
00:30:33: Warst du also als Panker?
00:30:40: Nö Also, ich hab nie den Job des Polizisten jetzt auch so ganz grundsätzlich kritisiert.
00:30:48: Beispielsweise wenn ich als Jugendlicher an der Wache gewesen bin und mit dem Kollegen meines Vaters und ihm zusammen im Aufenthaltsraum saß und plötzlich kommt ein Notruf rein das irgendwo eine Massenschlägerei ist Und sieben-ach Polizistinnen lassen gleichzeitig ihr Franz Brötchen fallen und rennen los um genau da hinzufahren an den Ort, von dem alle gerade weglaufen.
00:31:14: Dann kommt man nicht umhin wirklichen Respekt zu haben für diese Polizisten und zu sagen wow das ist schon ein cooler Job, den
00:31:25: die machen!
00:31:26: Und das war für mich immer ein Teil der Wahrheit und ein anderer Teil war halt dass ich als Punk mitunter auf Demonstration oder so auch blöde Erlebnisse mit Polizistinnen hatte und deshalb glaube dass ich gar nicht so pro oder kontrapolizei bin, sondern verstehe mich da eher als ein Beobachter von außen und versuche das möglichst wertfrei zu beschreiben was in dieser Zeit passiert ist.
00:31:51: Und Punk war sicher auch ein bisschen die Weiterentwicklung dessen was meine Brüder mir vorgelebt haben.
00:31:58: Ich habe eine ältere Schwester und zwar älteren Brüdern was man damals so an Rockmusik und so gehört hat.
00:32:05: Und ich wollte dann als jemand, der da versucht aufzuschließen vielleicht nur einen Schritt weitergehen sagen soll jetzt muss er auch Punk sein.
00:32:12: Und Punk hatte ja eine starke politische Komponente und ich glaube dass das für mich auch immer schon ein Punkt war jenseits der Musik und der Subkultur, dass ich ein politisches Anliegen vertrete.
00:32:24: Das ist eigentlich eine sehr interessante Mischung.
00:32:27: also die Männer Meistens sind es Männer, die ich kenne, die irgendwie Panker waren in jungen Jahren.
00:32:34: Die hatten immer auch ein sehr gespaltenes Verhältnis zur Polizei.
00:32:39: Bei dir kommt dieses familiäre dann noch mal dazu.
00:32:42: Das macht's ja schon ganz interessant so wie differenziert du eigentlich da mit umgehen musstest oder einfach umgegangen bist?
00:32:51: Ja, gar nicht mit diesem houty Bullenblatt wie Stullen.
00:32:57: Wir sind jetzt hier und wir besetzen Häuser und das ist ja bei dir so ein bisschen differenzierter.
00:33:01: Bisher wie so ein sensibler Panker, kann man sagen.
00:33:04: Sensitiver!
00:33:07: Eine Freundin von mir hat früher mich auch mal als Ottoversand-Punk bezeichnet weil mein Zimmer war zu aufgeräumt.
00:33:13: also es war ihr dann alles irgendwie zu clean.
00:33:15: und stimmt dir das alles so nicht aus ihrer Perspektive?
00:33:23: Na ja, okay.
00:33:24: Aber kam das für dich nie in Frage auch Polizist zu werden?
00:33:29: Nee!
00:33:30: Also das ist vielleicht mal so.
00:33:32: als ganz kleiner Junge, weißt du wenn man fünf sechs sieben ist dann sagt man vielleicht die Filmerpolizist werden aber eigentlich war das nie mein Ding.
00:33:41: ich wollte irgendwann mal Tierarzt werden dass vielleicht auch noch mit zehn oder elf
00:33:48: Ich auch, da hätten wir die Gemeinschaftspraxis machen.
00:33:50: Na siehst du!
00:33:52: Und dann habe ich aber echt schon sehr früh mit zwölf, dreizehn und vierzehn vielleicht gesagt – ich will Schauspieler
00:33:58: werben.
00:33:59: Denkst Du dein Vater war glücklich in seinem Beruf?
00:34:04: Ja, also der war vorher bevor er Polizist wurde, war der Klemmtner.
00:34:10: Ach echt?
00:34:11: Ja, und die haben also eine Zeit lang in den in den Sechziger-Siebzigerjahren einfach dann auch dringend Leute gebraucht.
00:34:17: Und waren zum Teil sogar sehr froh, Leute zu haben, die wirklich im Leben stehen.
00:34:21: Also die schon eine Berufsausbildung hinter sich haben, sie irgendwie wissen was Sache ist, die ein gewisses Standing auch haben.
00:34:29: Das war ja das Besondere an dieser Wache sechzehn, was man sich heute so in der Form gar nicht mehr vorstellen kann dass diese Polizisten wirklich auf einer sehr bodenständigen Ebene ihren Dienst gemacht haben.
00:34:41: Das heißt, die kannten die Regularien und die kannte die Dienstvorschriften.
00:34:45: aber auf dem Kiez gab es einfach auch mal eine klare Ansage jenseits irgendeiner offiziellen Vorschrift und ein Deal jenseit irgendeine offizielle Regel, die dafür gesorgt hat dass die Leute vor Ort auf St.
00:35:01: Pauli sich einfach sehr ernst genommen fühlten.
00:35:05: Das kann man heute kaum noch vermitteln, das kann man auch kaum mehr befürworten.
00:35:10: Dass ein Polizist in gewisser Weise alle drei Gewalten auf sich vereint also Exekutive, Judikative und Legislative und quasi wie ein Western-Scheriff in den Knei bekommt und eine Ansage macht und sagt das Gesetz ist heute so und ihr macht es jetzt!
00:35:24: Aber damals war das so und die normalen St.
00:35:27: Paulianer haben das verstanden und haben gesagt ja hat er ja recht.
00:35:32: Und die Wache XVI war nun darüber hinaus auch noch bekannt für ein sehr robustes Auftreten, insbesondere in der mein Vater war.
00:35:42: Da bist du halt eben durchs Viertel gefahren und wusstest da kommen dir Leute entgegen mit denen kannst du nicht diskutieren.
00:35:50: Den musst du eine sehr klare körperliche Ansage machen!
00:35:56: Das kann man heute so nicht mehr befürworten.
00:35:58: Ich möchte den keinen Polizisten begegnen, der für sich entscheidet was gerade die Rechtslage ist sondern ich bin sehr froh dass wir das sehr klar trennen.
00:36:08: und auch die Polizistinnen aus der sechzehn haben nie gesagt wir haben hier unsere eigenen Regeln.
00:36:13: es würden die nie laut aussprechen.
00:36:15: aber unterm Strich den gesunden Menschenverstand walten zu lassen ist manchmal die absolut richtige Entscheidung gewesen.
00:36:24: Denkst du nicht, dass es das heute noch gibt in Brennpunkten?
00:36:28: Weil solche Methoden immer noch wichtig sind.
00:36:30: Weil man vielleicht gar nicht anders damit umgehen kann?
00:36:33: Weil du es merkst!
00:36:35: Wie ein Lehrer, der merkt er hat einen Lehrplan an den er sich halten muss und er muss irgendwelche Noten geben nach irgendwelchen merkwürdigen Kriterien.
00:36:43: Und dann findest du aber einen Schüler, der irgendwie auf eine andere Art und Weise tickt, der da quasi durchs Raster fällt.
00:36:52: dann individueller drauf reagieren.
00:36:55: Und das ist natürlich bei einem Lehrer deutlich weniger brisant, als wenn ein Polizist das tut.
00:37:02: Aber ich würde auch ganz sicher sein, dass kein Polizista so dumm wäre öffentlich zu sagen, dass er sich manchmal nicht an Regeln
00:37:11: hält.
00:37:11: Natürlich nicht!
00:37:12: Ja ja absolut und wie gesagt kommt immer darauf an wo man sich bewegt in was vom Habitat man sich da bewegt.
00:37:18: also ich glaube wenn man das jetzt alltäglich zwischen irgendwelchen Rechtschaffenden Bürgern in der Innenstadt ist auch noch mal ein Unterschied, als wenn du vielleicht wirklich an so Brennpunkten bist.
00:37:28: Mit deiner Erfahrung als Fernseh-Showspieler oder auch als Autor, gerade für Krimis und so weiter und sofort denkst du denn auch jetzt im Vergleich mit diesem Robane, den du geschrieben hast das eigentliche Polizeileben was im Fernsehen abgebildet wird?
00:37:43: Ist das in irgendeiner Form realistisch zu dem was eigentlich in Deutschland in dem Polizeimilieu passiert?
00:37:50: Also ich weiß, dass viele reale Polizisten sowas wie Tatort gar nicht mehr gucken können.
00:37:57: Weil es wirklich Schmerzen verursacht und dass sie einfach sagen das sind nicht die Abläufe, wie es normalerweise stattfindet.
00:38:04: Das sind nicht Gespräche, die stattfinden.
00:38:06: Das ist nicht die Themen um die wir uns wirklich sorgen mit denen wir wirklich zu kämpfen haben sondern das ist von irgendeinem Drehbuchautor der aus einer ganz anderen Welt kommt, geschrieben worden für einen Fernsehzuschauer der von der Polizei im Bad auch nichts weiß.
00:38:20: Es gibt ganz selten Polizeifilme wo jemand wirklich Ahnung hat von der Sache und wo Polizisten sagen Jo so ist es.
00:38:29: Und lustigerweise haben wir bei Notruf Hafenkante sehr intensive polizeiliche Beratung.
00:38:38: hier in Hamburg hören wir das immer wieder dass Polizistin diese Serie noch am besten finden weil sie natürlich auch wissen, da gibt es dramaturgische Notwendigkeiten wo man Dinge überzeichnen und überspitzen muss.
00:38:50: Wo man Dinge vereinfachen muss, weil das nur Unterhaltungsformat ist.
00:38:55: Und trotzdem bleibt unterm Strich das Gefühl ja die haben den Finger so am Puls der Zeit oder an der realen Situation und ich glaube Tatort ist ganz oft schlimm zu sehen.
00:39:14: Also das ist vielleicht auch ein bisschen dem geschuldet, dass man meistens... ich weiß nicht wie viel Tatorts es mittlerweile gibt.
00:39:19: Ja, sehr viele!
00:39:20: Zwei tausend oder keine Ahnung.
00:39:22: Was?
00:39:22: Ein Tausend?
00:39:23: Nee, es gibt noch mehr.
00:39:25: Nein, keine Ahnung wieviel.
00:39:26: also auf jeden Fall...
00:39:27: Und Tatort seit den Sechzigern oder Siebziger?
00:39:29: Ja,
00:39:29: es gibts seit Jahrzehnten, es gips Tausende von Episoden Es gibt Hunderte von Teams über die Jahre und natürlich Kannst du nicht immer das gleiche Thema erzählen, auch wenn es das ist was tatsächlich im realen Leben draußen im Polizeieinsatz wieder und wieder passiert?
00:39:47: Weil Du musst etwas Neues erfinden.
00:39:49: Du musst unterhaltsam sein!
00:39:50: Du musst
00:39:51: abseitiger denken, weil das eben Unterhaltungsfernsehen
00:39:55: ist.
00:39:57: Ich glaube schon, natürliches Unterhaltungfernsehen darf nicht zu.
00:40:01: oder nehmen wir mal irgendwelche Action-Serien wie Alarm für Cobra Elf.
00:40:05: Da hat auch mal jemand zu mir gesagt, du das ist ja schön wie du schreibst.
00:40:09: Weil ich hatte immer für so eine Autorenrunde die dann... ...für der Clown und Alarm für Gruppe Elf und so Drehbücher geschrieben haben.
00:40:20: Und da haben sie mich mal testweise was schreiben lassen.
00:40:22: Dann hat er gesagt dieser Chef davon Ja es ist alles gut und schön Aber die Leute kommen halt nach Haus von der Arbeit um halb acht, acht Die wollen irgendwas locker-flokkig ist, die wollen nicht so viel denken, die sollen Auto im Pferde oder in Exportieren.
00:40:35: Entschuldige, dass ich da eingeregte.
00:40:36: Aber das ist natürlich etwas was ich als Drehbuchautor von Anfang an höre.
00:40:41: Das ist immer wenn der Redakteur oder der Produzent eine Meinung hat die er nicht genau erklären kann oder wo ihm die Argumente fehlen bezieht er sich auf den Zuschauer der das nicht versteht.
00:40:56: und wie oft habe ich wirklich tolle Geschichten entwickelt wo auch die Zustimmung seitens der Fernseheredaktion ganz groß ist.
00:41:05: und dann sagen sie aber, das ist nicht Donnerstag.
00:41:08: Das ist aber etwas was wir nicht freitag zeigen können.
00:41:11: Und es geht um Programmschematar, um Sendeplätze... ...und es geht nie um eine geile Geschichte!
00:41:19: Ich wünschte mir so sehr dass Leute in einer Fernseeredaktion tatsächlich ein Drehbuch lesen und sagen das geil ich weiß nicht wohin und wann wir das wo senden Aber wir machen das jetzt einfach, weil gute Drehbücher gibt es selten genug.
00:41:33: Stattdessen wird Mittelmaß realisiert damit dass in irgendeinem Muster passt was die Leute kennen, was der Redakteur kennt und was der Senderchef kennt.
00:41:43: Und das ist enorm ermüdend!
00:41:45: Insofern verstehe ich dir den Auftraggeber dieses Feedback gegeben hat.
00:41:51: aber es ist eben auch ja... Ich weiß nicht für einen Privatunternehmer jetzt, wenn das die Leute von Cobra-L waren.
00:42:00: Das ist ja eine freie Firma, die versuchen müssen Geld zu verdienen.
00:42:07: Wenn ich bei den öffentlichen Rechtlichen diese Rückmeldung bekomme dann streuben sich mir mehr die Haare weil ich denke, wenn ihr finanziert seid gutes Zeug zu machen, dann macht es bitte auch!
00:42:20: Ja und es ist halt auch... Ich habe das ja jetzt mir auch überlegt.
00:42:24: Ich plane ja auch meinen ersten Langfilm und es geht aus da so ein bisschen um Polizeikorruption.
00:42:29: Und dann habe ich überlegt, wie kann ich denn?
00:42:31: Wie gehe ich denn damit um?
00:42:33: Also in erster Linie ist natürlich ein Actionfilm, aber trotzdem geht es auch um Polizeikorruption.
00:42:36: Und dann denkst du ja hier in Deutschland gleich so... Gut wenn ich jetzt... Ich brauche ja viele Polizeiautos.
00:42:42: Das müssten mir die Polizei geben, aber wenn ich über Polizeikkorruption schreibe kann ich das vergessen.
00:42:48: und dann denke ich aber wieder an solche Filmemacher eben den ich öfter mal erwähne Sidney Lumitz der sehr viel auch über Polizeiekorruption zum Beispiel gemacht hat in den Siebziger-, Achtzigerjahren.
00:42:58: Der hat ja auch nicht so gedacht!
00:42:59: Er hat einfach gedacht, ich mache einen Film So, und dann schauen wir wie das irgendwie klappt.
00:43:04: Also zum Thema Polizeikorruption auch da möchte ich einmal kurz einhaken.
00:43:09: Das kenne ich natürlich aus ganz großen amerikanischen Filmen.
00:43:14: Die Situation in Amerika ist aber eine andere als hier.
00:43:16: Erst mal ist die Polizeiausbildung in Amerikanen Witz.
00:43:19: also zumindest in einigen Bundesstaaten wo du gefühlt drei Wochen Seminar hast und Autofahren können musst und deine Schusswaffe heben.
00:43:30: Nee, ist wirklich schlimm.
00:43:32: Das sind Leute die dann eben auch nicht in bestimmten Situationen reflektieren können.
00:43:37: was mache ich denn jetzt?
00:43:38: Die auf bestimmte Situationen nicht geschult sind und deshalb werden sie immer mehr eingepanzert im schuss sichere Westen und werden immer mehr aufgerüstet weil Sie doof sind, weil Sie keine Ahnung haben wie man Polizeiarbeit macht.
00:43:51: Und ja also zu einem großen Teil zumindest Und Korruption ist auch immer deshalb gern erzählt in Filmen, weil du wirst es wissen wenn du selber schreibst.
00:44:01: Du musst ja das Personal überschaubar halten!
00:44:04: Ja?
00:44:04: Das heißt, wenn ich eine Situation habe einen Kriminalfall habe den Polizisten ermitteln und dann haben die auch noch ein Chef... Ich würde mal sagen, im twenty-fünf Prozent der deutschen Fernsehfilme ist es der Chef der Polizei, der irgendwie damit drinsteckt.
00:44:20: Warum?
00:44:21: Weil wir uns einen Schauspieler sparen Und weil wir nicht mühsam erzählen müssen, am Ende kommt irgendwo ein Täter her, den wir jetzt ermittelt haben.
00:44:29: Den aber noch keiner vorher gesehen hat ist total unspannend.
00:44:32: Viel spannender ist zu sagen... Ah!
00:44:34: Das war der Chef und mittlerweile ist das genauso eine Situation wo ich müde zusammenrechne als es war der Polizeichef.
00:44:41: Es war ihr Chef, der die ganze Zeit eigentlich korrupt war.
00:44:44: Und das ist dramaturgisch inhaltlich einfach mittlerweile auch total langweilig?
00:44:51: Will dich da nicht
00:44:52: bremsen?!
00:44:53: Und ich glaube, dass das Thema Korruption bei der deutschen Polizei nicht da ist.
00:44:59: Das würde ich auf jeden Fall sagen, dass es auch Korruption mit der deutschen Polizei gibt aber in einem völlig anderen Verhältnis als beispielsweise in den USA.
00:45:08: Das mag sein ja!
00:45:09: Also wobei jetzt... Ich hatte das hier so verstanden wie du sagst, also so ein Houdanit-Film, das meine ich gar nicht so sehr.
00:45:18: Lumet hat zum Beispiel auch Grundlegend von... Also nehmen wir mal Prince of the City mit Treat Williams.
00:45:26: Kann ich absolut empfehlen, ein ganz toller Film ist eigentlich das Korruptionsthema zieht sich von Anfang bis Ende und es geht um einen Aussteiger.
00:45:34: Es geht um den Aussteigern der nur so ein bisschen aussteigen will und dann verschnellert sich das aber alles und wird ein Riesending!
00:45:41: Und im Grunde zieht er alle seine Kollegen damit rein und das zieht eben auch in diese privaten Kreise rein und er weiß gar nicht was da auf ihn zukommt.
00:45:49: Und da geht's nicht darum, wer war es am Ende.
00:45:50: Sondern die waren es alle!
00:45:54: Das
00:45:56: ist tatsächlich ein Bild... Also ich bin ja gar nicht im Auftrag der Polizei unterwegs.
00:46:02: Ist
00:46:02: ja spannend mit dir darüber zu sein.
00:46:03: Nein aber das ist eben auch so dass man sagt, jetzt ist das ganze Team... Wir gucken gerade eine HBO-Serie We Own The City.
00:46:11: Da ist auch die gesamte Einheit korrupt.
00:46:17: Langweil mich dann auch schon fast wieder, weil natürlich das Bild irgendwann aus Polizisten sind entweder Gewaltverbrecher oder Korrupt.
00:46:26: So und ich erlebe in direkten Umgang mit Polizistinnen nicht nur Leute die ich interviewe sondern einfach so die mir auf der Straße begegnen im Straßenverkehr wo auch immer habe ich richtig gute Erlebnisse, tolle Leute den wichtigen guten Job machen.
00:46:39: Und da hab' ich ein bisschen den Eindruck dass es ist ja so irre sogar Gewalt gegen Rettungskräfte stattfindet.
00:46:51: Also Politiker sind sowieso alle Korrupt- und Arschlöcher, Lehrer sind auch alle doof und wollen eigentlich nur viel Urlaub machen.
00:47:00: Polizisten sind auch korrupte Prügler.
00:47:04: Und jetzt sogar Sanitäter die auf der Straße auf jemandem hocken und dem eine Herzdruckmassage geben werden von Leuten getreten wo man irgendwie sagt Warte mal ganz kurz.
00:47:14: Irgendwas stimmt hier gerade nicht, ja?
00:47:18: Und ich glaube dass man so ein bisschen dafür auch eine Verantwortung trägt in der Art und Weise wie man erzählt.
00:47:26: Absolut!
00:47:28: Mir geht es nicht darum eine Werbeveranstaltung für Polizei zu schreiben aber wirklich zu schreiben das.
00:47:33: Männer sind jetzt in Hamburg-Wache sechzehn Wache, an der bis Mitte der achtziger Jahre nur Männer waren.
00:47:42: Deshalb spreche ich jetzt von Männern aber natürlich auch Polizistinnen.
00:47:46: das sind Leute die sich mit einem großen Anspruch sozialen Anspruch gesellschaftlichen Anspruch in diesen Job begeben und wissen dass sie möglicherweise auf einer anderen Ebene auch viel mehr Geld verdienen könnten kein Schichtdienst hätten als irgendwie entspannter haben können.
00:48:07: Aber die entscheiden sich dafür Nicht nur weil sie eine Knarre haben wollen und mit Blaulicht durch die Straße fahren wollen, das ist vielleicht auch manchmal lustig.
00:48:15: Macht ja Spaß manchmal!
00:48:18: Aber es gibt wirklich einen wertvollen Impuls dahinter.
00:48:26: Und das darf man nicht vergessen.
00:48:29: Das muss man diesen Leuten zusprechen...
00:48:33: Ich bin ganz bei dir da, lieber Michael.
00:48:37: Wir haben ja am Anfang auch über Stipp Langsam, lethal weapon und so weiter gesprochen.
00:48:41: Dieses Bild was ich von Polizisten hatte als ich groß geworden bin war ein sehr positives.
00:48:45: Das waren alles Leute die hatten moralische Vorstellungen vorhin.
00:48:48: Die haben für ihre eigenen Werte eingestanden und die waren nicht korrupt oder irgendwas.
00:48:53: Solche Polizistinnen das ist eigentlich immer das Wichtige dass man solche manchmal auch welche im Kino halt größer sind larger than life So, die natürlich dann auch ein bisschen überspitzt sind und so weiter ihr eigenes Ding machen.
00:49:05: Und so ist es halt immer.
00:49:06: Und da gibt's den Polizeikappen, der immer die anschreit aber er weiß trotzdem das ist der beste Mann, den er hat.
00:49:11: Das sind ja eigentlich auch Rollen und da kann ich jetzt noch mal mein eigenes Projekt bewerben.
00:49:17: Eigentlich der Hauptkernpunkt davon dass man solche Charakter entwickelt Und dadurch auch ein positives Bild und eine Assoziation zur Polizei ja auch schafft.
00:49:26: Auch wenn das vielleicht gar nicht so hundertprozentig stimmt, heißt es?
00:49:29: Kann man ja auch mit einem Streifenpolizisten machen kann man ja sagen ist aber trotzdem einer der steht für dass ein Für seine eigenen Werte und der meint is gut Der kommt nicht immer überall durch usw.
00:49:40: Mit seinem Gerechtigkeitssinn verpflichtet.
00:49:46: Das ist ja trotzdem, im Moment habe ich das Gefühl in Deutschland hat man eher so wenn man an Polizei denkt.
00:49:52: Denkt man natürlich an sowas wie Notrufhafen kannte aber nicht im Sinne von inhaltlich, sondern halt zu der Streifenpolizist.
00:50:00: Oder es wird bayerisch gemacht – das gibt's ja auch so, der ein bisschen dämlich ist und der bayerische, etwas langsame Polizist oder solche Sachen an den Tatorten.
00:50:09: Das sind aber alle Polizisten, wo ich denke, boah, manchmal ein bisschen langweilig!
00:50:13: Also einen Tatort-Polizist, der dann noch so'n Privatleben angedichtet wird und da hat er noch Probleme mit seiner Tochter und das ist alles so ermüdend.
00:50:22: Da möchte ich nicht mehr zur Polizei.
00:50:27: Ich kann mal eine Geschichte von meinem Vater erzählen, der sitzt im Streifenwagen oder saß im Streivenwagen.
00:50:34: Eine große Punk-Demo... ich weiß nicht um welches Thema es ging aber er sitzt im Streifenwagen, sperrt ne Straße und wird durchs offene Fenster von allen Leuten angepöbelt.
00:50:47: scheiß Bulle verpiss dich hier was man so wegstecken muss als Polizist wo du auch drauf trainiert bist dass das hier reingeht und da raus.
00:50:56: Irgendwann gipfelt es darin, dass ihn jemand durch die offene Scheibe anspuckt und nachdem du vier Stunden da gesessen hast und dir von allen Leuten das sagen lassen, dass du die letzte Wurst bist und dich verpissen sollst ist das der Tropfen im wahrsten Sinne des Wortes er das fast zum Überlaufen bringt.
00:51:12: Und er springt aus dem Streifenwagen läuft diesem Punk hinterher um eine Ecke sebelt eben wütend die Beine weg Und da steht eine Wand von fünfzehn Fotografen, die supergeile Fotos machen.
00:51:25: Wie er das gerade macht.
00:51:27: und das ist ja etwas wo ich heute grade bei Social Media gibt es ja auch ganz viele Filme wo du denkst ach du Scheiße was passiert denn da gerade?
00:51:34: Du siehst ihn zusammen nicht!
00:51:36: Du siehst nur eine rausgenommen kurze Sequenz und meinst die ganze Situation verstanden zu haben.
00:51:43: Mein Vater war damals total aufgebracht hat den Typen dann in den Streifenwagen gebracht gezittert vor Aufregung und hat dann beim Rücksetzen des Streifenwagens noch ein Laternfall tuschiert, was alle natürlich besonders witzig fanden.
00:51:57: Und dann gehst du mit einem großen Frustrationspotenzial zurück an die Wache nach Hause.
00:52:05: Die machen nicht alles richtig aber es ist einfach auch ein scheiß harter Job.
00:52:11: Also bist du mit der Realität konfrontiert, das ist ja das.
00:52:13: Genau und für mich war eben wichtig jenseits gewisser Stereotypen die natürlich in Blaulichtgeschichten immer wieder auftauchen anders zu erzählen.
00:52:24: Ich erzähle mir gerne dass wenn du ein ZDF-Film machst dann muss der Hauptdarsteller einen einsilbigen Namen haben.
00:52:30: Der heißt dann Ben oder Nick oder Finn.
00:52:35: Das ist so weiß ich auch nicht warum aber das wollen sie so Und meine Hauptfigur an Hamburg-Wache XVI heißt Jens Uwe.
00:52:42: So, schon mal Scheiße!
00:52:44: Schon mal kein geiler Name und das finde ich irgendwie spannend.
00:52:49: also zu sagen wie kann ich eine Figur die jetzt nicht so gebaut ist dass man sofort sagt ah er ist hier der Held erst der Protagonist dem vertraue ich mich jetzt mal an sondern der ist irgendwie auch ein bisschen komisch und er hat auch irgendwie so anders zu erzählen.
00:53:03: Das...das ist immer mein großer Wunsch ob im Roman oder im Drehbuch oder auf der Bühne anders zu erzählen, als die Leute erwarten.
00:53:10: Und es ist immer gut... ...die Leute abzuholen mit einer bestimmten Erwartungshaltung, denen das auch zu geben.
00:53:16: Zu sagen so setze ich mal hin wir machen jetzt richtig Comedy auf der Bühne.
00:53:19: was Jennifer und ich machen ist total lustig.
00:53:22: Die Leute schreien sich weg vor Lachen Hauen sich auf die Schulter gegenseitig.
00:53:26: Ich sage Mensch genau wie bei uns zu Hause witzig witzighwitzigh.
00:53:29: Und dann gibt es immer wieder Momente die entweder sehr emotional sind wo sie denken oh Scheiße Jetzt tauchen wir richtig in so eine Seelen Landschaft der beiden ein oder es wird sehr politisch, wo wir uns sehr klar äußern zu Vladimir Putin zur AfD zu Melania Trump zu Erdogan und da sind die Leute dann auch überrascht.
00:53:53: Wir haben glücklicherweise die Erfahrung gemacht dass Zuschauer dann nicht sauer sind das sie mehr bekommen als sie bestellt haben sondern eher dankbar dass sie sagen okay habe ich gar nicht erwartet dass sich so emotional durchgeschüttelt werde obwohl ich so viel gelacht habe.
00:54:08: Das ist das, was mich interessiert.
00:54:11: Bei Filmen und Fernsehproduktionen ist es eben ganz oft so, dass man punktgenau ein bestimmtes Genre abfrühstücken und liefern
00:54:19: muss –
00:54:20: und das finde ich langweilig!
00:54:23: Ja, ich glaube das mit den Namen was du gerade gesagt hast kommt natürlich wahrscheinlich auch aus Amerika weil da hießen halt alle John und Jack also aller Hauptdarsteller.
00:54:30: Das kann man wirklich, dass ist tatsächlich der am meisten genutzte Name in den achtziger-neunziger Jahren für Actionfilme Für Hauptdarstellern.
00:54:38: Actionfilmen die heißen immer John oder Jack.
00:54:40: Ich meine auch nach Kulassus Stallone heißt auch oft John Rambo hätten oder schon mal Ja Jax Slater Arnold Schwarzenegger.
00:54:47: Also es gibt ja ganz so Und da hat man sich vielleicht Auf der einen Seite hat man sich da vielleicht was von abgeschnitten, auf der anderen Seite.
00:54:55: Na ja du redest natürlich auch über.
00:54:57: deswegen wenn du auch von diesem Buch erzählst denke ich immer so hey das wäre eigentlich eine geile Serie.
00:55:02: Wäre es ja fast geworden quasi oder sollte es werden weil wenn das jetzt ein amerikanisches Projekt wäre und es würde irgendein Streamingdienst rausbringen mit irgendwelchen super bekannten Schauspielern kannst du da ja so... Das ist wie ne Milieustudie eigentlich dann so klingt es jedenfalls Da kannst du ja eine richtig geile, sagen wir mal Mini-Serie daraus machen aus so was.
00:55:22: Das ist ja richtig super, wo du wirklich etwas hast und was siehst, was eben mit wenig Sachen vergleichbar sind die es sonst gibt.
00:55:31: Auf der anderen Seite gibt's aber auch das Kino finde ich, das meinte ich jetzt damit also... Ich sag mal so wenn jetzt einer weiß er sich wie bei dem Tatort mit Tilt Schweiger, der hieß dir glaube ich Nick Chiller, den hat man ja auch extra genannt, Nick Chillar?
00:55:48: So halb-halb funktioniert, weil vielleicht auch die Realität in Deutschland nicht so ist dass jeder Polizist mit Knache im Hosenbund rumläuft.
00:55:55: Ja das hat man da glaube ich ein bisschen transportiert.
00:55:58: auf der anderen Seite brauchst du natürlich auch sowas was du greifen kannst wenn Du großes Kino machst.
00:56:03: da kannst du weißt es ja die frage machst du eben Paul Thomas Anderson?
00:56:07: oder machst du Joel Silver Shane Black Jerry Brackheimer Filme?
00:56:13: und dann hast du alle immer eine ganz andere Rangehensweise etwas Charaktere angeht auch Schablonen angeht.
00:56:20: Beides schaffen wir aber irgendwie nicht in Deutschland, also das ist egal was du machen willst.
00:56:23: Egal ob Du Arthaus machst oder großes Kino, egal wo Du Dich dafür entscheidest beides kriegen wenn ich hin.
00:56:29: Also manchmal kriegen wir es schon hin, aber wenig... Es ist immer so ein Mittelweg, es ist immer ein Kompromiss.
00:56:35: Wir wollen mal keinem weh tun.
00:56:38: Wir wissen nicht ob das erfolgreich ist und so weiter.
00:56:41: Weißt Du so?
00:56:42: Deswegen finde ich in beiden Auf beiden Seiten.
00:56:47: Auch wenn der Name des Protagonisten ganz griffig klingt, das bekommen wir auch nicht hin.
00:56:52: Also weißt du so?
00:56:53: Das können wir nur übersetzen für kleine Fernsehformate.
00:56:56: Aber im Großen kriegen wir es nicht hin, ja hab ich's
00:56:58: gut gemacht.
00:56:59: Nee leider nicht.
00:56:59: und also ich glaube dass deutsche Kinopublikum ist nicht geschult oder nicht bereit darauf zu vertrauen, dass auch deutsches Genrekino interessant sein könnte.
00:57:11: Die Sieger von Dominik Graf ist ja bekannt dafür, dass der wirklich mal versuchen wollte einen knallharten Polizeifilm ins Kino zu bringen und ich glaube er hat damit die Produktionsfirma zerstört.
00:57:22: Weil der Film einfach wüst gefloppt ist.
00:57:26: Ja, ein bisschen auch zurecht muss man sagen.
00:57:28: Tatsächlich hat Dominic Graf auch vorher so Sachen wie die Katze und sowas gemacht.
00:57:32: er hat ja schon dieses Händchen dafür gehabt und diese Idee davon das zu machen ist so super.
00:57:37: aber wenn man dann die Sieger schaut dann merkt man der wollte zu viel.
00:57:42: das ist ganz klar warum dieser Film nicht funktioniert.
00:57:44: Aber von der Idee her ist es kramlos.
00:57:48: Wie viele deutsche Komödien siehst du die nicht funktionieren?
00:57:51: Und trotzdem werden immer weiter komödien gemacht.
00:57:54: was ich damit sage will ist, dass es einfach keine Genre-Vielfalt in Deutschland gibt.
00:58:00: Wo man sagt wir machen jetzt mal einen Western oder einen historischen Film oder so, sondern das ist in der Regel doch immer Komödie.
00:58:09: Ja die Glorreichen Sieben!
00:58:10: Wen würdest du da spielen bei den Glorichen Sieben?
00:58:12: Den Anführer?
00:58:13: oder wärst Du dann Jules Brunner?
00:58:14: und was wärs du?
00:58:18: Gibt's da irgendein Arschloch?
00:58:19: Dann will ich das
00:58:20: Ja, der Böser.
00:58:23: Der heißt eigentlich Steve McQueen wäre eine dankbare Rolle.
00:58:25: finde ich das so ein bisschen schweigsam ganz cool?
00:58:27: Ja muss man nicht so viel Text lernen?
00:58:29: auch gut.
00:58:30: Und man überlebt.
00:58:32: Spoiler aber man überlebte Ende.
00:58:37: Schauen wir mal.
00:58:37: Ja bei den Westernen in Deutschland wär ganz toll.
00:58:39: Das wär ganz ganz toll!
00:58:41: Wäre merkwürdig aber toll.
00:58:44: Ich habe ja übrigens in dem ersten Tilt-Schweiger-Tatort mitgespielt.
00:58:49: Eine meiner Eintagsrollen, auch irgendetwas Kleines wo ich eine Leiche im Kofferraum hab.
00:58:55: Aber ich war dabei!
00:58:56: Willkommen in Hamburg, hießt
00:58:59: ihr?
00:58:59: Ich habe schlecht recherchiert, merke ich jetzt gerade.
00:59:01: Hätte ich jetzt direkt wissen müssen eigentlich.
00:59:06: Nein das war besonders toll weil als ich erfuhre dass Tilt Schweiger der neue Tatortkommissar für den NDR wird habe ich einfach der Produktionsfirma Konstantin Film in München in eine Mail geschrieben und hab, wie es so meine Art ist frech formuliert zu sagen.
00:59:27: Ich habe gehört ihr macht das jetzt und es läuft bei euch nicht so richtig an der Drehbuchfront.
00:59:31: Ich hätte da was für euch und hatte den Drehbuchidee vorgeschlagen, was man machen konnte Und da kam von dem Produktionsleiter oder Herstellungsleiter, so kam eine sehr, sehr eschofierte Rückmeldung an meine damalige Agentur.
00:59:47: Dass wenn ich noch einmal behaupten würde... Es würde bei denen nicht laufen an der Drehbuffront, dass ich dann überhaupt gar keinen Fuß mehr auf den Boden kriegen würde und ich würde niemals in irgendeiner Konstantinfilmproduktion beteiligt sein.
00:59:59: Nein!
01:00:00: Das war richtig sehr vehement und ich wollte irgendwie nur lustig sein.
01:00:05: ist mir missglückt, okay.
01:00:06: Aber dann habe ich einige Monate später als sie das tatsächlich drehten von einem Casting-Agenten der überhaupt nichts davon wusste die Anfrage bekommen in diesem Tilschweigertat und mitzuspielen und diesen einen Drehtag zu haben.
01:00:19: Und da hab' ich für mich gesagt es mir scheiß egal ob's nur ein Tag ist und wenn ich auch nur zwei Sätze hab', ich will in diesem Film dabei sein einfach umzuzeigen, nee, nein, ich bin doch dabei!
01:00:29: Und das hat wunderbar geklappt.
01:00:31: Hat der es gemerkt, der andere?
01:00:33: Weiß ich nicht.
01:00:35: Nein das sind ja so Leute die haben auch so eine Verdrängung dass sie sich über Sachen wahnsinnig aufregen und da irgendwas erzählen und du wirst in dieser Branche kein Fuß nehmen, blablabla und dann haben sie's vergessen weil sie eh dumm sind.
01:00:50: Okay aber das heißt bist du generell einfach da auch... mutig oder sagst du auch wenn ich es wird keiner klingeln?
01:00:59: bei mir warst du schon immer so dass du dann sagst, ich muss voran brechen.
01:01:02: Ich muss mich selber beweisen.
01:01:05: Ich habe das zum Teil mir auch von meinem Vater abgeguckt.
01:01:09: also der war einfach Polizist durch und durch.
01:01:13: Ich saß mit ihm in der U-Bahn.
01:01:15: Am anderen Ende des Vagons zünden sich zwei Leute eine Zigarette an und der marschiert in Zivil durch den Vagon, nimmt dem Typen die Zigarette aus dem Mund, schmeißt ihr aufm Boden tritt sie aus und geht ganz nahe an den Rand und sagt wenn du dir noch einer anzündest, schmeiß ich dich raus!
01:01:31: Und zwei Typen sind plötzlich ganz still und machen nichts mehr.
01:01:35: oder wir?
01:01:37: Wir sitzen im Auto und vor uns lehrt jemand sein Autoaschenbecher auf der Straße aus, aus seinem Auto heraus.
01:01:43: Und mein Vater springt auf, rennt nach vorn, reißt ihm die Tür wieder auf, nimmt die Asche vom Boden und schmeißt ihm das ins Auto und macht die Tür zu.
01:01:52: Also der hatte immer ... Ob er im Dienst war oder nicht, der war Polizist und sagte, das macht man nicht, das gehört sich so nicht und da greif ich irgendwie ein.
01:02:00: Ich hab auch eine Tendenz mich einzumischen, auch wenn ich nicht darum gebeten wurde.
01:02:05: Wenn ich irgendwas kacke finde Dann muss ich das sagen und dann gipfelte es entweder in einer persönlichen Ansprache oder im offenen Brief an den NDR.
01:02:15: Oder
01:02:15: was auch immer, aber wenn irgendwo... Wenn ich den Eindruck habe, dass ist nicht cool, was hier läuft, dann sage ich das und das gefällt manchen Leuten nicht.
01:02:26: Aber unterm Strich ist das für fürs eigene Selbstbild dann doch irgendwie hilfreicher.
01:02:33: also unbequem zu sein manchmal ein bisschen
01:02:36: Ja und sich nicht den Mund verbieten zu lassen, wenn man sagt hier ist ein effektives Problem.
01:02:42: Ich habe schon auch Dreharbeiten abgebrochen weil sich die Produktionsfirma nach mehrfachen Hinweisen von mir Nicht an Kinderschutzzeiten gehalten hat immer einfach immer weiter gedreht Und bis der kindliche Hauptdarsteller weinte und dann habe ich gesagt gut wenn ihr nicht abrecht brech ich jetzt ab Da machst ihr keine Freunde mit.
01:03:08: Aber ein Job ist ja nur ein kleiner Teil des Lebens.
01:03:14: Sind deine Geschwister auch so geworden?
01:03:16: Also sind die in Bezug auf mit, sagen wir mal Gerechtigkeitssinn oder auch geprägt worden von eurem gemeinsamen Vater?
01:03:26: Ja ich weiß gar nicht ob diesbezüglich aber wir sprechen lustigerweise immer so vom Enat gehen.
01:03:32: also mein Vater Walter Enat der hatte schon immer so eine Mentalität, wo er sich überhaupt nicht aus der Ruhe bringen ließ.
01:03:41: Was ihm als Polizist natürlich sehr zugute gekommen ist zu sagen so mal abwarten ruhig durchatmen Sachen klären Wenn ne Reaktion dann überhaupt in der Geschwindigkeit von Kontinentalplattenverschiebungen ganz langsam und suche Und das haben wir alle ein bisschen dass wir erstmal Nicht überreagieren.
01:04:02: sagen wir mal so
01:04:04: Sind die auch in der künstlerischen Branche deine Geschwister?
01:04:07: Nee, das ist tatsächlich in unserer ganzen Familie überhaupt nicht so.
01:04:10: Weder meine Mutter noch mein Vater noch meine Geschwisters.
01:04:14: Da bin ich irgendwie so in was anderes
01:04:17: reingerutscht.
01:04:18: Und war das okay für deinen Vater, dass du Schauspieler geworden
01:04:20: bist?
01:04:22: Ja.
01:04:23: Ich weiß nicht, ob er gesehen hat, dass das wirklich meins ist... Ich meine, ich komme zu so einer mittelklasse Familie wo es keine wirklichen Berührungspunkte zur Kulturszene gab.
01:04:38: Da war glaube ich vor allem ein bisschen Angst mit dem Spiel.
01:04:41: Man denkt oh Gott ob der damit Geld verdient und man hört ja so einiges.
01:04:46: Und dass das eher die Sorge war, dass man einfach nicht schafft sich selbst zu versorgen aber er hatte nichts gegen Schauspiel.
01:04:55: Ja ich habe das auch... In dem anderen Interview gehört, dass du sagst oder der Interviewpartner, der Moderator sagte, du kannst keinen Skifahren und du erklärtest halt eben warum das so passiert ist.
01:05:10: Also gesagt, es war halt einfach vielleicht auch nicht genug Geld da oder man hat ja gar nicht so... Das waren nicht die Welt in der wir gelebt haben.
01:05:17: Das fand ich super interessant!
01:05:18: Erstens weil ich selbst nicht Skifahrer oder nicht kann.
01:05:22: Endlich treffe ich mal jemanden, der es auch nicht kann Zum einen und zum anderen aber auch zu verstehen, wo du herkommst.
01:05:30: Na ja das ist also gerade in Hamburg ist es natürlich relevant weil wir sprechen hier in Hamburg von den Skiferien.
01:05:35: Also die Frühjahrsferien sind die Ski-Ferien Weil offenbar sehr viele Hamburger dann in die Berge fahren.
01:05:42: Das ist natürlich, wenn deine Mutter beim Landessozialamt arbeitet und dein Vater als Polizist unterwegs ist.
01:05:48: Und du vier Kinder hast in der Familie, dann kannst du noch einen sechsköpfigen Urlaub mit Scipas und dem ganzen Hack-Mac in St.
01:05:56: Moritz bezahlen.
01:05:56: Ist ja klar
01:05:57: so.
01:05:59: Ja gut, musst nicht direkt nach St.Moritz
01:06:00: aber... Nee oder was auch immer!
01:06:02: Ne, nee weiß ich.
01:06:04: Aber trotzdem ist das ja ein Kostenpunkt.
01:06:07: Ich weiß dass meine Eltern dir immer, das hat mich sehr geprägt immer drauf gelauert haben, wann der nächste Erste kommt.
01:06:15: Also dass zum Monatsende wirklich eng wurde und das ist beim All die immer diese Einkäufe gab wo man überlegte was nimmt man jetzt noch mit?
01:06:21: Und dann hast du vier Kinder zu Hause und dann nimmst du so ein Maxi-Pack Snickers oder Bounty und dann krieg ich jeder zwei Stück für die nächste Woche.
01:06:29: und das war es auch.
01:06:31: Das war alles nicht schlimm aber es war eben auch klar, dass bestimmte Dinge so nicht möglich sind.
01:06:38: Und das hat dich aber eher positiv geprägt.
01:06:43: Ich habe... Also insofern hat es mich positiv geprägt, dass ich
01:06:49: wirklich...
01:06:52: Mein Sohn würde sagen ne das ist nicht positiv aber mich interessiert Geld nicht.
01:06:58: Weil mein älterer Sohn der hatte auch eine Polizeiausbildung angefangen und hat dann nach zwei Jahren damit aufgehört Der macht jetzt so Finanzen, macht Altersvorsorge für Spezialkräfte, Pflegekräfte, Rettungskräfte und kümmert sich darum, dass die eine gute Altersvorsorge haben.
01:07:15: Und wenn der sich meine Zahlen als Künstler anguckt, sagt er auch scheiße.
01:07:19: wie soll das werden in ein paar Jahren?
01:07:22: Aber Geld war für mich nie relevant.
01:07:25: es war nie ein Eigenwert den ich jetzt strebens wird erreichen wollte.
01:07:29: und Ich habe obwohl wir nicht viel Geld hatten immer erfahren dass meine Geschwister weil ich auch ihr kleiner Bruder war mich immer mit durchgezogen haben immer halt ja wenn wir dann Die hatten schon ihre Autos und ich war vielleicht fünfzehn, sechzehn.
01:07:44: Und wir sind zusammen in irgendwelche Discos nach Bremen gefahren dann haben die das natürlich bezahlt!
01:07:48: Die haben mir geholfen während meiner Schauspielschulzeit... ...und ich habe das auch irgendwann gemacht dass sich Freunden regelmäßig Geld gezahlt hat während deren Ausbildung und so einfach.
01:07:58: man nimmt das Geld um irgendetwas für andere Leute möglich zu machen.
01:08:03: aber es geht nicht darum eine Uhr oder ein Auto also jetzt ein besonderes Auto zu haben.
01:08:08: Ich hab' auch einen Auto.
01:08:10: Ich
01:08:11: habe zum Beispiel überhaupt kein Interesse dran, ein Auto einer bestimmten Marke zu haben und das dann zu fahren.
01:08:16: Das heißt du hast ein markenloses Auto oder was hast Du?
01:08:20: Nein, ich brauche unbedingt einen Orsten Mini oder wie das heisst oder ein...
01:08:30: Kein
01:08:30: Ahnung, fällt jetzt nichts an.
01:08:31: Was fährst
01:08:31: Du denn in deinem Auto?
01:08:34: Opel Zafira Erdgas?
01:08:38: Ja, weil ich habe lange gar keinen Führerschein gehabt bis ich Anfang dreißig war.
01:08:43: Weil ich das aus ökologischen Gründen irgendwie doof fand und bin auf Tournee immer mit dem Zug gefahren.
01:08:49: Und irgendwann hatte ich dann Kinder und dann hast du halt mehrere Kinderwagen und sonst was zu transportieren und da war irgendwie klar ja Ich brauche jetzt ein Auto.
01:09:01: Das heißt du bist aber auch kein Typ der sagt okay In zehn Jahren gehe ich in Rente und dann lege ich die Beine hoch.
01:09:10: Und guck nur noch irgendwie mir RTL-Zwei an oder irgendwas, sondern das ist so.
01:09:14: du willst eigentlich am besten auf der Bühne sterben?
01:09:17: Oder weil du jetzt auch so sagt es mit Geld.
01:09:19: also was Geld betrifft?
01:09:21: Ich gucke da nicht so drauf.
01:09:24: Ganz wichtiger Punkt!
01:09:25: Ich beantworten dir gleich.
01:09:26: Ich muss einmal ganz kurz den Netzstecker einstecken, weil ich sehe dich nicht mehr.
01:09:30: Weil der Strom ist irgendwie
01:09:32: alle von dabei.
01:09:33: Gibt
01:09:33: mal eine Sekunde.
01:09:34: Sehr
01:09:39: unprofessionell.
01:09:53: So, jetzt bin ich aber wieder bei dir.
01:09:55: Ja
01:09:56: wir sprechen ja auch schon so lange deswegen...
01:09:58: Ja das stimmt!
01:10:00: Du hast es gleich geschafft, aber trotzdem muss ich eben nochmal fragen.
01:10:03: also, was du sagst über sowas wie Rente denke ich eigentlich gleich nach?
01:10:10: Nein, das ist natürlich auch dumm.
01:10:12: Also sich darüber keine Gedanken zu machen ist wirklich blöd!
01:10:15: Für mich stand nur immer im Vordergrund erstmal als Künstler lebst du sowieso in der Regel sehr prekär.
01:10:20: also ich habe lange Zeit auch so wenig Geld verdient dass es gar nicht dran zu denken war Geld auf die Seite zu tun.
01:10:28: Dann hatte ich irgendwann zwei Kinder was naturgemäß mit hohen Kosten einhergeht wenn man dann zusammen Urlaub machen will.
01:10:34: Es war nie wirklich die Situation Dass man sagen konnte, jetzt mal dreihundert Euro pro Monat tue ich weg oder fünfhundert oder so.
01:10:42: Das war nicht denkbar!
01:10:43: Und jetzt sind meine Jungs groß und aus dem Haus und stehen auf eigenen Beinen.
01:10:49: Jetzt kann ich mir ein bisschen mehr Gedanken über meinen Alter machen – meine Absicherung im Alter.
01:10:57: Tatsächlich ist es so das für Schauspieler ja nicht wirklich so... ein Verfallsdatum gibt.
01:11:03: Also man darf noch weiterarbeiten, auch wenn meine Eltern es als siebenundsechzig.
01:11:08: die Frage ist ja ob man das kann.
01:11:10: also zum einen ist es energetisch dann überhaupt noch möglich?
01:11:13: ich merke jetzt ich bin acht und fünfzig natürlich schon dass sich nicht mehr so intensiv arbe wie ich das früher getan habe mit Anfang zwanzig Anfang dreißig Nächte lang durchgeschrieben am nächsten Tag auf Tournee gefahren und solche Sachen was schwerer fällt und dann ist ja auch die Frage, ob man dann immer noch gewollt ist.
01:11:36: Also ruft jemand an um mich für Dreharbeiten zu besetzen?
01:11:40: Ruf jemand an weil er unser Theaterstück sehen will?
01:11:43: Das sind Sachen, die weiß ich nicht!
01:11:45: Und insofern möchte ich gerne weiterarbeiten, weil das wirklich Teil meines Lebens ist und ich sehr glücklich bin mit meinem Rechner und einer Tasse Kaffee und einem Schreibtisch Wie Wilhelm Grimm immer gesagt hat von den Brüdern, ich gehe in meinem Kopf spazieren.
01:12:04: Der musste nicht raus, sondern der hatte irgendwie das Leben... Das fand so im ganz kleinen Umkreis statt und ich mache super gerne viele Sachen mit meiner Frau.
01:12:13: Ich reise auch gern aber wie gesagt schreiben ist für mich mehr als ein Hobby, es sind Teil meines Lebens.
01:12:24: Kommt das Pferd eigentlich deiner Frau mit wenn ihr einen Urlaub fangst?
01:12:27: Nein,
01:12:31: nein.
01:12:32: Sie hat eine Reitbeteiligung also andere Leute die sich dann auch darum kümmern.
01:12:36: Das ist natürlich etwas was man organisieren muss auf Tournee.
01:12:39: Wir hatten bis vor kurzem noch einen Kater der leider jetzt mit achtzehn Jahren verstorben ist Aber das war auch immer ein riesen Thema.
01:12:47: Was machen wir wenn wir auf Tour sind?
01:12:49: Wer kommt hier?
01:12:49: Wer wohnt hier?
01:12:50: wer kümmert sich um den Kater?
01:12:53: Und mittlerweile sind wir ganz frei.
01:12:54: Wir haben kein Kater mehr, die Kinder sind aus dem Haus und können jetzt so viel auf Tournee gehen wie wir wollen.
01:13:01: Mir hat mal jemand erzählt, der auch mit einer Frau zusammen einen Pferd hatte.
01:13:05: Er hat gesagt es geht eigentlich immer ums Pferde!
01:13:07: Also man muss eigentlich sein ganzes Leben lang nach diesem Pferd richten.
01:13:11: Kennst du das auch?
01:13:15: Ja, ich glaube wenn man sich dafür entscheidet also dass einfach das wirklich richtig zu machen dann braucht ein Pferdd diese Aufmerksamkeit.
01:13:24: Wenn Du es entsprechend ausbilden willst, wenn Du mit dem Pferdt irgendwas erreichen willst Dann geht's halt nicht anders entweder ganz oder gar nicht Und ich versuche das immer nicht zu nehmen als eine größere Wertschätzung gegenüber dem Pferd, weil sie tagsüber mehr da ist als hier Zuhause.
01:13:43: Aber weißt du
01:13:44: nicht... Ja gut aber ihr habt ja auch in so langen Sie nicht das gemeinsame Bühnenprogramm mit dem Pfert macht statt mit dir, weißte?
01:13:48: Ist ja auch noch Hoffnung, sag' ich
01:13:50: mal.
01:13:51: Das stimmt!
01:13:52: Aber wir versuchen immer in unseren Stücken auch ein Pferdd auftauchen zu lassen gespielt
01:13:57: Wenn... Achtung, ein echtes wäre auch super.
01:13:59: Das wäre ja jetzt ein topper Ball für Leute die sagen das will man noch.
01:14:02: Es gibt
01:14:02: zum Beispiel eine sehr lustige Verfolgungsjagd in Küßlangen sammeln unserem ersten Programm wo wir auf der Flucht sind und ich nerv bin vorher total genervt über ihr Pferd.
01:14:12: und irgendwann am Ende des Stückes sind wir auf dieser Flucht stehen vor einem Pferde und sie springt drauf und wir entkommen den Bösewichten reitend auf der Bühne dargestellt ohne Pferden.
01:14:22: sehr lustig Aber das ist natürlich so ein bisschen ein payoff für Sie, zu sagen es ist doch ganz geil im
01:14:31: Pferd zu haben.
01:14:33: Abschließend möchte ich dich fragen wenn Hamburg Wache XVI jetzt doch noch verfirmt wird als Serie oder was auch immer?
01:14:40: Ich gehe davon aus dass dieser wie heißt der Jens Uwe ist der alter Ego.
01:14:45: Ist das dein Vater quasi da?
01:14:47: Nein, mein Vater hieß ja... Genau, mein Vater hieß Walter Enard und im Buch heißt er aber Werner.
01:14:54: Okay.
01:14:57: Und Jens Uwe ist der, der ist dreiundzwanzig da
01:14:59: in dem Buch.
01:15:00: Ah okay!
01:15:00: Aber würdest du – das war ja eher die Frage – Würdest Du dann die Rolle Deines Vaters spielen?
01:15:05: Die angedachte
01:15:07: Rolle?!
01:15:07: Nee dafür bin ich zu alt.
01:15:09: Also als wir das angefangen haben dieses Projekt zu entwickeln oder ich das erste Mal die Idee hatte das aufzuschreiben Vor zwölf Jahren, da war ich mit Vierziger.
01:15:21: Jetzt bin ich N-Fünfziger und das kannst du nicht mehr glaubhaft erzählen dass ich mit den jungen Polizisten unterwegs bin auf der Straße Sondern das ist dann wirklich nur noch Backoffice, Wachhaben da oder irgendwie sowas.
01:15:34: Ja aber vom Gefühl her
01:15:36: weißt du ich meinte so vom Gefühler dass du sagst so dann ist es wie eine was Rundes.
01:15:40: Ich habe das geschrieben und jetzt bin ich fülle ich diese Rolle aus.
01:15:44: Das wäre so wie...
01:15:44: Für mich ist das schon rund Also ich muss es gar nicht spielen.
01:15:48: für mich ist es ganz ganz wichtig wichtiger als ich gedacht habe dass dieser Roman jetzt was geworden ist, dass ich tatsächlich einen Verlag gefunden habe.
01:15:55: Dass es dieses Buch gibt, das sich eben nicht sage... Ich hab zwölf Jahre an einer Story gearbeitet die in der Schublade endet und die Geschichte meines Vaters und meiner Mutter werden leider nicht erzählt, sondern ich hab' das jetzt geschafft!
01:16:07: Das Buch ist da.
01:16:08: Ähm..ich empfinde das als Riesenerfolg.
01:16:11: Da ist es!
01:16:12: Dass es diesen Buch
01:16:13: ganz konkret gibt.
01:16:14: Man kann es
01:16:14: jetzt doch auch... Sieht auch schön aus, muss man sagen.
01:16:16: Sieht doch cool aus.
01:16:16: Ja danke!
01:16:17: Danke!
01:16:18: Ich finde es auch total cool und deshalb ist das Projekt insofern für mich emotional geklärt, sagen wir mal so.
01:16:26: Wenn jetzt irgendwann der Erfolg des Buches so groß ist wie ich mir das erwünsche dann würde ich die Geschichte noch weiter schreiben weil eigentlich sind die Figuren noch nicht zu Ende erzählt.
01:16:40: Ursprünglich wollte ich die Geschichte von Sechsund Siebzig bis Sechsun Achtzig erzählen Und ich bin in dem Roman immer noch Ende der Siebziger.
01:16:47: Also da gibt es noch wahnsinnig viel Erzählmaterial nach hinten raus, vielleicht kommt das noch zu einem zweiten oder dritten Band?
01:16:53: Das weiß ich nicht und ob es dann verfilmt wird oder nicht wäre super würde ich mich gerne auch involvieren.
01:17:00: aber erstmal kann ich ein Häkchen hinter dem Werk machen und das ist für mich super!
01:17:06: Ja, ist toll.
01:17:07: Ich kann das absolut nachvollziehen.
01:17:08: Also ich glaube es gibt nichts Schöneres für einen Künstler oder ein Autor wenn er sein eigenes Buch in den Händen hält und weiß dass es jetzt so wie geboren wird.
01:17:16: und jetzt muss die Welt entscheiden was sie damit macht.
01:17:18: Genau!
01:17:20: Ja lieber Michael, ich wünsch dir großen Erfolg mit diesem Buch natürlich bei allen weiteren Projekten.
01:17:28: Es hat mich sehr gefreut, dass du erneut mein Gast warst.
01:17:33: Ja, total nett mit dir zu sprechen.
01:17:35: Du bringst auch ganz gerne so andere Perspektiven rein oder bist nicht so ein Nachsprecher, du bist etwas Eigenes!
01:17:45: Das finde ich an dir auch echt toll.
01:17:46: Also du bist ein eigener freier Geist, der da irgendwie
01:17:50: so...
01:17:50: Wo ich schon weiß, wenn ich hier... Du würdest auf jeden Fall, weil du das sagst, wenn dich Missstände stören dann sagst du auch was?
01:17:56: Das merkt man dir auch ein bisschen an.
01:17:57: also das finde ich toll, find' ich super!
01:18:00: Cool!
01:18:02: Von dir müsst noch mehr geben.
01:18:03: ja Ich hoffe es gibt's auch nicht.
01:18:05: Also bleibt noch kurz dran.
01:18:06: aber ganz offiziell Alles alles Gute.
01:18:09: wir legen dass unseren zuhörern zuschauen ans herz.
01:18:12: hamburg wache sechzehn heißt das neue buch und ansonsten Kann man den lieben michael enat auch überall auf dem bühnen deutschlands sehen zusammen mit seiner frau oder auch dem fährt je nachdem.
01:18:22: Und Also bleibt dran.
01:18:24: wir Binden auch nochmal deine website an.
01:18:26: da wird ja wahrscheinlich immer alles aktuell Stehen wo du zusehen bist nicht wahr?
01:18:31: Ja,
01:18:32: und dann hoffentlich bis zum nächsten mal vielleicht bei band zwei.
01:18:37: Wie heißt das dann?
01:18:38: Wache siebzehn oder wie heißt es denn?
01:18:40: Nee, die
01:18:42: Wache bleibt dieselbe.
01:18:43: Das hätte ja sein können.
01:18:45: Gut also Michael macht's
01:18:47: gut!
01:18:48: Vielen Dank für die Einladung.
01:18:49: Ja
01:18:49: gerne alles alles Gute.
Neuer Kommentar